04.06.2017, Versmold

An einem wirklich wettertechnisch noch sehr schönen Pfingstsonntag (das sah ja im Vorfeld in den Vorhersagen nicht so gut aus…) ging die Reise nach Versmold, um die dortige Open-Air-Party zu rocken. Also nachmittags pünktlich losgefahren, um möglichst vor der angesetzten Soundcheckzeit vor Ort zu sein, wie immer noch kurz in den Vertrag geguckt, das Navi programmiert und los.

 

Vor Ort in Versmold präsentierte sich dann an der angegebenen Adresse ein schönes altes Landgasthaus – nur komisch, dass das auf den ersten Blick eher wie eine Mischung aus Gaststätte,  Cafe und Restaurant aussah. „Interessant“, dachten sich mehrere Bandmitglieder  - wo sich denn hier wohl der Open-Air-Bereich für die deutlich über 1000 erwarteten Gäste verstecken würde… Also erstmal reingehen, und fragen: „Wo ist denn hier die Bühne?“ Verdutzte Gesichter beim Personal, „Wir haben keine Bühne“. Von unserer Seite: „Aber wir spielen doch heute Abend hier ein Konzert – holen Sie doch bitte mal den Chef“. Jaja, immer schön selbstsicher auftreten, und wenn nicht die erwünschte Antwort kommt, einfach mal den Chef verlangen… Als dann schließlich auch der Chef nur müde lächelte und uns versicherte, dass in seinem Haus an diesem Abend bestimmt kein Konzert stattfinden würde, dämmerte es so langsam – falsche Adresse im Vertrag. Aaaargh…  Nach endlosen Telefonaten und längerer Suche (muss ich dazusagen, dass das Navi die endgültige Adresse auch nicht wirklich kannte, und Handys an einigen Stellen in Versmold einfach keinen Empfang haben) trafen dann die Band endlich am Veranstaltungsort ein, und wir mussten uns dann schon arg beeilen, um Aufbau und Soundcheck noch pünktlich über die Bühne zu bringen.

 

Vor Ort war dann aber alles bestens organisiert, Kompliment an die Veranstalter, da wurde an alles gedacht. Technik ok, Bühne ausreichend groß, ein Backstageraum für die Band, um in den Spielpausen nicht noch die volle DJ-Dröhnung auf die Ohren zu bekommen, und vor allem ein wirklich liebevoll handgemachtes kleines Essens-Büfett für die Band.

 

Das erste Set lief dann ganz gut los, dem guten Wetter und der noch frühen Zeit geschuldet standen natürlich noch diverse Menschen auf dem ganzen Gelände verteilt herum, so dass es vor der Bühne noch nicht ganz so voll war. Und wie das so bei Partys auf dem Land ist, kommen die jungen Leute ja auch immer recht spät zu solchen Festivitäten. Kurz bevor unser zweites Set dann starten sollte, saßen wir noch gemütlich im Backstage rum, noch schnell was trinken, noch kurz in die Setliste schauen – was man halt so macht. Der liebe Patrick, der an diesem Abend unseren Barden Olli am Gesang (wirklich sehr genial) vertreten hat, nestelte gedankenverloren an seiner Brille herum – und auf einmal macht es „knack“. Brille in der Mitte einfach durchgebrochen… Jetzt ist das ja von allen Widrigkeiten, die so vorkommen können, auf den ersten Blick nicht so dramatisch. Wenn z.B. der Gitarrenamp ausfiele, dann ist das doch schwieriger zu kompensieren, oder wenn dem Schlagzeuger die Fußmaschine für die Bassdrum auseinanderbrechen würde, wär das schon eine etwas größere Katastrophe. Wenn man sich allerdings als Sänger, der sonst nicht mit der Band zusammen auftritt, die ganzen Abläufe merken muss, dann macht man sich ja schon ein paar kleine „Merkzettel“ – echt blöd, wenn man die dann ohne Brille nicht so wirklich lesen kann. Also schnell das bekannte „Gaffers Tape“ (Klebeband für Musiker) von der Bühne geholt, und irgendwie versucht, diese Brille wieder zusammenzukleben – wie man sich vielleicht vorstellen kann, sah das doch recht „unkonventionell“ aus, oder anders gesagt: Sowohl die Restband auf der Bühne als auch das Personal an den Mischpulten hatte dann doch bei den ersten Songs des zweiten Sets erhebliche Mühe, die wiederkehrenden Lachanfälle nicht allzu offensichtlich auszuleben. Und nach circa vier oder fünf Songs gab dann auch das Klebeband auf, so dass der gute Patrick dann ohne Brille auf der Bühne stand. Ich war dann sehr gespannt, ob er wohl seine kleinen „Hilfszettelchen“ noch erkennen würde – Patrick, du hast das echt souverän gelöst, würde ich sagen. Ich hab mich allerdings schon gefragt, ob du überhaupt noch wen im Publikum erkennen konntest, und wie das wohl so weitergehen würde, wenn irgendwer aus der Band z.B. ein Songende oder sonst irgendwas mittels wildem Gefuchtel der Hände anzeigen würde… In der nächsten Setpause dann natürlich dutzende nicht wirklich zielführende Vorschläge, wie z.B.: „Wir kleben die Brille einfach an den Ohren fest, und damit das gut hält, ziehen wir das Klebeband mehrfach um den Kopf rum“ – was für ein Spaß…

 

Und auch das dritte Set lief dann sehr gut, mittlerweile waren die Leute auch hochprozentig in wilder Partylaune, und wie das so ist: Zum Schluss hätten es dann auch noch mehrere Zugaben sein dürfen, aber wir wollten dem DJ ja auch noch etwas „Playtime“ übrig lassen. Alles in allem ein schöner Abend, hat viel Spaß gemacht, wir kommen gerne wieder. Bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

06.05.2017

Osnabrück, Georgstraße

Maiwoche

"Ah, endlich Maiwoche!“ Wie oft hab ich das an diesem Abend gehört, und zwar nicht nur von der Band, sondern ebenso von diversen Besuchern und Besucherinnen, die jedes Jahr wieder zur Bühne Georgstraße pilgern.  Und man kann das ja nicht oft genug schreiben: Open-Air-Veranstaltungen mit Live-Bands und mit freiem Eintritt, die dann auch noch mehrere Tage lang andauern (im Fall der Maiwoche ja sogar 10 Tage), kann man gar nicht genug loben und unterstützen – schließlich muss ja die Fahne der Live-Musik hochgehalten werden. Und genau das war an diesem Abend unsere Mission, handgemachte Rock-Musik, alles in echt und live.

 

Wer sich vielleicht noch an die Berichte an dieser Stelle aus den letzten zwei  Jahren erinnert, hat eventuell noch im Kopf, wie knapp das wetter- bzw.- regentechnisch in den letzten Jahren war. Dieses Jahr zum Glück überhaupt nicht: als hätten wir´s so bestellt, wurde dieser Abend der wärmste der ganzen Woche, und von Regen keine Spur. Und das hat man sowohl der Band als auch den Leuten sofort angemerkt, denn zum einen war tatsächlich die Band mal sowas von pünktlich beim Soundcheck, und zu unser aller Erstaunen war dabei sogar (eineinhalb Stunden vor dem Gig) der Platz vor der Bühne schon ganz gut gefüllt. Irgendwie hatten also alle total Bock auf diesen Abend – konnte ja eigentlich nix mehr schiefgehen.  Soundcheck war dann auch ganz fluffig und entspannt, und wir hatten im Gegensatz zu den Vorjahren tatsächlich mal noch 45 Minuten Zeit, um vor dem Auftritt entspannt was zu essen, und vor allem den ganzen Freunden und Bekannten mal in Ruhe „Hallo“ zu sagen. Und wie viele das waren, krass! Ich hab so viele Leute getroffen, die ich sonst fast das ganze Jahr nicht sehe – diverse Musiker und MusikerInnen aus befreundeten Bands, sogar einige Ex-Bandmitglieder, die mal wieder vorbeigeschaut haben (Hey Pani !) – Geilo!

 

Und dann ging´s los, Platz voll, bestes Wetter, coole Stimmung, Band schon anfangs leicht wahnsinnig – besser kann’s nicht sein. Unser Alex hatte sich mal wieder eine ausgeklügelte Setliste einfallen lassen, zu der vor allem dies hier gesagt werden muss:  Wer uns etwas besser kennt, weiß ja, dass diese Band seit gefühlten Jahrzehnten als Opener „I´m Still Standing“ von Elton John spielt. Vor 20 oder 15 Jahren war das ja vielleicht noch „cool“, weil irgendwie zeitgemäß, in den letzten Jahren allerdings eher ein Insider, und von unserer Seite so richtig bewusst gesetzt und extra „Bad Taste“. Und was passiert dieses Jahr: Wir spielen das erste Lied unseres Maiwochen-Konzertes, und: KEIN Elton John! Stattdessen, passend zum Abend: „Beautiful Day“ von U2! Geil! So ging das weiter im ersten Set, und alle hatten sichtlich Spaß.

 

Zum Abschluss des ersten Sets dann Mirko mit „Music“ von John Miles – und keine Angst, das werden wir NICHT aus dem Programm kicken. Und bevor es dann zum großen Finale dieses Liedes kommt, setzt Mirko ja immer kurz ab, um das Publikum nochmal zum Mitmachen zu animieren – so auch diesmal. Nur dass da auf einmal ein gewisser Justin auf die Bühne kam, im Schlepptau eine leicht verwunderte junge Frau, die nicht wusste, was sie denn jetzt auf der Bühne sollte, und was da auf sie zukam. Man ahnt es bereits, es kam, wie es kommen musste: Er kniet nieder und fragt sie, sie sagt „JA“. Hach! Wir wussten natürlich vorher Bescheid, und ich hatte ein paar Glitter- bzw. Konfetti-Kanonen besorgt. Die hatte ich Sascha und Alex vor dem Konzert in die Hand gedrückt, und der Plan war, dass das Zeug natürlich in dem Moment ins Publikum geschossen würde, wenn/falls sie „JA“ sagt. Und was machen Alex und Sascha: Halten die Dinger natürlich direkt auf die soeben frisch Verlobten. Riesiges Konfetti-Chaos auf der Bühne, so ungefähr wie im Schneesturm in Sibirien, eine vor Rührung und Überraschung völlig aufgelöste zukünftige Braut, die sämtliche Interview-Versuche seitens Mirko aufgrund in dieser Situation nicht mehr vorhandenen Sprech-Vermögens leider nicht bedienen konnte (Liebe Lena – geht´s wieder?  Deine besorgte Band…), pfeifendes und brüllendes Publikum, noch wahnsinnigere Band. Herrlich!

 

Nach kurzer Pause ging´s dann mit dem zweiten Set weiter, und selten war das so intensiv wie dieses Jahr bei der Maiwoche. Aufgrund leicht veränderter Bühnenaufstellung war´s für das Publikum in diesem Jahr auch gefühlt ein bisschen enger (oder es war einfach voller, keine Ahnung). Da ging also einfach gar nix mehr, kein Durchkommen, einfach nur tierische Stimmung und Begeisterung. Ich liebe das, wenn dann bei Phil Collins´ „In The Air Tonight“ bei  jenem markanten Schlagzeug-Einsatz ein Raunen durch die Menschenmenge geht, und wenn später bei „Killing In The Name Of“ der ganze Platz hüpft – tierisch!


Also mal ein Dankeschön an alle an diesem Abend anwesenden Party-People, uns hat das wahnsinnig Spaß gemacht, was für ein geiler Abend.

Danke an die Veranstalter, danke an die Technik-Crew vor Ort, und natürlich an alle, die da waren.  Bis demnächst!

 

 

 

 

30.04.2017

Osnabrück, Alando Palais

Tanz in den Mai

Ja was für ein geiler Gig war denn das? Aber der Reihe nach…

Für unseren Bandfrischling Jan war das ja der erste Gig im Osnabrücker Alando Palais. Künstlername übrigens, für alle, die ihn noch nicht so kennen: „Jan The Drum“ (reimt sich so schön). Oder auch: „Der die Becken tötet“. Oder ebenfalls auch: „Der den Song so schnell spielt“  (to be continued…)

 

OK, Scherz beiseite, zurück zum Gig:  Natürlich traf der Verfasser  dieser  Zeilen wie immer als erster am Auftrittsort  ein - warum mache ich das eigentlich, wenn diese Saubande von Band immer zu spät kommt. Aber nicht so Jan, der war nämlich (fast): Pünktlich! Unfassbar! J Und nachdem dann auch der Rest der Gang eingetrudelt war und wir den vor allem bei Olli „Ich schrei halt die Leute an“ Gutsche so beliebten Soundcheck hinter uns hatten (Kommentar eines besorgten Mitgliedes der Alando-Crew: „Ey, Mann, das sind 120 Dezibel!“), konnten wir uns dann gemütlich ins Esstheater (das sehr vorzügliche Alando-Restaurant) zurückziehen und erstmal  Speisen und Getränke genießen.

 

Übrigens ein sehr beliebtes Spiel beim Band-Essen: „Wir hypnotisieren Alex, so dass der die Setliste umschmeißt“. Und das geht so:  „Lass meißeln“- Alex schreibt ja bei uns die Setlisten, bestimmt also, welche Lieder wir so beim Gig spielen - denkt er zumindest. Wenn man direkt sagt, dass irgendwelche Lieder besser aus der Setliste raus sollen, dann wiegelt Alex ab und sagt: „ICH mach die Setliste!“. Funktioniert also nicht. Wenn man allerdings mit neutraler und leicht gelangweilter Stimme sagt, dass irgendein Song vielleicht nicht ganz so zum bevorstehenden Abend passt, und wenn man dann noch zweimal betont, dass das aber auch egal ist, und dass ja schließlich Alex die Setliste schreibt – dann sagt er erst mal gar nix, schreibt wie wild an der Liste rum, und 5 Minuten später ist das Lied dann meist doch nicht mehr drin. Und er sagt: „Jungs, ich hab mir da was überlegt!“ Funktioniert also echt super! Wir werden als Band demnächst auch Kurse in „Manipulation für Fortgeschrittene“ anbieten, immer in der zweiten Setpause im Backstage.

 

Tjaaa, und auch die Alando-Party-Crowd haben wir anscheinend auch ganz gut im Griff gehabt. Wir hatten nämlich vorher gemeinsam (siehe oben) zwei schnelle und rauhe Party-Sets zusammengestellt, und mal die Midtempo-Nummern aus dem Programm gekickt, da wir an diesem Abend sowieso nur zwei lange Sets spielen sollten. Und das hat derart gut funktioniert, so dass dann nach 4 oder 5 Nummern das Publikum aber mal ganz schön krass abgegangen ist, was natürlich die Band auf der Bühne immer weiter angestachelt hat. Ausnahmezustand im Alando, oder so.

 

Und dann kam sie auf die Bühne, die krasse blonde Frau. Rockte erstmal so rum, fing dann an sich mit Olli kleine Gesangbattles zu liefern, und nach ungefähr 33 Sekunden kletterte sie dann auf des armen Ollis Rücken. Der hatte dann ganz gut zu tun, wilde auf seinem Rücken rumkletternde Frau, die ihm ständig irgendwo hinzufallen drohte, gleichzeitig singen und noch die Leute bei Laune halten. Respekt, mein Lieber. Und als dann das Lied zu Ende war, Olli sich und die Dame erfolgreich vor irgendwelchen Knochenbrüchen bewahrt hatte, und schon glaubte, dass diese Episode vorbei wäre – da griff sie sich nochmal das Mikro und deklamierte lauthals, dass ja jetzt wohl  ein Song von „Lady Gaga“ angesagt sei. Lächelndes, freundliches Abwinken bei allen Bandmitgliedern – oder besser bei fast allen Bandmitgliedern. Denn Mirko „Ich spiel einfach alles“ TripHouse drückt auf irgendwelche Tasten, dehnt unter diabolischem Grinsen kurz unter vernehmlichem Knacken seine Pianisten-Goldfingerchen, und fängt an, diesen Intro-Hook von Lady Gagas „Pokerface“ (oder war es ein anderer Song? Ich weiß nicht mehr so genau, ist auch egal…) zu spielen. Muss ich dazusagen: in brachialer Lautstärke, so dass natürlich niemand aus der Band eine Chance hatte, da jetzt nicht mitzuspielen. Ungläubige Gesichter bei allen, krasse Frau greift sich natürlich mit leuchtenden Augen das Mikro aus Ollis Händen – und schon spielt Faders Up Lady Gaga, sogar mit Sängerin. Geil!

Und so ging das irgendwie noch den ganzen Abend weiter, ihr merkt: Wir hatten viel Spass. So, genug jetzt, das Geschreibsel hier ist ja schon ganz schön lang geworden. Wo wir garantiert auch sehr viel Spaß haben werden, ist am Ende dieser Woche auf der Maiwoche in Osnabrück, genauer am Samstag, den 06.05. auf der Bühne Georgstrasse. Unbedingt vorbeikommen, ist einer der tollsten Gigs in der Saison!

Bis dahin also!

 

 

 

 

 

18.02.2017

Scharmede, Schützenhalle

Karnevalsparty

Am Samstag fuhr das Band-Mobil uns nach Scharmede. Und wer sich jetzt fragt, wo Scharmede liegt: bei Salzkotten, so ungefähr zwischen Lippstadt und Paderborn.

 

Um 17.00 Uhr ging es dann los mit Aufbau und Soundcheck, und das ging vor Ort easy von der Hand: gute Technik und gute Betreuung durch den ortsansässigen Technik-Dienstleister, also alles gut. Nach Soundcheck wollten wir uns dann erstmal gemütlich in unseren Backstage zurückziehen. Also mal freundlich die Veranstalter gefragt, wo ebenjener denn sei – erstaunte Gesichter und Stirnrunzeln. Das hatte man vor Ort wohl vergessen. Aber Karnevalisten sind ja flexibel, also wurde nach kurzen Beratungen noch ein Raum gefunden, und wir haben uns da erstmal häuslich niedergelassen. Warum erwähne ich das überhaupt? Nun, dieser unser Backstage erwies sich dann als sehr „speziell“. Es gab da nämlich einen an der Tür montierten geheimen fiesen kleinen Schalter, der immer dann in unserem Raum das Licht ausgeschaltet hat, wenn man die Tür geschlossen hat. Echt jetzt! Und man kann sich ja vorstellen, wie oft irgendjemand im Laufe des Abends mal bei uns vorbeigeschaut hat, und natürlich jedes Mal beim Rausgehen höflichst die Tür hinter sich zugezogen hat – und immer wieder ging  das Licht aus. Aber es wurde noch besser: Selbst wenn man dann erfolgreich die Tür mittels wilder Konstruktionen daran gehindert hatte, ganz zuzufallen, ging trotzdem zwischendurch das Licht aus. Des Rätsels Lösung: Bei bestimmtem Showacts in der Halle wurde das Saal-Licht gelöscht, und man glaubt es kaum, auch damit war das Licht in unserem Backstage gekoppelt. Und irgendwann lagen dann pragmatisch alle verfügbaren Handys auf dem Tisch, und wenn mal wieder das Licht aus ging, aktivierten höchst phlegmatisch und ohne Worte 6 amüsierte Bandmitglieder eben wieder die Handy-Taschenlampen-App.

 

Raus aus dem Backstage, und zurück zur Veranstaltung: Denn in Scharmede gab es mächtig was zu feiern, und zwar die alljährliche Karnevalsparty des ortsansässigen Karnevalvereins Blau-Weiss 1974 e.V. Scharmede. Jetzt sind wir ja nicht unbedingt als spezialisierte Karnevalsband bekannt, aber dennoch: Die Veranstalter hatten uns im letzten Jahr bei unserem Konzert am Strand in Dahme an der Ostsee gesehen, und fanden das so gut, dass wir nun den abendlichen Party-Teil des Scharmeder Karnevals-Event rocken durften. Also erst von 20.00 bis 22.30 Uhr ein wirklich abwechslungsreiches und buntes Karnevals-Programm, mit den üblichen Ein- und Ausmärschen, begleitet von den obligatorischen Karnevals-Marsch-Kapellen, und den Aufwartungen von Prinzenpaar und Jugendprinzenpaar, aber auch ziemlich beeindruckenden sonstigen Showacts: Mit Neonkostümen bekleidete, geheimnisvoll leuchtende Show-Männer, an Pixar-Filme erinnernde runde Phantasiewesen, die über die Bühne wandelten, natürlich auch diverse Tanz- bzw. Showtanzgruppen mit nicht zu unterschätzenden artistischen Spektakeln. Und auch die anwesenden Gäste hatten sich an diesem Abend nun wirklich nicht lumpen lassen, wirklich verrückte und schöne Kostüme, soweit das Auge reichte.

 

Und dann war es soweit, wir waren dran. Jetzt war ja die große Frage, wie denn unser eher nicht so karnevalistisches Rock-Cover-Programm bei den Närrinnen und Narren ankommen würde, und da hatten die Veranstalter mit unserer Verpflichtung offenbar richtig gelegen: Da wurde gleich von Anfang an mitgerockt, was natürlich von der Bühne aus gleich viel lustiger aussieht, wenn das Publikum halt wild kostümiert ist. Und der einzige Moment, an dem es an diesem Party-Abend merklich leerer vor der Bühne wurde, war genau der Zeitpunkt, an dem wir ausnahmsweise einen wirklich ausgemachten Karnevals-Hit gespielt haben! J

Da hatten wir doch extra noch zwei drei Karnevals-Songs mit ins Programm genommen, um halt zumindest ein paar dem Motto des Abends gemäße Hits auf Lager zu haben – völlig überflüssig in Scharmede. Und so gings dann bis spät in die Nacht wild, laut und rockig weiter, bis dann sowohl Band als auch Publikum zufrieden den Heimweg angetreten haben.

 

Schöner Abend hier also, und von hier aus nochmal vielen Dank an die Veranstalter sowie auch an Christian, der unseren Sascha perfekt am Bass vertreten hat.

Bis demnächst!

 

 

 

 

 

28.10.2016

Esens, Marktplatz

Halloween

Da wir an diesem schön „schaurigen“  Tag vor dem Auftritt noch ein wenig bandintern Plaudern und Zeit haben wollten, und weil das Städtchen Esens oben an der Küste bei Wilhelmshaven liegt,  starteten die ersten Gruselkomiker der Gruselband „Vampires Up“   schon um 12.00 Uhr im Sauerland zur Tour ins Ungewisse. Auf dem Weg wurde im finsteren Münster ein weiterer Untoter ins Dark-Mobil geladen, und zwei weitere düstere Unterweltler sollten  in Osnabrück eingesammelt werden. Das stellte sich an diesem Tag allerdings als etwas schwierig dar, denn scheinbar hatten alle möglichen Geschöpfe das exakt gleiche Fahrtziel wie wir, so dass wir ganz profan erstmal mehrere Stunden im Stau standen.

 

Dafür hat uns Esens dann gleich beim Ankommen außerordentlich gut entschädigt: Monster soweit das Auge reichte, die ganze Stadt im Halloween-Style: Wahnsinn, wirklich! Ich hab sowas noch nie gesehen: eine ganze kleine Stadt komplett im Halloween-Gewand, und scheinbar alle machen mit – schier unfassbar. Überall düstere Illumination, sogar die Fenster des altehrwürdigen Rathauses voller Spinnenweben und Schwarzlicht. Und was es da neben uns noch an Programm gab:

Z.B. „The UZZ“, eine Feuershow über mehrere Stockwerke (ich darf zitieren): „Auf einem 4 Meter hohen Bauwerk mit 3 Ebenen bringen sie harmonische Bewegungen, Feuer, Akrobatik und Tanz. Vom intimen Feuer-Tango bis zu funkelnden Wolken, welche den Himmel glühend erscheinen lassen. Riesige Flammen lassen Sie die Hitze auf Ihrem Gesicht spüren. Die UZZ wird dieses Ereignis zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.“

Oder die Flammenlady (wirklich beeindruckend), die schafft „mit Tanz, Theater, Jonglage, Musik, Kostüm und Feuereffekten eine wunderbar mystische Atmosphäre“.

Dann noch eine total geile Idee, sollte man mal auf der nächsten Party nachmachen: Die Spinne! Ein Wesen mit ungefähr 4 Meter Spannweite, und das noch auf Stelzen, sehr artistisch zugleich, da ja noch diverse Werkzeuge wie Giftklauen und Scheren zu koordinieren waren. 

 

Direkt neben der Bühne gab es das Zauberwäldchen zu bestaunen: Unter großem  Blätterdach laufen Besucher über Laub, unsterbliche Gestalten servieren Halloween Spezialitäten.

 

Irgendwann gings dann los mit der Gruselband: Am Bass wäre vorzustellen der Horrormönch, mit dunklem braunen Gewand und diversen Narben im Gesicht. Scheinbar hatte unser Sascha dann doch viel Ähnlichkeit mit Obi Wan Kenobi  (man erinnere sich, der ist ja in einem der letzten Star Wars – Filme ebenfalls gestorben), denn irgendwann tauchte im Publikum Meister Yoda auf, und die Freude des Wiedertreffens war bei beiden Protagonisten derartig hoch, dass kein Zweifel bestehen konnte: Die waren beide echt! Denn Rest des Konzertes hat Sascha dann auch den Bass weggelegt und nur noch mit dem Laser-Schwert gespielt (sehr luftiger und zischender Bass-Sound). Sascha hat dann auch gleich vorgeschlagen, den Band-Namen leicht abzuändern in „Phasers Up“… oder so.

An den Drums an diesem Abend Horror-Doktor Brinkmann, und ich muss schon sagen, lieber Jan, irgendwie war das leicht am Thema vorbei, denn mich hat das eher an Sascha Hehn in seinen jüngeren Jahren erinnert. Du hättest ja zumindest mal das ganze Blut von deinem Stethoskop entfernen können, die Bühne sah hinterher echt nicht so gut aus…

 

In der Mitte vorne an der Bühne der singende Sensenmann Olli, sehr stilsicher, von Anfang an und  das ganze Konzert über: Ist doch schön, wenn an einem Themen-Abend wie diesem nach Grusel-Intro der Sänger in Gestalt von Gevatter Tod als erstes „I´m Still Standing“ intoniert…

Dann an den Tasten des Todes „Mirka Walpurgisnacht“ oder auch „Mirko The Wixxer“, welcher mit seinem Hut auf jeden Fall im Ranking der „originellsten Kopfbedeckung“ die Höchstnote einstreichen durfte, dann  an der 6-saitigen Axt der Horrorkoch, der den ganzen Abend über sein eigenes Süppchen kochte und diverse seltsame Gitarrensoli zusammenbraute, sowie schließlich an den Reglern der Verdammnis Commander Blutmaske, welchem den ganzen Abend lang das Blut übers Gesicht lief.

 

Ihr merkt schon, angesichts dieser überwältigenden Kulisse (und der bisherigen Länge des Textes, soll ja auch nicht zu lang werden hier) gibt’s zum Konzert eigentlich nicht sonderlich viel zu sagen, außer dass wir seeeehr viel Spaß hatten an dem Abend und das Publikum offensichtlich auch. Esens, das war wirklich ein beeindruckender Abend, so viel Verkleidungsaufwand in der ganzen Stadt und so viel Liebe zum Detail hätten wir nicht erwartet – Respekt!

Vielen Dank an dieser Stelle an die Veranstalter und an die örtliche Technikfirma, alles Bestens – bis zum nächsten Mal.

 

 

 

 

24.09.2016

Cloppenburg, City-Fest

Und „schwupps“, da ist die Open-Air-Saison schon fast wieder zu Ende. An diesem wettertechnisch wirklich wunderschönen spätsommerlich warmen Samstag ging die Reise ins schöne Cloppenburg, und wir hatten das Vergnügen, beim dortigen Stadtfest auf der großen Hauptbühne das Abendprogramm bestreiten zu dürfen – unser vorletztes Open-Air dieses Jahr. Normalerweise ist das ja so spät im Jahr eigentlich immer ein Risiko und meistens dann auch sehr kalt, in diesem Jahr aber komischerweise auch im späten September kein Problem.

 

Also bei schönstem Sonnenschein auf die Autobahn, immer geradeaus in die Abendsonne gucken, und sich schon mal auf einen schönen Abend freuen. Vor dem Konzert gibt’s ja dann eigentlich nur noch die Aufgabe, mit dem Auto irgendwie möglichst nah an die Bühne zu kommen – man will die ganzen Instrumente ja schließlich nicht noch hunderte Meter durch die Stadt tragen. Und genau DAS gestaltete sich an diesem Tag als durchaus anspruchsvolle Aufgabe… Wir waren da insgesamt mit drei Autos am Start, und meine Wenigkeit und Tele-Commander Alex steuerten erstmal den Parkplatz an, an dem wir auch im letzten Jahr aufgeschlagen waren. Da wir allerdings dieses Jahr auf der Hauptbühne spielen durften, war das „nicht so ganz der richtige“ Parkplatz, denn die Hauptbühne war dann doch ein ganzes Stück von der alten Bühne entfernt. Also virtuelle Stadtpläne bemüht, und versucht, irgendwie näher an die Bühne zu kommen. Das wär ja eigentlich kein Problem gewesen – wäre nicht die komplette Innenstadt wegen des Volkslaufes abgesperrt gewesen, welcher mitten im Gange war. Wir haben dann tatsächlich eine geschlagene dreiviertel Stunde damit verbracht, immer wieder um die Innenstadt rumzukurven, ohne wirklich zur Bühne zu kommen. Irgendwann sind wir dann frustriert ausgestiegen und einfach mal zu Fuß in die Innenstadt gegangen – und da ergab sich die wirklich sehr absurde Szene, dass aus drei verschiedenen Richtungen drei völlig verpeilte Musiker-Fahrgemeinschafts-Duos zufällig genau in der Mitte der Stadt ineinander laufen. „Ach, ihr auch hier? Und auch nicht besser hinbekommen?“ So mussten wir dann schlicht warten, bis die ganzen Absperrungen des Volkslaufes abgeräumt waren, um dann mitten durch die ziemlich volle Innenstadt im Schneckentempo bis vor die Bühne rollen zu können (meine Nerven!)…

 

Wir haben das zeitlich natürlich locker rausgeholt, in dem wir unseren gefürchteten Turbo-Soundcheck hingelegt haben – und das war so schnell, dass sogar das leider etwas zu früh gelieferte Backstage-Catering noch so gerade warm war. Geht doch!

 

So starteten wir dann pünktlich, und man konnte schon merken, dass die Cloppenburger und Cloppenburgerinnen recht neugierig waren, wer denn da wohl auf der Bühne steht, und was diese lustige Combo da so machen würde. Und da wir uns da selbstverständlich nicht lange bitten lassen wollten, ging es natürlich sofort mit Vollgas los. Unser Barde Olli wollte sich selbstredend der wirklich überbordenden Banddynamik sogleich anpassen, und hat dann sofort im dritten Song kollektiv und lauthals alle Bayern-München-Fußball-Fans beleidigt. Olli fand das witzig. Einige Menschen im Publikum auch. Das mitten im Publikum stehende kleine Bayern-Fangrüppchen allerdings eher nicht. Nicht so wirklich zumindest. Ok, kann man ja auch vorher nicht ahnen, dass tatsächlich mal die seltene Spezies der Bayern-Fans anwesend ist.

 

Also laute Empörung aus dem kleinen Publikumsgrüppchen. Durchaus überraschter Olli. Und wenn man in diesem Moment so auf die Bühne geschaut hat, konnte man „laut grinsende“ Musiker auf der Bühne sehen (also außer Olli, der hatte da gerade mal nicht gegrinst). Zu Ollis Ehrenrettung bleibt hier nur zu sagen, dass diese Episode äußerst charmant zum allgemeinen Wohlgefallen gelöst wurde („Jungs, nächster Song. Jetzt!“), und die versöhnten Bayern-Fans im Verlauf des Konzertes tatsächlich diejenigen waren, die am wildesten mitgefeiert haben. Und die Lehre aus der Geschichte: Es geht doch nichts über die persönliche Ansprache, man muss halt eine Verbindung zum Publikum herstellen, egal wie.

 

Und das hat dann auch den ganzen Abend lang noch hervorragend funktioniert, feiernde und mitsingende Menschen, tolle Stimmung – Paaarty. So soll´s sein. Erwähnen möchte ich hier noch den guten Fabian, der uns an diesem Abend an den Drums ausgeholfen hat, und sichtlich Spaß hatte – wir auch mit dir, Fabian. Vielen Dank auch von dieser Stelle aus an die örtliche Technikfirma (das war alles cool), und natürlich an den Veranstalter, der uns im Nachgang zur Veranstaltung noch eine nette Mail mit schönem Feedback zukommen ließ – wir kommen gerne wieder.

 

Für uns geht’s im nächsten Monat in Esens weiter bei der dortigen Halloween-Party, und man darf jetzt schon auf die Kostümierungen der Musiker gespannt sein. Stay tuned…

 

 

 

 

02.09.2016

Warstein, Montgolfiade

Am Freitag waren wir zu Gast bei der Warsteiner Internationalen Montgolfiade, kurz WIM. Die Veranstaltung ist wirklich beeindruckend, immerhin handelt es sich um das größte jährlich stattfindende Ballonfestival Europas, mit fast 300 teilnehmenden Piloten und Pilotinnen aus 13 Nationen sowie knapp 200 verschiedenen Ballonen. Neben den in Wettfahrten antretenden Ballonen gibt es auch diverse sogenannte „Sonderformen“ zu sehen, also Showballone, etwa ein Ballon in Federball-Form, den Piraten, den dicken Tankwart und andere außergewöhnliche Designs. Die Besucher können zum Teil in den Ballonen mitfahren, oder auch in Luftschiffen oder Hubschraubern über das Gelände fahren und fliegen. Rund um den riesigen Startplatz gibt es noch diverse weitere jahrmarktmäßige Attraktionen, und weiterhin neben VIP- und Piloten-Bereich natürlich auch noch die Party-Area, welche dann unsere abendliche Spielwiese sein sollte.

 

Die Hinfahrt nach Warstein gestaltete sich allerdings für die Münsteraner und Osnabrücker aus der Band stautechnisch ziemlich schwierig, über zwei Stunden von Münster nach Warstein sind schon „ne Ansage“… Und bei solch einer riesigen Veranstaltung dann erstmal mit dem Auto zur Bühne durchzukommen, und dann das Auto auch noch irgendwo halbwegs nah weggeparkt zu bekommen, kann schon mal in ein kleines Abenteuer ausarten. Dank guter Vorbereitung vor Ort wurden wir dann allerdings mit Aufbau und Soundcheck rechtzeitig fertig, so dass wir pünktlich starten konnten.

 

Angesichts der wohl  8000 Party-Gäste, die an diesem Abend in etwa  auf dem Gelände waren, waren wir dann recht gespannt, wie viele sich angesichts der ganzen Outdoor-Attraktionen dann ins Party-Zelt verirren würden. Man hatte uns vorher gesagt, dass bei gutem Wetter anfangs kaum jemand im Zelt sein würde –pah, von wegen!  Minuten nach Spielbeginn kamen die ersten neugierigen Menschen ins Zelt, und Olli hat es dann mit seiner unvergleichlich charmant-chaotischen Art („Äääääääh… Schmitz…. Was spielen wir jetzt?“) sofort geschafft, die Leute bis zur Bühne zu ziehen und das Zelt schnell vollzukriegen. So soll es sein…

 

Nach dem ersten langen Set hatten wir dann Pause, denn draußen ging es weiter mit dem „Night-Glow“ – der Veranstalter übersetzt das in seinem Programm mit „Ballonglühen zur Musik“… Das Konzept hinter der Sache sieht vor, dass auf dem riesigen Startplatz dutzende Ballone am Boden stehen, und die in den Körben stehenden eingewiesenen „Ballon-Lightjockeys“ entlang einer vorher eingeübten Choreographie zur Musik passend die Brenner betätigen – man kann sich das ungefähr aus der Ferne optisch so vorstellen, dass 30 kleine Feuerdrachen Musik hören und dabei kollektiv Feuer spucken. Oder so… Normalerweise findet die ganze Aktion MIT aufgeschnallten Ballonhüllen statt, so dass dann die Ballonhüllen wie überdimensionale Lampions im Takt der Musik aufleuchten – das ging allerdings an dem Abend nicht, weil zu viel Wind vorherrschte. Ich fand die ohne Ballonhüllen in ihrer vollen Höhe sichtbaren Flammen der Brenner allerdings auch so ganz schön beeindruckend – coole Show!

 

Danach gings weiter mit unserem zweiten langen Set, volles Zelt, geniale Stimmung, tanzende Leute – sehr schön! Und obwohl wir es ja mit feierwütigem Sauerländer Publikum im Party-Zelt zu tun hatten, fiel doch angenehm auf, daß die Party-Crowd auch eher „anspruchsvolle“ und nicht so tanzbare Nummern wie „Music“ von John Miles oder „In The Air Tonight“ von Herrn Collins ziemlich abgefeiert haben. Um dann gleich im nächsten Moment zu Rage Aganist the Machine völlig durchzudrehen…

 

Insgesamt ein echt genialer Abend, wir kommen gerne wieder. Vielen Dank an dieser Stelle an die ausführende Technik-Firma vor Ort, natürlich an den Veranstalter und insbesondere an Valerie und die Crew von Hellweg Radio, die uns an diesem Abend eingeladen hatten. Und nicht zu vergessen ein dickes Dankeschön an Jan, der uns an den Drums perfekt ausgeholfen hat.

Bei uns geht’s diesen Monat weiter auf dem Stadtfest in Cloppenburg.

 

 

 

 

31.07.2016

Dahme, Milchbar

Sommerfest

So, jetzt und hier (nach einer kurzen urlaubsbedingten Pause) noch die Fortsetzung unserer lustigen Insel-/Küstentour. Des Künstlers Leben ist ja manchmal hart – und so kam es denn, wie es kommen musste: Am nächsten Morgen ging die Fähre von Juist aufs Festland natürlich schon um 10.00 Uhr, und wenn man erst um 5 im Bett war, ist das doch etwas anstrengend. Während es einige aus der Band bereits um 9.30 Uhr auf eines der Vorschiffe geschafft hatten, ging der Rest dann gegen 9.40 Uhr halbwegs entspannt an der Bühne vorbei Richtung Fähre – und traute den eigenen Augen nicht. Da stand an der Bühne der Anhänger, in dem sich unsere Instrumente befanden. Und der hätte eigentlich schon längst zur Fähre befördert werden sollen. Man kann sich vielleicht unsere Panik vorstellen – denn an diesem schönen Tag fuhr aufgrund der Gezeiten nur noch morgens diese eine Fähre (die Vorschiffe waren ja schon weg). Sollte also der Anhänger mit den Instrumenten nicht innerhalb der nächsten zehn Minuten irgendwie von Zauberhand auf die Fähre gelangen, dann würde der Auftritt abends an der Ostsee in Dahme ausfallen (denn ohne Instrumente kein Konzert). Also die Handys gezückt und versucht, irgendwen zu erreichen, leider nichts. In heller Aufregung das Personal der Frisia-Fährgesellschaft befragt – die wussten leider von nix, denn die Beförderung des Anhängers zum Hafen sei leider nicht deren Aufgabenbereich.

Und dann kam um 10 vor 10 Eddie mit seinem Pferdegespann und Kutsche angetrottet, um den Anhänger doch noch zur Fähre zu ziehen – ich habe mich zur Sicherheit mit auf die Kutsche gesetzt, um zur Not noch reagieren zu können. Um ungefähr drei Minuten vor zehn kamen wir dann am Hafen an, und der Anhänger war dann unter den letzten, die noch auf die Fähre gezogen wurden – puuuuh! 

 

Dahme konnte also kommen. Und nach 5 Stunden relativ ereignisloser Fahrt kamen wir dann mitsamt Instrumenten auch wohlbehalten dort an. Zuerst einchecken im Hotel, dann auf zum Strand. Im Gegensatz zum letzten Jahr fand zum Glück das Konzert in diesem Jahr wieder am Strand statt, direkt vor der „Milchbar“. Die Milchbar ist das direkt an der Strandpromenade gelegene Restaurant / Strandcafe von Michael, der das Sommerfest am Strand veranstaltet. Am Freitag hatte schon ein DJ aufgelegt, am Samstag vor unserem Auftritt war schon eine andere Band da gewesen, und am heutigen Sonntag zum Abschluss dann also unser Gig. Man muss sich das so vorstellen: Die Bühne steht direkt auf dem Strand, relativ nahe an der Wasserkante, die Musiker gucken zum Festland, und das Publikum hat einen herrlichen Blick auf die Bühne, mit Meer und Horizont im Hintergrund. Zudem, wie ich ja bereits im vorigen Bericht anmerken durfte, hat sich ja offensichtlich unser Status von „Regenband“ zu „Sonnenband“ verändert. Also: Angenehme Temperaturen, strahlender Sonnenschein und (für ein Konzert am Strand nicht ganz unwichtig): Windstille.

 

Beste Voraussetzungen also, und so starteten wir dann entspannt und gemütlich nach einem guten Essen um circa 20.00 Uhr ins erste Set. Die Strandpromenade war schon gut gefüllt mit Urlaubern in Feierlaune, und am Strand fanden sich auch schon die ersten neugierigen Gäste direkt vor der Bühne ein. Und dann auf einmal, wie aus dem nichts, stürmten völlig unerwartet circa 200 eher junge Menschen den Platz vor der Bühne. Und zwar so überraschend und so zeitgleich und so schnell, dass das schon fast unheimlich war. Da hatten sich irgendwelche Jugendgruppen vor Ort wohl verabredet, ausgerechnet vor unserer Bühne einen spektakulären „Flashmob“ zu veranstalten. Sehr gelungen, muss ich sagen! So wandelte sich mal eben innerhalb von zehn Sekunden die Atmosphäre von „entspannt loungiger Konzertbeginn“ zu „Rock am Ring abends um 10, mitten im Mosh-Pit“. Herrlich! Lange nicht einen so verrückten Konzertbeginn erlebt. In mitten dieser wildgewordenen Crowd tat sich ein junger Mensch dann doch besonders hervor, und zwar durch eine Art weißen Umhang mit aufgemaltem runden gelblichen Kreis. Und bekam natürlich zum großen Gelächter aller Anwesenden von Olli sofort den Namen „Spiegelei“ verpasst. So hatte die Band gleich den richtigen Ansprechpartner innerhalb des Flashmobs gefunden - und wenn Olli dann z.B. gefragt hat: „Hey Spiegelei, kann die Crowd jetzt mal bitte linksrum springen“, dann hat Spiegelei das tatsächlich organisiert bekommen. Also von hier aus: Dank an Mister Spiegelei samt Flashmob – komm(t) unbedingt nächstes Jahr wieder!

 

Und auch der Rest des Abends war einfach nur schön, tolles Konzert mit feiernden Menschen, schönem Sonnenuntergang und einfach herrlicher Urlaubsstimmung. Wir haben nach dem Konzert noch lange neben der Bühne am Strand gesessen, tatsächlich einige Bekannte getroffen und viele neue Leute kennengelernt. Auch hier in Dahme scheint es sich so zu entwickeln, dass Leute gezielt zum Konzert kommen, die uns von den Auftritten der Vorjahre kennen. Schön! Und auch in Dahme war es dann (wie auf Juist) so, dass wir erfreulicherweise gleich den Gig im nächsten Jahr verbindlich festmachen konnten. Danke an Michael und sein Team (und an die netten Mitarbeiterinnen, die noch lange mit uns am Strand gesessen haben), wir freuen uns auf das Konzert im nächsten Jahr.

 

Bei uns geht es in diesem Monat weiter mit einem Auftritt bei einer privaten Geburtstagsfeier, und Anfang September dann in Warstein bei der Montgolfiade. Bis zum nächsten Konzert!

 

 

 

 

30.07.2016

Juist, Kurplatz

Zuerst einmal: Ich schreibe dies hier mit einem leichten Pfeifen in den Ohren – was daran liegt, dass wir ja auch unbedingt auf der heutigen Rückfahrt von/aus Dahme einen Mitschnitt unseres gestrigen Konzertes bei voller Lautstärke im Bulli von vorne bis hinten durchhören mussten… und auch gar nicht mittendrin aufhören konnten, so euphorisiert wie wir nach diesem langen Wochenende nun einmal waren. Doch zurück an den Anfang unser diesjährigen Küsten-Tour!

 

Am Freitag letzter Woche hieß es dann für alle: Früh aufstehen… Denn leider lagen in diesem Jahr die Fährzeiten so ungünstig, dass wir am Auftrittstag gar nicht pünktlich auf die Insel gekommen wären, und an diesem Vortag (Freitag) auch nur zu wirklich ungemütlich früher Stunde (Abfahrtszeit der Fähre: 7:30 Uhr, und um 6:30 mussten wir da sein, um die Instrumente abzuliefern und umzuladen).  Bei mir gings dann um  01.30 Uhr in der Nacht los, schlafen vorher hatte sich also nicht wirklich gelohnt, und dann auf nach Osnabrück, um dort alle Instrumente und Bandmitglieder in einen Bulli zu packen. Das hat dann auch so gerade funktioniert (der Bulli war doch ganz schön klein), aber als das dann um 3.30 Uhr geschafft war, ging es sofort los (und zur Belohnung gab’s das erste Kaltgetränk). Um 5.38 Uhr waren wir dann in Emden, dort sollte es beim örtlichen McDoof nach zwei Stunden anstrengender Fahrt erstmals Frühstück geben. Doch große Enttäuschung dann unsererseits: „Frühstück erst in 18 Minuten“. Auf dem Parkplatz dort haben wir dann gleich die ersten Bekannten getroffen, die auf dem Weg in den Urlaub auf Juist waren und natürlich auch zu unserem Konzert kommen wollten -  Gruß an Familie H.! Da wir ja nun mal eine Fähre zu erwischen hatten, gings also leider ohne Frühstück weiter. Und da  dann auch das nächste Etablissement der gleichen Kette kein Frühstück für uns hatte, haben wir dann halt am Fähranleger ein Jever getrunken – auch irgendwie nahrhaft.

 

Nach relativ unspektakulären 90 Minuten Überfahrt kamen wir dann hundemüde auf Juist an.  Und lest mal die letzten Tourberichte, ich hatte ja irgendwo das Wort „Regenband“ in den Mund genommen – schon in der letzten halben Stunde der Überfahrt fing es an zu schütten, und als wir dann von der Fähre mussten und unsere Koffer aus den Gepäckwagen geholt haben, waren wir innerhalb von fünf Minuten bis auf die Knochen nass. Also so richtig nass! Na super… Also auf den Weg ins Hotel gemacht – und da waren natürlich die Zimmer noch nicht fertig neu gemacht. Also irgendwo notdürftig umgezogen, und dann endlich endlich Frühstücken! Zum Glück hatte wenigstens das „Kompass“ schon geöffnet…

 

Nach einem verdienten Mittagsschlaf gings dann nachmittags weiter, kurz zum Strand, und dann wollten wir eigentlich nur Zwischenstopp im Glas-Rondell der „Hohe Düne“ - Schirmbar machen, bevor wir uns um 19.00 Uhr im Restaurant „zweiter Aufschlag“ einfinden wollten. Nur, als wir da so saßen und aufs Meer schauten, fings wieder erbarmungslos an zu schütten – und wir mussten dann tatsächlich von 17.00 bis 20.00 Uhr da ausharren, bis der Regen vorbei war und wir trockenen Leibes endlich zum Tennisclub-Restaurant aufbrechen konnten. Warum eigentlich Tennisclub-Restaurant? Wir waren da zufällig letztes Jahr am Off-Day nach dem Auftritt, und das Essen und die Stimmung  waren unerwartet gut. Ach, was sag ich: sensationell! Ihr solltet da wirklich mal die Pizza „Sami“ probieren: Mit Schafskäse, Honig und Datteln – sensationell! Und vor allem: Chef Ercan ist ein unfassbar witziger Zeitgenosse und vor allem die größte Quasselstrippe, die mir auf diesem Planeten untergekommen ist. Wir wissen jetzt genau Bescheid, wie und warum es zum Putsch in der Türkei gekommen ist, und was das Ganze weltpolitisch zu bedeuten hat – und außerdem, was gerade der „heisseste Sch…“ auf Juist ist! Seeeehr informativ, und äußerst witzig! Außerdem schleppt Ercan immer sein Mini-I-Pad direkt am Mann mit sich rum, mit dem er die Musik in seinem Restaurant fernsteuern kann. Und dann gibt’s je nach Gast, mit dem er gerade quatscht, so ne Art personalisierte Musik-Playlist. Der Mann schaut dir tief in die Augen, und dann spielt er: DEIN LIED! Wahnsinn, Ercan, du hättest „Musik-Flüsterer“ werden sollen…

 

Ich muss das Ganze hier etwas abkürzen, sonst schreibe ich noch stundenlang weiter. Die weiteren Ereignisse, Highlights und natürlich auch die kleinen Reinfälle des Abends in Kurzform: Auch wenn man schon halb betrunken ist, sollte man keine „Pizza Funghi ohne Pilze bitte“ bestellen, weil die Servicekraft dann doch sehr sparsam guckt; man sollte unbedingt nach der vierten Lokalität dann auch noch die fünfte aufsuchen, weil man ja den Hals nicht voll bekommt, und dann danach(!) im Café del Mar noch unbedingt ein GinTonic-Tasting veranstalten. Und obwohl sich dann einige irgendwann um 4 verabschieden, muss dann der Rest natürlich noch in die „Welle“, weil dort ja noch irgendwas passieren könnte, was man ansonsten ja vielleicht verpassen könnte. Ich war mir jedenfalls nicht sicher, ob es einige aus der Band schaffen würden, am kommenden Abend pünktlich zum Auftritt wieder bei sich und halbwegs fit zu sein.

 

Und genau da springe ich jetzt mal hin: Denn am nächsten Tag war das Wetter wie ausgewechselt, und wir konnten bei herrlichstem Sonnenschein und Windstille einen entspannten Soundcheck machen. Von wegen: Regenband – Paah! Der Fluch ist gebrochen – Sonnenband! Aber sowas von! Um 18.00 Uhr startete die mittlerweile traditionell vor unserem Auftritt stattfindende „Kinderkaraoke“, mein Highlight dieses Jahr: Da kommt ein 8jähriges Mädchen auf die Bühne, und singt mal eben fehlerfrei „Diamonds“ von Rihanna. Krass!

Dann um 20.00 Uhr Showtime, und das ging sofort gut los. Kein Wunder, die Leute haben Urlaub, die Sonne scheint, der Platz ist voll. Insbesondere das zweite Set war dieses Jahr wirklich außergewöhnlich grandios, ich muss  feststellen, dass das Konzert  in diesem Jahr extrem gut ankam (wir freuen uns, hier und jetzt schon verkünden zu können, dass wir den nächsten Gig auf Juist im Jahr 2017 am 29.07.2017 verbindlich festmachen konnten – wir freuen uns sehr!). Springende und klatschende Menschen, glückliche Band auf der Bühne – so soll es sein. Erwähnenswert vielleicht noch, dass in der Pause derart viele Autogrammkarten gezeichnet werden mussten, dass wir etwas verspätet ins zweite Set gestartet sind. Das war auch der Grund, warum wir „Wester-/Töwerland“ nicht mehr spielen konnten – pure Zeitnot (ich erwähne das hier nur, weil wir da noch oft drauf angesprochen wurden, und offensichtlich einige nicht mitbekommen haben, dass Olli und Mirko das dann noch als unplugged-Version mitten im Publikum zum Besten gegeben haben). Also, wirklich ein tolles Konzert, definitiv ein Highlight des Jahres! Auch bandintern hatten wir lange nicht mehr so viel Spaß wie in diesem Jahr – das „läuft“ gerade einfach. Einziger Wehrmutstropfen: Unser Drummer Marius konnte wegen Krankheit leider nicht dabei sein – Marius, wir haben dich sehr vermisst! Einen herzlichen Dank von dieser Stelle aus natürlich an Phil, der Marius sehr gut vertreten hat.

 

Der Abend endete dann, wie in den letzten Jahren auch, in der „Welle“: Lest meinen Bericht von letztem Jahr, denn in der Welle gibt es extrem gute Musik, teilweise erstaunliche Überschwemmungen, einen wirklich tiefenentspannten Inhaber und einen für uns reservierten gemütlichen Tisch, an dem sehr gut „sein“ kann. Und vielleicht bei  jemandem, den man schon etwas länger oberflächlich kennt, auf einmal eine im positiven Sinne „freakige“ Seite entdeckt, die man auch selbst sehr schätzt (Grüße an C. und Familie). Es ist wirklich schön, mittlerweile so viele Leute auf Juist zu kennen, sowohl die, die immer wieder (und gerne) zu unseren Auftritten kommen und ihren Urlaub passend legen, als auch die, die auf Juist leben – hier muss ich noch den lieben Friedrich erwähnen, seines Zeichens Inselmaler und Künstler. Friedrich, schön, dass du dabei warst, und wie immer Danke für den Support und gute Gespräche. Last but not least natürlich noch dicksten Dank an das „Team von der Insel“, namentlich Thomas Vodde und Anette Steinkrauß, für die Einladung und die wie immer perfekte logistische Abwicklung des diesjährigen Juist-Abenteuers.

 

Stay tuned! Teil 2 (Auftritt in Dahme) folgt demnächst…

 

 

 

 

14.07.2016, Arnsberg

Donnerstags "LIVE"

Open-Air in Arnsberg
Vor einigen Jahren hatten wir mal in Arnsberg das Open-Air-Fest oben auf der Burgruine gespielt, in diesem Jahr stand die Bühne unten an der Promenade nahe der örtlichen Festhalle. Wirklich ein sehr schöner Veranstaltungsort, halbrunder mit Rasen bedeckter Platz, im Hintergrund die Halle, und vor dieser noch eine große ebenfalls halbrunde Terrasse, auf der sich die Menschen an Tischen niederlassen konnten, die vielleicht nicht den ganzen Abend vor der Bühne herumhüpfen wollten.
So ging das Ganze also recht gut und entspannt los, schönstes Wetter, vor Ort eine angemessene Bühne sowie ein freundlicher Technik-Dienstleister samt amtlicher Technik. Also zuerst Soundcheck gemacht, um dann erstmal in Ruhe vor dem Auftritt das örtliche „Catering“ auszuprobieren.
Pünktlich um 7 gings dann los, und wir waren natürlich sehr gespannt, wie schnell wir es schaffen würden, die Sauerländer vor Ort aus ihrer sprichwörtlichen „Reserviertheit“ locken zu können – und da muss ich ja mal den Olli loben: Obwohl das mit der Stimme in der ersten halben Stunde ja angesichts einer leichten Erkältung schon nicht ganz so einfach war, fluppte das mit der Moderation und der „audience participation“ dafür geradezu sensationell schnell. Da standen sie auf einmal vor der Bühne, die Arnsberger und Arnsbergerinnen, und haben von Anfang an mitgesungen und den ganzen Quatsch mitgemacht, den Olli sich da spontan so ausgedacht hat. Vielen Dank auch an die drei Frauen von Stehtisch 12 (der ungefähr 20 Meter vor der Bühne, leicht nach rechts versetzt): Ihr habt ja nicht nur gute Miene zum gemeinen Spiel gemacht, sondern ihr habt es tatsächlich versucht, zu dritt lauter als die restlichen anwesenden tausend Leute zu singen – Respekt dafür! Wirklich jetzt!  
Aufmerksame Leser der letzten Tourberichte ahnen vielleicht schon, was auch jetzt wieder folgen muss: Wir sind ja in dieser Saison leider auch irgendwie die Band mit Regen-Garantie. Und so kam es wie es kommen musste, im dritten Set fing es dann an zu schütten, doch die Arnsberger haben da mit typischer sauerländischer Sturheit die richtige Antwort gefunden: Man bleibt halt da. So wurde es dann sowohl unter den Bierständen und ums Mischpultzelt herum grenzwertig voll, wie das dann halt so ist. Aber diesmal gabs eine Neuerung: Einige weibliche Konzertbesucherinnen hatten sich diesmal als eher aktiven Regenunterschlupf ausgerechnet die Bühne ausgesucht, und die Band hat da zugegebenermaßen den entscheidenden Augenblick zu spät realisiert, was da folgen würde. Denn sind erstmal zwei Personen auf der Bühne, kommen garantiert noch zwanzig mehr dazu. So konnte man also plötzlich nicht wenige wild tanzende Menschen auf der Bühne entdecken, und leicht verwunderte und doch sichtlich amüsierte Musiker, die bei dem ganzen freundlichen Chaos noch irgendwie versucht haben, die Fassung zu bewahren und weiterzuspielen. Am Mischpult natürlich meinerseits und von Seiten der anwesenden Technik-Kollegen erbarmungsloses hämisches Grinsen, auf der Bühne teilweise hilflose Blicke nach vorne.
Und irgendwie drängte sie sich langsam aber sicher auf, die Assoziation, langsam aber mit aller Macht, und irgendwann lag sie dann offen vor aller Augen: Was da gerade auf der Bühne zu sehen war, war ganz klar öffentliche Tanzstunde aus den 80ern und 90ern, nur halt mit Bandbegleitung. Da das auch irgendwann alle auf der Bühne verstanden hatten, war auch gar nicht mehr daran zu denken, die Situation zu ändern, und so gab’s halt den Rest des Abends „Konzert für Publikum-Auf-Bühne“. Hab ich so vorher noch nicht gesehen, könnte aber eventuell in Zukunft der Renner werden. Vielleicht sollte man das von vorneherein so planen, einfach immer doppelt oder dreifach große Bühnen bauen, auf denen gleich das ganze Publikum Platz hätte – das würde auch die am Anfang dieses Berichtes beschriebene erste Phase der Annäherung zwischen Band und Publikum bedeutend erleichtern.
Ihr merkt schon, wir hatten seeeehr viel Spaß an diesem Abend, und Arnsberg:  Unter diesen Umständen kommen wir gerne wieder im nächsten Jahr. Und um das hier noch mal öffentlich kund zu tun: Ja, wir hatten natürlich vor, zum Schluss für euch das „Sauerland-Lied“ zu spielen – leider stand aber dann um zwanzig nach zehn eine besorgte Veranstalterin an der Bühne, die sich fragte warum wir denn nicht wie vereinbart um zehn aufgehört hätten – leider hatten wir im Gegensatz dazu in unseren Unterlagen die Info stehen, dass wir bis halb elf spielen sollten. Tja, sowas passiert leider, aber das ganz große Finale war dann angesichts dieses Missverständnisses leider nicht mehr realisierbar. Im nächsten Jahr dann gerne!
Wir freuen uns jetzt auf unsere Inseltour am Ende dieses Monats – Juist und Dahme, wir kommen!

 


04.06.2016, Altena

Open Air

Wir hatten die letzten Jahre gar nicht so oft im Sauerland gespielt, in diesem Jahr dafür gleich zweimal kurz hintereinander. An diesem sonnigen Tag schlugen wir also nachmittags im schönen Altena auf – der Platz, auf dem das Ganze stattfand, lag malerisch zwischen „historischer“ Altstadt auf der einen Seite und steil aufragender Fels-/Bergfront mitsamt davor verlaufendem kleinem Fluss auf der anderen Seite. Direkt hinter der Bühne befindet sich die Stadtbibliothek, und dort wurde uns ein schöner Backstageraum zur Verfügung gestellt. Das hat vor allem Olli begeistert, dazu später mehr.

 

Zuerst stand der „Altenaer Volkslauf“ auf dem Programm, da sind dann von der Bühne startend wahre Menschenmassen das Flussufer entlang hin- und her gejoggt, was bei den sommerlichen Temperaturen wohl ganz schön anstrengend war. Direkt danach trat dann das Vorprogramm auf, in Form eines zum I-Pad singenden Kollegen, der die Menschen auf dem Platz schon mal in Stimmung brachte. Als der Kollege es tatsächlich fertigbrachte, einen „Modern Talking“-Song anzustimmen, war ich ja erst skeptisch – aber Respekt, das Publikum fands super, und gut performt war das auch.

 

Dann war es so weit, Showtime. Und wie das so ist mit den Klischees, von der oft kolportierten anfänglichen Zurückhaltung des typischen Sauerländers war nichts zu bemerken, im Gegenteil: Altena wollte feiern. So gings gut los und auch gut weiter- schönstes Wetter, feiernde Menschen, tolle Stimmung. Was will man mehr! Doch dann plötzlich, ohne Ankündigung, hört die Band auf einmal auf zu spielen, der Veranstalter steht an der Bühne, aufgeregtes Palaver mit der Band. Es hatte wohl einen Anruf der Feuerwehr gegeben, dass ein Unwetter im Anmarsch sei – was angesichts des hochsommerlich schönen Tages niemand so richtig glauben konnte. Doch (wie sich im Nachhinein rausstellte: glücklicherweise) wurden trotzdem sofort Maßnahmen ergriffen: Der komplette Platz musste geräumt werden, und das funktionierte gerade noch rechtzeitig, denn keine 5 Minuten später blitzte und donnerte es mit infernalischer Intensität, und der ganze Platz stand innerhalb von Minuten vollständig unter Wasser. Feuerwehr und Polizei waren da auch schon vor Ort, und die geschätzten 1000 Leute wurden kurzerhand in eine nahegelegene Tiefgarage verfrachtet. 

 

Wir haben uns schnell in unseren Backstage in der ja zum Glück sicheren Stadtbibliothek zurückgezogen, und harrten der Dinge, die da noch kommen würden. Und während also draußen gerade die Welt untergeht, steht er da auf einmal mit feuchten Augen, unser Olli, mitten in der Bibliothek, und hält eine Musikkassette in der Hand bzw. hoch in die Luft, und berichtet freudestrahlend: „Jungs, unglaublich, das ist sie!“ Verständnisloses Schulterzucken bei der Restband… Olli weiter: „Die Erstausgabe von TKKG! Und auch noch die erste Folge! Der Begleiter meiner Kindheit! Ein historisches Stück! Wahnsinn! Die muss ich hier ausleihen!“

So schnell, wie das Unwetter gekommen war, so schnell beruhigte sich das Ganze dann zum Glück auch wieder, und was keiner für möglich gehalten hatte: Das Konzert konnte tatsächlich noch fortgesetzt werden. Also Leute wieder raus aus der Tiefgarage, zurück auf den Platz, und weiter gings!

Wir haben uns dann auch nicht lange bitten lassen, und haben einfach ne Stunde drangehängt, so dass der Abend zwar spät, aber dafür umso lustiger wurde. Und auch mit klatschnassen Klamotten kann man augenscheinlich noch lange und gut feiern…

 

 

 

 

24.05.2016

Osnabrück, Maiwoche

Neumarkt

Und da war es wieder so weit: Maaaaiiiiwoche! Yeah! Wie immer einer der Höhepunkte der Saison, dementsprechend ist die Vorfreude natürlich riesig. Spannend bei so einem großen Open-Air-Konzert ist selbstverständlich die Wettersituation. Ich könnte hier fast den Tourbericht vom letzten Jahr zitieren, denn auch damals war die Vorhersage nun wirklich nicht so prickelnd. Aber auch wie im letzten Jahr dann diesmal leichter Regen beim Soundcheck, und pünktlich zum Konzert trocken – sehr schön. So wars dann gleich zu Konzertbeginn gut voll auf dem Platz, und wir konnten mit dem richtigen Open-Air-Feeling beginnen.

 

Noch was zur Location: Jetzt stand unsere Bühne ja die letzten tausend Jahre auf der Georgstrasse – und genau da stand sie dieses Jahr nicht. Ich habs nicht so genau mitbekommen, aber dort wird irgendwie der Fluss umgebaut - und so musste unsere Bühne halt auf den Neumarkt umziehen. Und gefühlt war das auch nicht so viel anders (wenn auch ungewohnt). Lustig auf jeden Fall, dass circa 30 Meter neben der Bühne ständig irgendein Bus entlang fuhr – und Olli hat´s ja immerhin hinbekommen, dass er während des Konzertes von der Bühne aus übers Mikro eine lustige Unterhaltung mit einem Busfahrer gestartet hat – und der saß dabei IN seinem Bus… mitsingen wollte der aber dann doch nicht.

 

Dafür aber definitiv das werte Publikum, denn von Anfang an funktionierte das mit der „Audience Participation“ an diesem Abend gaaaanz hervorragend J Ihr könnt euch das dann demnächst auf unserer Page anhören und anschauen – wir haben mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut und tonnenweise Zeug angeschleppt, um eine fette Aufnahme des Abends realisieren zu können; und davon werden wir demnächst immer mal wieder einige Häppchen auf die Page stellen. Und vielleicht hört ihr euch da ja sogar selbst mitträllern, wenn ihr denn da wart an dem Abend.

 

Man glaubt es kaum, aber wir hatten ja tatsächlich in der ersten Jahreshälfte richtig wahnsinnig unglaublich krass viel geprobt. Also wirklich jetzt. Neue Songs und so. Die Band war sich vor der Saison allerdings nicht so ganz im Klaren darüber, ob wir denn z.B. tatsächlich mal einen Beatles-Song spielen sollten. „Drive My Car“ findet natürlich der liebe Alex so richtig cool, weil das selbstredend voll ist mit allerlei oldschooligen Gitarrenriffs. Und was soll ich sagen, den Leuten scheints gefallen zu haben, ich habe diverse Luftgitarrenspieler vor der Bühne gesehen. Vielleicht sollten wir nächstes Jahr ein paar aufblasbare Plastikgitarren verteilen. Und „Shut Up And Dance With Me“ war spätestens dann echt angesagt – sehr schön.

 

Heimlicher Höhepunkt an diesem Abend auf jeden Fall „In The Air Tonight“ – wie da immer alle auf dieses „Phil-Collins-Tom-Fill“ warten, und dann tatsächlich „Luftschlagzeug“ spielen – herrlich! Und bei „Killing In The Name Of“ hab ich mir tatsächlich Sorgen gemacht, dass die pogende „Wacken-Clique“ vor der Bühne sich ernsthaft verletzen könnte. Vielleicht sollten wir zukünftig jedes Mal vor diesem Lied von der Bühne aus 2 Tonnen Schlamm verspritzen – das wäre dann zwar schmutzig und sicherlich lustig, täte aber zumindest nicht weh, wenn man sich da mal auf die Nase legt.

Zum Schluss noch mal einen herzlichen Dank an die Veranstalter, man kann das gar nicht oft genug sagen, wie cool und wichtig das ist, jedes Jahr über eine Woche lang so eine fette Open-Air –Bühne mit diversen richtig guten Bands an den Start zu bringen, und das umsonst und draußen. Vielen Dank auch an die Technik-Crew vor Ort, wunderbar! 

Und für die, die nicht da waren, schaut mal auf unserer Page vorbei, da gibt’s Fotos und bald auch bewegte Bilder.

 

 

 

 

30.04.2016

Osnabrück, Alando Palais

Tanz in den Mai

 

Wie auch in den letzten Jahren durften wir zum Tanz in den Mai wieder im Alando Palais in Osnabrück die Mai-Party rocken. Das Wetter an diesem Abend ließ ja nichts Gutes für Outdoor-Veranstaltungen ahnen, so dass wir sehr froh um einen trockenen und warmen Auftrittsort waren.

Also erst mal in Ruhe soundchecken und die vor Ort vorhandene Technik zum Mitspielen überreden, was sich an diesem Abend als recht spannend herausstellen sollte…

 

Nach dem Soundcheck ging es dann ins „Esstheater“  (das im Alando Palais beheimatete und wirklich sehr gute Restaurant), und da durfte die Band dann das wohl beste Steak des Universums  genießen – spontaner Beifall, als der Küchenchef nach dem Essen persönlich vorbeischaute. Wirklich ganz großes kulinarisches Kino, und das, obwohl das Esstheater an dem Abend eigentlich gar nicht geöffnet hatte und mal eben spontan für die Band die Pfannen und Töpfe angeheizt wurden.

 

Um knapp 23.00 Uhr gings dann los, oder besser: Es sollte losgehen… Der DJ kündigt die Band an, der Drummer zählt ein, und: Nichts. Einfach nichts aus den Boxen. Ein leicht überraschtes  Publikum, eine leicht verwunderte Band, hektische technische Mitarbeiter.  Da hatte sich das lustige Digitalmischpult spontan wohl überlegt, nicht mehr mitspielen zu wollen. Aber auch das haben wir dann mittels erweiterten IT-Kenntnissen noch hinbekommen, so dass es mit leichter Verzögerung dann losgehen konnte. Und schon das erste Set ging gut nach vorne, Tanzfläche gefüllt, gute Laune bei der Party-Crowd.

 

Und dann kam das zweite Set, und sowas habe ich bei noch keinem unserer ja mittlerweile wirklich zahlreichen Auftritte im Alando-Palais schon mal erlebt. Irgendwie schien die Songauswahl im zweiten Set haargenau zu passen, irgendwie schien die Stimmung der Leute (warum auch immer) genau in diesem Zeitraum überzukochen, und irgendwie hatte die Band da auch schlicht „einen Lauf“: Tumultartige Szenen auf der Tanzfläche, springende Menschen, Barhocker, die nicht mehr als Sitzmöbel, sondern vielmehr als eine Art Party-Fahne dienten und dementsprechend durch die Luft gewirbelt wurden, und wildes Crowd-Surfing. Jetzt wirklich: Crowd-Surfing im Alando! Geilo!  Man bedenke, dass das Alando ja schließlich immer noch und vor allem eine sehr gepflegte und noble Disco zum entspannten Tanzen ist – und eigentlich nicht der Austragungsort von „Rock am Ring meets Wacken Open-Air“.  Oder so…

Sehr verehrtes Publikum – ich bin begeistert! Respekt! Was war das denn? J

Tja, und nach so einem Set kann dann ja auch nix mehr schief gehen, beste Laune bei der Band, ein schönes (wieder etwas „entspannteres“) drittes Set, zum Schluss noch das eine oder andere Kaltgetränk;  und tief in der Nacht ging es dann mit einem Grinsen im Gesicht zufrieden nach Hause.

 

Ich darf hier zum Abschluss dieses Tourberichtes dann selbstverständlich noch auf unser Konzert anlässlich der Maiwoche in Osnabrück hinweisen: Am 20.05.2016 ist es wieder so weit, diesmal steht die große Bühne nicht an der Georgstrasse, sondern am Neumarkt. Wir freuen uns auf euch!

 

 

 

 

Münster, Bürgerhaus Kinderhaus

Covernight

Am Samstag war es dann wieder so weit: Die alljährliche Covernight in Münster fand dieses Jahr zum 10ten Mal statt, also schon ein stattliches Jubiläum. Dazu muss man den Veranstaltern  einfach mal dick gratulieren – denn wo gibt’s das sonst in dieser Form:  Zwei richtig gute Coverbands (und als Opening-Act noch ein Akustik-Duo)  auf einer Bühne, die im Wechsel den ganzen Abend spielen und dem Publikum eine fette Show bieten. Wir spielen da mittlerweile seit einigen Jahren und freuen uns immer wieder über die Einladung.

 

Im letzten Jahr stand ja leider das Bürgerhaus Kinderhaus (in dem die Veranstaltung immer stattfindet) wegen des Jahrhundert-Hochwassers in Münster komplett unter Wasser, zum Glück sind mittlerweile die Sanierungsarbeiten so weit fortgeschritten, dass zumindest der Großteil des Gebäudes wieder nutzbar ist.

 

So gings dann nachmittags los mit dem Soundcheck; und während die Kollegen von „Undercover“ noch ihre letzten Feinheiten justierten, haben wir schon mal die Instrumente auf die Bühne gebaut  und diverse Kabel gezogen. Nachdem dann die „Gremlins“ vertrieben waren, die sich an diesem Tage boshafter Weise ausgerechnet in der uns zur Verfügung gestellten Technik eingenistet hatten, ging auch das einigermaßen fluffig von der Hand – der Abend und die Show konnten also beginnen. Schöne Anekdote noch vom Soundcheck: Unser Gitarrenschlumpf Alex auf die Frage, ob er denn zum Sound checken mal kurz nicht nur was Verzerrtes, sondern auch etwas „Cleanes“ spielen könne: „Nö, clean kann ich heute nich…“

 

So gegen 20.00 Uhr füllte sich das Bürgerhaus dann so langsam, und Paul und Danny von „McCarthy und Koch“ hatten die Ehre, den Abend zu eröffnen mit wirklich gut gemachter Acoustic-Covermusik - Respekt, die Herren. Nach der dann obligatorischen Jubiläumsansprache durch den Veranstalter übernahmen die Kollegen und die Kollegin von Undercover, die sich an diesem Abend zur Verstärkung noch einen kleinen Bläsersatz auf die Bühne geholt hatten – das war bei einigen Nummern ne wirklich tolle Bereicherung. Nach circa einer Stunde übernahmen wir dann die Bühne, und diese Übergabe (für alle, die die Covernight nicht kennen) ist auf dieser Veranstaltung immer etwas Besonderes: Während die eine Band noch spielt, kommt Zug um Zug ein Musiker der anderen Band auf die Bühne, und ersetzt quasi den Musiker der gerade spielenden Band. So wird also mitten im laufenden Song sukzessive die Band Stück für Stück ausgetauscht, so dass zu Ende des Songs dann auf einmal die andere Band komplett übernommen hat und den Song zu Ende spielt – sehr lustige Geschichte, und das Publikum findet das jedes Mal richtig gut.

 

Da unser Sänger-Barde Olli leider erneut  an einer höchst ansteckenden Form des gemeinen Fußpilzes litt und daher diesen Abend nicht mit uns bestreiten konnte, hatten wir uns als Aushilfe den guten Jörg „Sylvester Marius“ Appelt eingeladen, der uns nicht zum ersten Mal seine Gesangskünste zur Verfügung gestellt hat – und der Jörg hat das richtig gut gemacht. Vom gesanglichen Typ her eine exquisite Rock-Röhre, kam das im Kontrast zum vielleicht etwas mehr Top-40-mässigen Programm von „Undercover“ richtig gut.  Zusätzlich hatten wir uns zur weiteren Erbauung des Publikums als Gast noch den guten Patrick „die Gazelle“ Geschke eingeladen, seines Zeichens kein unbekannter Sänger in der Szene, um auch programmtechnisch noch ein wenig für Abwechslung zu sorgen. Und auch an dich, Patrick, von dieser Stelle aus den besten Dank – genau wie Jörg hast du da ne richtig fette Vorstellung abgeliefert. Und besonders gefreut hat uns natürlich, dass unser frisch in den Ruhestand übergetretener Ex-Drummer Phil „Bo“ Borg-Man auch auf einmal vor der Bühne stand, und dann natürlich auch noch bei einer Nummer mitgespielt hat. Sehr viel Abwechslung also an diesem Abend, was der ganzen Sache durchaus gut tat. Abwechslungsreich ging es dann auch in anderer Hinsicht weiter:

Zwischendurch dann nämlich Herz-Schmerz, oder in diesem Fall eher geglücktes Herzklopfen: Da hatten sich doch vor Jahren zwei Turteltäubchen ausgerechnet auf der Covernight verliebt, und daher ließ es sich der Herr des „Duos“ nicht nehmen, seiner Angebeteten ausgerechnet an diesem Abend und an diesem Ort auf der Bühne einen Heiratsantrag zu machen… Die ersten 5 Sätze der „Ansprache“ ihres Zukünftigen hat die Dame lustigerweise gar nicht mitbekommen, so dass sie erst von diversen umstehenden Personen (die natürlich alle vorher Bescheid wussten) darauf hingewiesen werden musste, dass da jemand auf der Bühne etwas über sie erzählt – erste Reaktion von ihr: „Was macht der da bloß?“ Zum Glück für ihn hat sie dann „JA“  gesagt…

Nach dem ersten Set dann noch mal Alex: „Puh, ich hab das Gefühl, dass mich das Bier ganz schön austrocknet!“ Darauf Sascha, ohne mit der Wimper zu zucken: „Ja, man muss da halt ganz schön viel von trinken, damit das nicht passiert…“ Und obwohl das Publikum bei dieser Veranstaltung ja sechs Stunden non stop Musik auf die Ohren bekommt, konnte man gerade in unserem zweiten Set nochmal extatische Begeisterung im Publikum vermerken – Respekt, so lange tanzen und mitgehen ist schon nicht „ohne“.

 

Zum großen Finale kam dann „Undercover“ nochmal zu uns auf die Bühne, und es wurden mit allen Beteiligten noch drei Nummern gemeinsam gespielt. Dabei platzte die Bühne dann wirklich aus allen Nähten, und auch akustisch ist das ein besonderes Erlebnis, wenn zwei komplette Bandbesetzungen (plus zusätzlichen zwei  Leuten des Akustik-Duos) alle und alles gleichzeitig spielen. Und auch Gastgeber Thorsten wurde dann zum letzten Song auf die Bühne gezerrt und musste mitsingen, was er zu meiner Verwunderung sogar durchaus anständig gelöst hat. Thorsten, ich sehe eine Zukunft in einem Schlager-Duo für dich, und habe sogar schon eine Idee für die zweite Person! J Richtig gute Veranstaltung also, wir hatten eine Menge Spaß.

 

Wir von Faders Up! wünschen Euch allen ein schönes Restjahr – wir sehen uns 2016 auf einer Bühne in Eurer Nähe. Mehr dann demnächst von dieser Stelle!

 

 

 

 

28.11.2015

Osnabrück, Alando Palais

Lila-Weiße-Nacht

Gute Laune hatte er, unser Matze, seines Zeichens Stadionsprecher des VfL Osnabrück, hatte doch der VfL an diesem kalten Novembertag zuvor im heimischen Stadion mit 2:0 gewonnen  - beste Voraussetzungen also für eine gute Party am Abend nach dem Spiel.

 

Denn wie in den letzten Jahren auch fand wieder die Lila-Weiße Nacht im Alando-Palais statt – die Party mit der Mannschaft, den Trainern und den Verantwortlichen des VfL Osnabrück, natürlich für und vor allem auch mit den Fans des Vereins. Und auch in diesem Jahr hatte der VfL also das Spiel vor der Party gewonnen, und wie ich hinterher erfahren durfte, war das wohl noch nie anders – eigentlich eine unglaubliche Serie! Der logische Schluss daraus kann ja eigentlich nur sein, dass man ab sofort nach jedem Heimspiel diese Veranstaltung zusammen mit uns als Partyband auf der Bühne feiern sollte – so würde das dann garantiert was werden mit dem Aufstieg, nicht wahr? „A little party never killed nobody“ (zum Glück auch diesmal nicht, doch dazu später…)

Für uns als fleißige Band ging dieser Tag allerdings erstaunlich früh los: Schon um 13.00 Uhr fanden wir uns im Alando ein, um nach Aufbau und Soundcheck noch ein wenig zu proben. Denn unsere „Neuerwerbung“  Marius bedient ab sofort ja bei uns das Schlagwerk, und wir hatten extrem Spaß daran, mit neuem „Input“ von der Drum-Fraktion nochmal Teile des Programms durchzuspielen. Das hat schon extremst gut gerockt, und mit der Aussicht auf ein leckeres Essen danach konnte eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

Traditionell wird der Abend dann eröffnet von Matze und Carsten, den Stadionsprechern, und die gesamte Mannschaft sowie Trainer und Verantwortliche finden sich dazu auf der Bühne ein – und die ist dann so dicht gepackt voll, dass jedes Mal die Frage ist, ob die Instrumente der Band das wohl ohne größere Schäden überleben würden.

 

Tradition ist weiterhin, dass die Neuzugänge der Mannschaft dann vor Publikum jeweils eine kleine Showtanzeinlage abliefern müssen, was natürlich die Fans vor der Bühne besonders amüsiert. Ich finde ja, man hätte die einzelnen Spieler ruhig dazu anhalten können, doch jeweils ein wenig länger ihre Tanz-Moves zu präsentieren – die müssen ja schließlich alle irgendwann mal richtig ins kalte Wasser geschmissen werden, um ihre Bühnenangst zu verlieren. Und ne bessere Gelegenheit, als das vor den eigenen Fans zu machen, kann man ja eigentlich nicht bekommen.

Irgendwann kommt dann zum Höhepunkt der Geschichte der Zeitpunkt, zu dem die Spieler auf der Bühne und natürlich das ganze Alando aus vollem Hals die VfL-Hymne schmettern, und wir als Band performen das natürlich entsprechend. Dazu muss mal gesagt werden, dass die zu diesem Zeitpunkt dann in die Luft geschossene Konfetti-Masse scheinbar jedes Jahr exponentiell zunimmt – trotz massiver Schutzmaßnahmen und Abdeckungen über den empfindlichen Instrumenten war es dieses Jahr dann nötig, das lustige Zeug hinterher mit Schaufeln von der Bühne wegzubefördern – Respekt, das war scheinbar die „Konfetti-Kanone 2.0“ … herrliches Bild, hektische Musiker, die versuchen, irgendwie im Konfetti-Regen noch halbwegs ihre Saiten oder Tasten überhaupt sehen zu können… Und bei jedem Schlag mit den Drumsticks auf ein Becken fliegt eine Schicht Konfetti in die Höhe – geil! J

Und die VfL-Hymne war dann auch die erste Bewährungsprobe für unsere Neuerwerbung Marius, und was soll ich sagen: Er macht das so dermaßen gut, dass alleine das schon ausgereicht hat, um so richtig Spaß zu kriegen an diesem Abend. „Lass meißeln!“, sagt der Alex dann immer. Und auch sonst lief das musikalisch und partytechnisch richtig gut, tanzende und feiernde Fans, die gleich von Anfang an mächtig abgingen - so soll das sein.

Im zweiten Set dann eine heikle Situation: Jemandem aus dem Publikum, der sich oben auf der Empore aufhielt, ging es wohl ziemlich schlecht, und der dann eintreffende Notarzt brauchte für die Erstversorgung schlicht und einfach Ruhe. Da wurde also die Band mitten im Song gestoppt, und die Lautsprecher ausgedreht – und das muss dem Publikum, welches ja nichts von dem Zwischenfall weiß, erstmal in Ruhe erklärt werden. Also bloß keine Panik erzeugen, gerade nach den fürchterlichen Szenen von Paris keine leichte Aufgabe. Aber auch das hat gut funktioniert, nach einer viertel Stunde Pause ging es dann auch dem „Patienten“ wieder halbwegs gut, so dass die Party relativ reibunglos weiter gehen konnte.

 

Gegen 3.30 ging dann auch dieser schöne Abend für uns zu Ende, vielen Dank nochmal an Matze, den VfL Osnabrück und natürlich das Alando – perfekte Gastgeber, wie immer, und geniale Party!

Kleiner Ausblick in die Zukunft: Wir sehen uns hoffentlich am 12. Dezember in Münster, dort gibt es die Jubiläumsausgabe der Münsteraner Covernight zu erleben –  wir spielen da zusammen mit den Kollegen der Band „Undercover“, und als besonderes Highlight wird es  fließende Übergänge zwischen den Bands und als großes Finale ein paar Songs mit allen Akteuren auf der Bühne geben – nicht verpassen!

 

 

 

 

26.09.2015

Cloppenburg, Stadtfest

Was für ein grandioser Spätsommertag war das am Samstag, und noch grandioser ist natürlich, an so einem Tag mit den „Faders“ zum (leider) letzten Open-Air der Saison zu fahren. Die Reise ging nach Cloppenburg zum dortigen Stadtfest, wir hatten uns im Vorfeld sehr darauf gefreut, weil wir noch nie dort gespielt hatten. Gerade auf neuem Territorium, wo man als Band ja eher unbekannt ist und noch keine große Fangemeinde hat, ist es ja umso spannender, wie die Leute auf die Show reagieren würden.

 

Bei Ankunft durften wir zuerst einmal den örtlichen City-Lauf bestaunen, dessen Strecke direkt vor unserer Bühne entlang verlief, so dass an Aufbauen und Soundcheck zuerst nicht zu denken war. War aber auch nicht schlimm, wie gesagt, sehr schöner sonniger Tag, und erstmal mit einem Kaltgetränk in der Hand in Ruhe den sich quälenden und schwitzenden Läufern und Läuferinnen zugucken, die immer wieder im Kreis an unserer Bühne vorbeirannten. Irgendwann waren dann auch mal alle im Ziel angekommen, so dass es mit Aufbau und Soundcheck losgehen konnte. Letzterer gestaltete sich relativ problemlos, alles fit mit der Technik vor Ort.

 

Im Gegensatz zu manch anderer Veranstaltung war dann vor Ort für ein richtig gutes Essen gesorgt worden, wir durften im Foyer der Stadthalle quasi direkt neben der Küche an eigens aufgebauten Tischen Platz nehmen, und wurden dann von el Cheffe dort höchstpersönlich verköstigt. „Wie bei Muttern!“, hat Sascha desöfteren gesagt… Und el Cheffe hat es sich dann nach dem Essen nicht nehmen lassen, uns mit Zigarillo im Mundwinkel diverse Witze aus dem Themenfeld „Kulinarisches“ zu erzählen – da ging es um Tütensuppen im Himmel, Schlachtfeste in der Hölle und um diverse kleine weitere Dinge, die ich hier aus verschiedenen Gründen nicht weiter ausführen will.

Nach dem Essen ging es dann in den Backstage, und auch hier erwartete uns nur Gutes: Zuerst mal ein Heizgerät, so dass den empfindlichen Musikerfingerchen auf keinen Fall kalt werden konnte, dann frischer Kaffee, wirklich alle Sorten Schokoriegel, die man sich so vorstellen kann, ein großer Korb mit Obst und natürlich verschiedenste handverlesene Getränkevariationen – SO soll das sein! Herrlich!

 

Und angesichts derartiger guter „Vorarbeit“ lag es dann nur noch an uns, jetzt auch noch das anwesende Publikum adäquat zu bespaßen. Und das ging auch gleich gut los, drei Songs, und der Platz vor der Bühne war schon gut gefüllt. Cloppenburg hatte anscheinend Lust auf Live-Musik, wir definitiv auch. Jetzt muss man ja hier erwähnen, dass wir an diesem Abend nicht in gewohnter Besetzung unterwegs waren: Unser Keyboard-Schlumpf Mirko hatte sich leider eine Ohrläppchen-Prellung zugezogen, unser Barde Olli litt an einer besonders seltenen Form der Nasenspitzen-Pusteln, und so mussten beide leider den Abend zu Hause ans Bett gefesselt verbringen. Mirko wurde an diesem Abend vertreten von Daniel, seines Zeichens Keyboarder der  geschätzten Kollegen von der „VIP Entertainment-Band“ aus Münster, und Olli wurde vertreten von Jörg, Sänger einer famosen Kapelle aus Hagen (deren Namen mir leider gerade entfallen ist). Und wenn man mit zwei Kollegen spielt, die halt nicht immer dabei sind, kann es schon mal die eine oder andere Überraschung geben. Und die präsentierte uns der gute Daniel dann auch gleich im ersten Set: Jörg erzählte dem Publikum gerade, dass wir jetzt alle gemeinsam in den Urlaub an den Strand zum Leuchtturm fahren würden (der geneigte Faders Up – Fan weiß jetzt natürlich, dass „Leuchtturm“ von Nena kommen sollte), und Daniel drückte schon die ersten Tasten an seiner „Farfisa-Orgel“ – plötzliches pures Entsetzen bei Phil, Sascha und Alex… und allen war dann klar, dass wohl das Keyboard von Daniel irgendeine Fehlfunktion haben müsse, und sein Keyboardspiel leider leider mal eben locker flockig 5 Halbtöne zu hoch wiedergibt. Während Bass und Gitarre ja noch die Möglichkeit haben, halt andere Akkorde zu spielen, wird das für einen Sänger natürlich schwierig, mal eben einen Song in viel zu hoher Tonlage zu singen. Also kurze Blicke zwischen allen ausgetauscht, kurzes Nicken, und: Durchziehen! So hat Jörg es dann tatsächlich geschafft, den Song bis zum Ende durchzusingen – und ich hab noch nie ne derart „hohe“ Version des Songs gehört… Hysterisches Gelächter dann auf der Bühne am Ende des Songs, einige verwirrte Gesichter im Publikum, aber auch einige, die geschnallt hatten, was da passiert war, und das mit dickem Beifall honoriert haben. Tja, that´s live…

Obwohl es dann abends schon relativ „frisch“ wurde, tat das der Stimmung keinen Abbruch, die Leute sind tapfer da geblieben, und zwischendurch war es tatsächlich so voll, dass es richtig schwierig wurde, in der Setpause von der Bühne aus zum Backstage durchzukommen. Alles in allem ein richtig schöner Abend, hat sehr viel Spaß gemacht.

 

Ein dickes Lob von dieser Stelle aus nochmal an die Veranstalter (danke Eva!): Wir hatten den ganzen Abend über das Gefühl, dass man sich sehr gut um uns kümmert, und wir kommen gerne wieder.

Bis demnächst!

 

 

 

 

05.09.2015

Osnabrück, Lotter-Straßen-Fest

So wie im letzten Jahr auch hatten wir die Ehre, am Samstag auf der Hauptbühne des Lotter Straßenfestes aufzutreten. Man muss ja sagen, dass sich das Fest in den letzten Jahren sehr zum Positiven entwickelt hat, mit mehreren Bühnen und großem Engagement der an der Lotter Straße vertretenen Geschäftsleute.

Auch auf „unserer“ Hauptbühne konnte man an diesem Wochenende drei Tage lang ein buntes und breit aufgestelltes Programm erleben, von der Tanzvorführung über die edle Modenschau bis hin zum abendlichen Musikhappening.

 

So weit, so gut. Als nicht ganz so gut entpuppte sich dann die Situation direkt vor unserem Auftritt, da die bühnentechnische Vorbereitung durch das örtliche Technikunternehmen vielleicht doch nicht so ganz dem entsprach, wie es vorher angedacht gewesen war - aber egal, Schwamm drüber... So starteten wir dann zwar eine halbe Stunde später als geplant, das hat aber letztlich das schon vor der Bühne wartende Publikum auch nicht mehr groß gestört. Denn das Wichtigste war dann zum Glück doch vor Ort realisiert worden: Man hatte den Regen ausgeschaltet, und zum Glück tauchte jener dann auch bis auf ein zwei kurze Mini-Schauer den ganzen Abend lang nicht mehr in Erscheinung.

 

Der Platz vor der Bühne war etwas erhöht aufgebaut, denn man hatte im kompletten Publikumsbereich Holzboden verlegt. Da die Bühne auch etwas größer ausgefallen war als im Vorjahr, war der Publikumsbereich für die Menge der anwesenden Gäste sogar fast zu klein – das hatte aber den unschätzbaren Vorteil, dass es vor der Bühne eben gerappelt voll war, und alle irgendwie versucht haben, noch auf den Platz zu kommen. So als wollte niemand etwas verpassen... Und dementsprechend gut war die Stimmung, nach wenigen Songs schon hatten die Leute spürbar Spaß. Ist schon cool, wenn gleich beim ersten „Mitsing-Part“ (welcher ja sonst als erste geschmeidige Kontaktaufnahme zum noch trägen Publikum gedacht ist) der ganze Platz mitmacht. Und weil das dann so gut rüber- und zurückkam, haben wir aus den geplanten drei Sets mit zwei Pausen spontan mal zwei längere Sets mit nur einer Pause gemacht – es geht ja nix über ne richtige Konzert-Atmosphäre.

 

Auch an diesem Abend hatten wir wieder musikalische Gäste: Zuerst enterte jemand die Bühne, den ich nicht kannte, und der hieß „Gitarrensolo“. Dieser „Gitarrensolo“ spielte dann auf einmal mitten im ersten Set schon infernalisch los, so dass nicht nur ich, sondern auch mindestens die Hälfte der Band und des Publikums aus ungläubigem Staunen nur schwerlich wieder herausfanden. Und auch im zweiten Set rockte dieser Typ wieder die Bühne, und hielt dabei das Gitarrengerät sogar zeitweise hinter dem Rücken, als gäbe es kein Morgen mehr. Mir wurde dann hinterher gesagt, dass das einfach nur eine der vielen Persönlichkeits-Abspaltungen unseres lieben Alex gewesen sei, aber ich war mir da nicht so sicher. Vielleicht hat er ja einen Klon? Hat auf jeden Fall sehr gerockt.

 

Dann enterte unser langjähriger Freund Werner Borgmann die Bühne, und gab „You can leave your hat on“ des leider zu früh von uns gegangenen Joe Cocker zum Besten. Und wenn dann die erste Gesangs-Zeile kommt, geht da immer ein ungläubiges Raunen durchs Publikum – klingt ja tatsächlich auch so, als wäre Herr Cocker höchstpersönlich anwesend. Werner, 100 Punkte!

So näherte sich dann irgendwann leider auch dieser wirklich gelungene Abend seinem Ende. Wir hätten sehr gerne noch viel länger weitergespielt, und selbst nach der zweiten Zugabe hatte das Publikum noch vehement weitere Zugaben gefordert - doch irgendwann muss ja dann auch mal

Schluss sein, und es macht zum Wohle der Anwohner ja auch Sinn, dass der Veranstalter dann irgendwann auch mal virtuell „den Stecker zieht“.

 

In diesem Sinne, vielen vielen Dank an das an diesem Abend wirklich fantastische Publikum, und ebenso an die Veranstalter und alle, die zur Ausrichtung des Festes beigetragen haben.

Bei uns geht’s weiter am 26.09. auf dem Stadtfest in Cloppenburg – man sieht sich!

 

 

 

 

15.08.2015

Aurich, Stadtfest

Die Vorfreude war groß. Schließlich hatten wir glaube ich vorher noch nie in Aurich gespielt, und das dortige Stadtfest versprach im Vorfeld doch einiges. Man feierte in Aurich nämlich das 40te Jubiläum des Events. Dementsprechend fett gestaltete sich die Situation vor Ort­: auf dem Hauptplatz der Innenstadt gleich zwei riesige Bühnen, in Laufweite entfernt, und noch weitere Bühnen im naheliegenden  Innenstadtbereich.

 

Doch erstmal die Hinfahrt: Ich hatte die Ehre, von Commander Mirko höchstpersönlich in seinem neuen Space Shuttle zum Gig gefahren zu werden, was sich dementsprechend sehr komfortabel gestaltete. 50km vor Aurich allerdings fand scheinbar ein Angriff von einem fernen Planeten auf unser Raumschiff in Form von Regen-Laserbeschuss statt, und wir dachten schon, dass wohl die Tage der Erde gezählt und diese sich jeden Moment in einen einzigen Ozean verwandeln würde, in dem alles untergehen sollte. Zum Glück wurden in Mirkos Schiff serienmäßig bereits die neuesten Kraftfelder sowie die Unterwasser-Sonderausstattung installiert, so dass wir dem Weltuntergang gerade noch mal schwimmend entkommen konnten.

 

Vor Ort in Aurich regnete es dann zwar immer noch, doch wir waren einhellig der Meinung, dass der Gig zumindest stattfinden könne. Vor uns spielte dann noch eine Punk-Band, was ich persönlich richtig gut fand, mit wild im Regen vor der Bühne „pogender“ bunter Punk-Fangemeinde.

 

Das Besondere an diesem Abend war weiterhin sicherlich, dass wir uns die Bühne mit einer anderen Band teilen durften: Zack Zillis heißen die Kollegen, und vorweg sei gesagt, dass die auch eine wirklich gute Show geboten haben – von dieser Stelle aus einen Gruß an die Kapelle, auch weil sich die Zusammenarbeit dann problemlos und entspannt gestaltete.

 

Der Plan war also, das Publikum immer abwechselnd mit Live-Musik zu versorgen, und zwar durchgehend von 20.00 Uhr bis 02.00 Uhr. Und um das anfängliche Thema dieses Berichtes nochmal aufzugreifen: Die fremde außerirdische Macht hatte dann irgendwann ihr Pulver verschossen, so dass keine Regen mehr übrig war, stattdessen so was ähnliches wie gutes Wetter. Nachdem die Kollegen von „Zack Zillis“ dann das erste Set vorgelegt hatten, ging es für uns los, und das richtig gut, da die Leute vor der Bühne ja bereits auf Betriebstemperatur waren und sich nicht lange bitten ließen.

 

Während die Kollegen von der anderen Band ein wenig mehr die „Pop-Medley-Schiene“ gefahren sind, gab es bei uns an diesem Abend eher rock´n´roll mässig was auf die Ohren, was nicht zuletzt daran lag, dass der gute Jörg unseren Olli als Sänger vertreten hat (Olli hatte sich leider eine besonders seltene und medizinisch noch nicht beherrschbare Form des gemeinen schweren Fußpilzes zugezogen und konnte an dem Abend dementsprechend nicht am Start sein). Und der Jörg hat stimmlich eine krasse Rock-Röhre am Start, was gerade im Wechsel mit der anderen Band gut ankam. Lieber Jörg, das war doch mal eine gute „Vertretung“,  vielen Dank dafür.

Das mit der Rock-Röhre hat natürlich den Alex angetörnt, und ich habe mich (wirklich!) sehr gefreut, endlich wieder das berüchtigte „Ich-Hör-Nie-Wieder-Auf-Zu-Spielen-Solo“ von Alex anhören und anschauen zu dürfen – das Besondere dabei ist , dass Alex während des größten Teils des Solos dabei die Gitarre hinter dem Rücken hängen hat. Commander Schmitz, ich weiß zwar nicht wie du das machst, cool war’s allemal. Eigentlich hättest du dir einen Platz verdient auf Zappas "Shut Up and Play Your Guitar - a 3 album set with all live solos that will tear your face off!!!” – aber was rede ich, die Zeit ist ja lange vorbei…

 

Viel gibt’s da nicht mehr zu sagen, außer den obligatorischen „Thank Yous“: Zu erwähnen sei die örtliche Technikfirma (alles amtlich und vor allem entspannt), dann wie schon erwähnt Dank dem guten Jörg,  der anderen Band, sowie explizit den Veranstaltern für einen angesichts der ja recht „großen“ Dimensionen perfekt organisierten Gig.

 

Und dann kam ja noch die Rückfahrt: Gute 200km bis Osnabrück, und dann nochmal 50 nach Münster – aber zum Glück ließ sich Mirkos interstellarer Kreuzer problemlos auf Autopilot schalten, so dass wir uns ums Fahren nicht kümmern mussten, und stattdessen im Holo-Deck ausgewählte Szenen diverser „ganz netter“ Musikfilme dargeboten bekamen. In etwa so:

"Was ist denn aus dem Bluesmobil geworden?" -  "Bluesmobil? Hab ich verkauft!" -  "Wie, du hast das Bluesmobil verkauft und dir davon so ein Schrottding gekauft?" - "Ich habe ja nicht nur das Auto gekauft!“ -  "Was hast du denn noch gekauft?" - "Ein Mikrophon!" -  „Aaah, na dann...!"

 

 

 

 

26.07.2015

Dahme, Strandparty

Off-Day auf Juist

 

Wir hatten es dann in diesem Jahr endlich mal geschafft, uns auf Juist einen Off-Day zu organisieren, so dass man am Morgen nach dem Auftritt ausnahmsweise mal nicht zu frühester Stunde aus dem Bett und zur Fähre musste. Das mit dem Ausschlafen hatte sich dann allerdings recht schnell erledigt: Deutlich zu früh klopfte es dann an meiner Zimmertür, man wollte wohl putzen. Überflüssig zu erwähnen, dass es diese Schildchen mit "Nicht stören", die es ansonsten in allen Hotels dieser Welt gibt, ausgerechnet in meinem Hotel nicht gab. Waren wohl gerade aus... Also leicht angesäuert zum Frühstück, wo unglaublicherweise schon Chief Engineer Sascha saß und mich mit den Worten begrüsste: "Bei dir etwa auch...?"

Nach dem Frühstück raus aus dem Hotel, und mal schauen, was so passieren würde. Nach zwei Minuten liefen mir Fähnrich Olli und Counsellor Schmitz über den Weg, die mir gleich erzählten, dass die Reinigungskraft in ihrem Hotel viel zu früh an die Tür geklopft hätte. Ach nee... Nun ja, die Hotel-Infrastruktur auf Juist scheint nicht auf Musiker eingestellt zu sein - wir üben das dann in den nächsten Jahren zusammen.

Counsellor Schmitz, der übrigens Sternzeichen "Weisser Hai" ist, musste dann sofort schwimmen gehen. Und was soll ich sagen, er war der einzige von den 1000 Leuten am Strand, den anderen wars zu kalt. Ausserdem hatte Alex natürlich keine Badehose dabei, dafür die stylischste Männerunterhose des ganzen Universums. Folgerichtig bildete sich eine kleine Menschentraube, die diesem Ereignis beiwohnen wollte, und irgendein kleiner Junge fragte seine Mutter: "Duhuuu, Mama, ist der Mann da irgendwie verrückt?" Ja, besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken, und genau deshalb mussten wir dann sofort ein Radler trinken gehen in der Strandhalle. Der Rest des Tages gestaltete sich recht entspannt, wir haben noch Inselmaler Friedrich in seinem Atelier besucht, und haben dann noch die beste Pizza der Insel gegessen (Dattel, Schafskäse, Honig). Letzte Anlaufstelle dann noch der Kürbis (das ist da wo die Lampen Seegang haben), und dann früh ins Bett, denn die Fähre am anderen Morgen sollte um 7.45 Uhr ablegen.

 

 

Tourbericht Dahme

Hier also weiter mit dem dritten Teil der Inseltour. Irgendwie ist es ja schon recht aufwendig, von der Nordseeküste erst wieder zurück bis quasi fast nach Bremen zu fahren, um dann wieder nach Norden an die Ostseeküste zu düsen. Aber auch das haben wir gut hinbekommen und waren dann um 16.00 Uhr an der Küste in Dahme. Die Ostsee bzw. Dahme ist im direkten Vergleich schon ein anderer "Schnack"als Juist und die Nordsee, aber weder besser oder schlechter, sondern einfach anders: Strände etwas weniger tief, dafür halt keine Dünen und die Strandpromenade samt Gastronomie dementsprechend näher dran - hat was! So gabs dann direkt nach der Ankunft ein feines Kaltgetränk wenige Meter vom Strand entfernt, quasi direkt am Wasser - sehr schön!

 

In den letzten Jahren hatten wir hier in Dahme das Konzert immer direkt am Strand gespielt, in diesem Jahr wollte wohl die Stadtverwaltung oder sonstwer das aus irgendwelchen Gründen nicht, und das Fest fand 50 Meter landeinwärts vom Wasser auf einem wirklich schönen, für kulturelle Veranstaltungen vorgesehenen Platz statt. Das war auch wirklich schnuckelig, aber halt nicht ganz so "nah dran" wie früher direkt an der Strandpromenade am Wasser, und durchaus weitläufiger. So mussten wir die Menschen erstmal hin zu diesem Ort bekommen, da das Laufpublikum halt fehlte, und so war das erste Set schon ein Stückchen "Arbeit". Als sich der Platz dann aber zu etwas späterer Stunde merklich füllte, war alles gut, und wir hatten es mit einer dann doch deutlichst feierwütigen Menge zu tun, der es auch nichts auszumachen schien, daß Oli völlig verpeilt ausgerechnet hier an der Ostsee fragte, wer denn schonmal Urlaub an der Nordsee gemacht hätte. Aber auch das tat dem Spass keinen Abbruch, man merkt das ja schon, wenn die Leute Urlaub haben und dementsprechend ohne Grenzen feiern können und wollen. So hätten wir dann ohne Probleme noch die dritte und vierte Zugabe spielen können, habens dann aber auch gut sein lassen - man will ja dem Veranstalter keinen Ärger mit den städtischen Autoritäten einbrocken.

Zu guter Letzt gebührt ebendiesem, dem Veranstalter  nämlich, unser aufrichtiger Dank. Lieber Michael von der Milchbar, und liebes Team von der Milchbar Dahme, es gehört ne Menge Mut und nicht zuletzt ordentliche finanzielle Hybris dazu, so ein Fest zu organisieren, ausgerechnet auch dann noch, wenn einem der Veranstaltungsort direkt vor der eigenen Gastronomie genommen und woanders hin verlegt wird - wir hoffen und glauben, dass sich das auch für euch gelohnt hat und ihr ähnlich viel Spass hattet wie wir. Die Resonanz nach dem Konzert jedenfalls lässt keinen anderen Schluss zu, wir hatten diverse ernstzunehmende Anfragen für weitere Konzerte an der Küste. Vielen Dank also von uns, wir sehen uns im nächsten Jahr.

 

 

 

 

24.07.2015

Juist, Inselparty

Auf Juist zu spielen ist natürlich ein Höhepunkt der Saison, bedeutet aber eigentlich immer massiven Schlafentzug. 6 Uhr aufstehen, ab nach Osnabrück, da dann die Instrumente in den Bulli (fahren wir eigentlich mit dem Bulli?). Damit das mit der Logistik zeitlich überhaupt funktioniert, wurden extra für Instrumente und Band Plätze auf der Frachtfähre gechartert, die ein paar Stunden vor der eigentlichen Personenfähre in See sticht.

Also ab in den Bulli, und los. Stunden später im Hafen von Norddeich hieß es dann: Nö, der Anhänger mit den Instrumenten kann erst heute Abend auf die Insel. Da hat dann erstmal Commander Schmitz die richtigen Worte gefunden, und dann lief das auch. Hier in Norddeich trafen wir auf DJ Matze, seines Zeichens Stadionsprecher beim Vfl Osnabrück und mittlerweile treuer Weggefährte der Band, der uns wie im letzten Jahr begleitete und auf Juist die ehrenwerte Aufgabe übernehmen würde, vor unserem Auftritt das jüngere Publikum bei der "Kinderkaraoke" zu bespassen.

 

In der Frachtfähre sitzt man dann in der „Lounge“ (weil ist ja keine Personenfähre), also ein kleiner Raum, der maximal 10 Personen fasst – das ist richtig kuschelig. Etwas ungemütlich dagegen wurde einigen Bandmitgliedern, als die Fähre zwischendurch mal locker auf dem Meeresboden aufgesetzt hat, und der Monster-Schiffsdiesel dann unter infernalischer Geräuschkulisse die tonnenschwere Fähre wieder vom Meeresboden gekratzt hat – beeindruckend.

 

Auf Juist dann zuerst das alljährliche Ritual: Kurz ins Hotel, Gepäck abgeben, und dann sofort ins Baumanns und mit allen einen Proseco trinken (der ist auf Juist richtig günstig, ich glaube so 7 Euro für ein 0,1l Glas.) Urlaub halt... Dann beschwingt ab zum Soundcheck, und kurz danach Kinderkaraoke. Auffällig in diesem Jahr, dass so viele Kinder und junge Erwachsene mitgemacht haben, die auf Juist leben - Heimspiel mit echten Insulanern also. Dabei auch echte Highlights, z.B. eine junge Dame, die gleich drei Nummern aus Michael Jacksons Album "Thriller" gesungen hat.

 

Wie immer hat DJ Matze die Kinderkaraoke souverän gemeistert - wären da nicht diese rätselhaften Konzentrationsschwierigkeiten bei ihm aufgetaucht. Jedenfalls lag ich in diesem Jahr relativ früh zum ersten Mal lachend hinterm Mischpult, als eine resolute circa 8jährige junge Dame vor Publikum über ihr Mikrofon den sprachlosen Matze fragte, wo er denn seinen Kopf hätte - sie hätte ihm schon 3 Mal erklärt, wie sie heisse und wo sie herkomme, und sie würde das garantiert nicht nochmal tun. Chapeau!

 

Ebenfalls bemerkenswert und erwähnenswert erschien mir der Inselbesucher, der um circa 6 Uhr während der Kinderkaraoke zu mir geschwankt kam und mir freundlich erklärte, dass die Band bitte pünktlich anzufangen hätte, denn er hätte aktuell bereits seinen Tagespegel erreicht und könne nicht mehr garantieren, dass er bis Mitternacht durchhalte. Nun ja. Was es nicht alles gibt im Urlaub :-).

 

Endlich war es dann so weit, und es ging los. Wenn man noch nicht auf Juist dabei war, kann man sich vielleicht nicht vorstellen, wie das bei einem FadersUp - Konzert auf Juist läuft. Weil wir eben schon so lange Jahre dort spielen, und uns deshalb so viele aus dem Publikum kennen, ist da eigentlich vom ersten Song an der "Wille zur Party" deutlichst spürbar. Was soll ich sagen - ist einfach toll, vor diesem Publikum zu spielen, die "Crowd" ist halt sofort am Start.

 

Commander Schmitz, der bei uns die Aufgabe hat, die Setlisten des Abends und damit die Reihenfolge  der Songs für das Konzert zu gestalten, teilte der Restband schon auf der Fähre begeistert mit, dass er sich ein neues Konzept für die Erstellung eben jener Listen überlegt hätte: Er würde das vor Ort auf Juist, erst kurz vor dem Konzert, machen. Denn die direkte Anwesenheit am Auftrittsort, ja, das unmittelbare "Flair" der Situation vor Ort würde ihm quasi wie von selbst den passenden Aufbau der Setliste zuflüstern. Zitat Alex: "Geilo, das ist so frisch, das so zu machen".

 

Jaja. Dem geneigten Leser und der geneigten Leserin wird vielleicht schon dämmern, was den restlichen 5 Bandmitgliedern sofort klar war: Schmitzi hatte es halt einfach verpennt und nicht auf die Kette bekommen, die Listen zu schreiben. Warum erwähne ich das hier? Nun, diese "frische" Aktion hatte dann später zur Folge, dass ich das zweite Mal an diesem Abend strampelnd vor Lachen hinterm Mischpult lag. Da ja keiner auf der Bühne eine Setliste hatte, und daher eigentlich nie so richtig klar war, was als nächstes gespielt werden würde, fragte halt irgendwann nach Ende eines Songs Mirko die anderen auf der Bühne, was denn als nächstes Lied kommen würde - und quer über die Bühne wurden drei leider völlig verschiedene Antworten  gebrüllt :-) Und noch besser, die vierte Person auf der Bühne fing dann an, die ersten Chords des nächsten Songs zu spielen, und zwar die Chords eines Songs, der natürlich nicht bei den Antworten dabei gewesen war. Herrlich! Soooo frisch! :-)

 

Und dann kam es, wie es kommen musste - es fing an zu regnen. War zwar schon zu erwarten gewesen, aber trotzdem doof. Doch wundersamerweise blieben zwei Drittel der Leute einfach da, und zwanzig Minuten später wurde es dann auch schon besser mit dem Regen. Der Rest der Leute kam sofort zurück, auf dem Platz wars eigentlich auf einmal noch voller als vorher, und wenn man einmal kollektiv den Regen überstanden hat, ist die Stimmung in der Regel noch besser als vorher. Uns hat das restlos begeistert, und ich glaube die Leute auch. Da waren mal wieder sehr tolle Momente dabei, ein ganzer Platz voller Menschen, die alle "Whats Up" mitsingen, dann bei "I Want It That Way" mitschunkeln, um direkt danach zu "Killing In The Name" von Rage Against The Machine über den Platz zu moschen. RESPEKT! Und ihr habt sogar zu Oasis selbstständig die Wunderkerzen rausgeholt - das ist wohl sowas wie "self activated audience participation", was ich in der Form bisher auch nicht erlebt habe.

 

Schön fand ich dieses Jahr noch , dass nicht nur die Leute auf der Aussenterasse des der Bühne gegenüberliegenden Cafe Baumanns mitgesungen haben, sondern aus zwei weiteren der Bühne gegenüberliegenden Häusern Leute ihre Köpfe aus den Fenstern streckten, und alle gegeneinander zum von der Band begleiteten Gesangsbattle antreten durften. Ungefähr so, als würden die Gäste im Theater aus der Loge die Arie mitsingen. Oder so...

 

Irgendwann neigte sich auch dieser wunderschöne Abend dem Ende zu, ich könnte auch noch seitenweise weiterschreiben, wills aber hier auch nicht übertreiben. Schaut mal bei Facebook rein, da gibts schon die eine oder andere Impression. Ich hoffe auch, dass Commander Schmitz vielleicht an dieser Stelle noch was über das sich anschliessende Nachtleben schreibt (immerhin machte die Kneipe "Die Welle", in der wir im Laufe des Abends noch anzutreffen waren, ihrem Namen alle Ehre, und es standen auf einmal 5 Zentimeter hoch Wasser in der ganzen Kneipe; und es gab da noch diverse andere Kuriositäten).

Daher hier an dieser Stelle das obligatorische Dankeschön: Zuerst an das grandiose Publikum, dann an die Firma Starlight Showtechnik, die uns technisch sowie mit Süssigkeiten allerbestens versorgt hat. Dann natürlich an die Verantwortlichen vor Ort, hier namentlich Thomas Vodde und Frau Steinkraus, sowie alle anderen guten Geister, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.

 

Toff

 

Wie Toff schon schrieb, ging es nach dem Gig also, wie immer nach den tausenden Autogrammen für die Kids (schön!), erstmal fix ins Hotel, um dann frisch und durstig in der Welle aufzuschlagen wo unser Insel-Freund Friedrich Fähsing sich dieses Jahr etwas ganz besonderes hat einfallen lassen: Auf den Tischen standen selbst gestaltete Faders Up!-Platzkarten mit der Aufschrift „reserviert“. Respekt und vielen Dank, Friedrich! Somit war es also überhaupt kein Thema dort zu verweilen und ein Bier und ein paar Gin Tonic zu sich zu nehmen. Danke auch an die Freunde der Band, die den ein oder anderen Drink gesponsert haben!

 

Seit Jahren gehen wir nun also, zumindest seit ich in dieser Band bin, nach dem Gig in die Welle. Es gibt um die Ecke dort noch einen Laden: Die Spelunke. Sieht von außen äusserst gemütlich aus und daher hatte ich schon vor Jahren intern gefragt, warum wir nicht auch einmal da rein gehen. Nun, mir wurde dann vermittelt, dass es da die ein oder andere Geschichte in der jahrelangen Juist Tradition gegeben hätte und man deshalb diesen Laden meiden würde. Ich pochte schon immer darauf diese alten Kamellen doch ruhen zu lassen, um einen Tapetenwechsel nach dem Gig möglich zu machen. Sprich: Von der Welle rüber in die Spelunke. Wie es der Zufall wollte, wurde Olli nach dem Gig angesprochen, von einem Wirt der besagten Kneipe, warum wir denn nicht mehr in die Spelunke kommen würden. Nach einem reinigenden, kurzen Gespräch vereinbarte man also: Wir sehen uns!

 

Als dann die Welle plötzlich anfing vollzulaufen (liegt im Keller und der Regen war so stark, dass es die Treppen runterlief und die ganze Kneipe sich Zentimeter für Zentimeter mit Wasser füllte, bis auch ein „rausflitschen“ aufgegeben wurde!) entschieden wir uns den Tapetenwechsel zu vollziehen. Die Jungs von Starlight Showservice gingen schon vor und Sascha und ich waren sozusagen die Nachzügler. Während wir also rüber schlenderten, bekamen Olli und die anderen 10 Leute von uns bereits einen Whisky-Cola und einen Jägermeister aufs Haus, um die alten Kamellen endgültig runter zu spülen. Sozusagen als gute Geste des Wirts. Nett! Schon hier angemerkt, fiel dieser aber durch nette Aussagen, wie „Den Tisch kannste mit deinem Pulli abwischen!“ auf, nachdem TP von Starlight Showservice ihn um einen Lappen gebeten hatte. Der Tisch war halt so dreckig.

 

Langer Rede, kurzer Sinn. Während Sascha und ich also gut gelaunt und voller Vorfreude die Tür zur Spelunke aufmachten und ich sehr angetan vom Laden war, tischte er mir noch die letzten Geschichten auf, die dazu geführt hatten, dass diese Band eben nicht(!) mehr in der Spelunke verweilt. Plötzlich wurde ich vom Wirt derart freundlich begrüßt - er begriff wohl nicht, dass ich zur Band bzw. zur großen Gruppe gehörte - dass ich mich gezwungen sah diese Freundlichkeit im Gegenzug sofort zu erwidern. Sascha kam gar nicht dazu, seine Jacke  richtig auszuziehen und stand quasi schon wieder neben mir, bevor er sich richtig gesetzt hatte. Wir gingen also, nachdem ich ebenfalls freundlich war, wieder raus und der ganze Trupp folgte uns ohne Kommentar. Nun, die Rechnung ging für den sehr nett anmutenden Wirt diesen Abend wohl nicht so ganz auf. Immerhin Freigetränke gesponsert mit der Hoffnung auf Versöhnung und einer große Rechnung in Aussicht und plötzlich dann doch eine leere Sitzecke. Ich und Sascha waren ca. 3 Minuten in der Spelunke. Schön war’s. :)

 

Wir entschlossen uns danach oben an der Strandpromenade das Café del Mar zu besuchen, wo wir schon letztes Jahr eine grandiose Zeit hatten. Leider war bereits auf dem Weg alles zu was eine Tür hatte und wir bekamen es mit der Angst zu tun, den langen Weg umsonst gemacht zu haben. Aber siehe da: Auf die Insulaner ist verlass! Das Café del Mar hatte nicht geschlossen und wir verbrachten hier einen sehr netten Abend. Auf dem Rückweg schauten wir noch bei TP von Starlight Showservice und seinen Jungs vorbei, die auf dem Hotelzimmer Heißwürstchen, Frikadellen und Milchbrötchen (?!!) anzubieten hatten. Na, wohl bekomm’s! Lecker war’s. Was für ein toller Abschluss nach einem wieder mal unglaublich tollen Juist-Tag! Wir lieben diese Insel und die Gigs dort. Ein Traum. Bis nächstes Jahr!!

 

Commander Schmitz

 

 

 

 

03.07.2015

Hasbergen, Abi-Ball

Bei real gemessenen 38 Grad, die sich eher wie 45 Grad anfühlten, ging die Reise in das Freizeitland in Osnabrück-Hasbergen, genauer: Die dortige Tennishalle. Wir hatten ja letztes Jahr schon das Vergnügen, an selber Stelle den Abiball der letztjährigen Stufe spielen zu dürfen. Damals war die Tennishalle mit viel Aufwand zu einer edlen Feier-Stätte umdesignt worden, und das war damals richtig schick. Einziges Problem im letzten Jahr: Die  Temperaturen  in der Halle waren derart hoch, dass wir ständig Angst hatten, die Leute würden uns vor der Bühne reihenweise umkippen. Und wie man sich vorstellen kann, ist es in solchen Situationen natürlich auf der Bühne noch ein paar Grad heißer… Das bedeutete nichts Gutes für dieses Jahr. Denn ich erinnere mich genau, dass die Hitze damals schon unerträglich war, es aber im letzten Jahr circa 5 Grad kälter war als am heutigen Spieltag.

Also mit gemischten Gefühlen, Kühlpads und literweise Wasser bewaffnet auf zum Job – mal schauen, wer als erstes umfallen würde.

 

Angekommen am Veranstaltungsort dann die erste Überraschung: In der Tennishalle alles wie im letzten Jahr (also die ganzen Tischreihen für die Abiturientia und die Eltern und Freunde), aber eine Minibühne und eine Mini-Technik, die eher für Sprachdurchsagen geeignet schien. Was war da los? Hatte man vergessen, dass eine Band spielen würde?

 

Des Rätsels schöne Lösung: Man hatte im großen Eingangsbereich (oder Foyer) des Freizeitlandes einfach noch eine große Bühne samt großer Technik für die Band aufgebaut – weil dort im Foyer eine Klimaanlage eingebaut war. Herrlich! Gefühlte 15 Grad Unterschied zu den Temperaturen draußen J

 

Also kühl und entspannt aufbauen und soundchecken, und dann warten, bis es losgeht. Eigentlich sollten wir ja um 21.30 Uhr loslegen. Wie das so ist bei Abibällen mit der Abiturientia – großer Abend, alles Mögliche zu koordinieren, nicht immer klar, wer welche Abläufe im Kopf hat – verschob sich das dann mal locker auf 22.30 Uhr. Aber egal, nach dem lustigen „Eröffnungstanz“ durften wir dann loslegen. Anfangs gefiel das interessanterweise am meisten den anwesenden Eltern, aber irgendwann waren dann auch die Schülerinnen und Schüler so weit, so richtig abzurocken. Olli kam dann auf die Idee, die Band aktiv zur „Juke-Box“ umzufunktionieren, und dem tanzwütigen Volk irgendwelche Song-Vorschläge abzupressen. Die gerechte Strafe traf ihn dann umgehend: „Mit 18 von Westernhagen bitte“. Der Song ist ja nun ganz ok, trotzdem nicht so wirklich in unserem und vor allem Ollis Repertoire. Den stotternden und nach einem Ausweg suchenden Olli hat dann aber Obergitarrenbräter Schmitz gerettet. Tonfall wie ein großer erfahrener Onkel, der ein kleines Kind beruhigt: „Olli, lass gut sein, ich mach das schon“… sprachs und verwandelte sich in Westernhagen. Respekt, Herr Schmitz!

 

Insgesamt ein sehr schöner Abend, und das beste Zeichen dafür war dann, dass die tanzwütige Menge sich zum Ende des Konzertes vehement die eine und die andere Zugabe gewünscht hat; so soll es sein. Vielen Dank an die Veranstalter und an unsere Ansprechpartnerin - wir kommen auch im nächsten Jahr gerne wieder.

 

 

 

 

05.06.2015

Bünde, Universum

Betriebsfest

An diesem Abend erwartete uns ein besonderer Spielort, die Reise ging ins Universum nach Bünde. Das Universum ist ein altes, wirklich wunderschönes und opulentes Kino, welches  sehr edel renoviert und zu einer Veranstaltungs-Stätte umfunktioniert wurde. Im Universum finden neben diversen Kabarett- und Comedy-Acts auch interessante Bands einen Auftrittsort, das Programm kann sich wirklich sehen lassen. In einem alten Kino aufzutreten bedeutet auch immer, dass guter Sound zu erwarten ist, denn mit den ganzen schweren Plüschsesseln und Samtvorhängen ist die Raumakustik zumeist exellent. So war es dann auch am Abend, und die alte Kino-Lautsprecheranlage hat (nach einigen "Optimierungs-Manövern") nicht nur akustisch einen passablen Job gemacht, sondern stellte auch optisch einen echten Vintage-Hingucker dar.


Das passte auch sehr sehr gut zum Motto des Abends: 70er-Party war angesagt! Und da hatten sich die Partygäste nun wirklich extrem Mühe gegeben, was das Party-Outfit anging: Schlaghosen mit eingenähten Hippie-Stoffen, soweit das Auge reichte, ich habe mehrere maximal authentische 70er-Paillettenanzüge gesehen, Agnetha von ABBA und John Travolta aus Saturday Night Fever waren auch leibhaftig anwesend. Und die ganzen Perücken! Keine Ahnung, wo man sowas auftreibt, ich schätze, dass alle Kostümverleihe der Umgebung an diesem Abend ausverkauft gewesen sein dürften.


Unser Gastgeber war das Krankenhaus Enger, eine Fachklinik für Geriatrie (Altenheilkunde), und der Anlass des Abends war natürlich das Betriebsfest. An dieser Stelle hier schon einmal ein Dankeschön unsererseits an die Belegschaft und stellvertretend an "Chef" Michael, ihr habt euch wirklich vorbildlich um uns gekümmert (und feiern könnt ihr offensichtlich auch!).


Nun hatten wir ja an diesem Tag den ersten wirklichen Sommertag des Jahres, und schon Aufbau und Soundcheck waren eine schweisstreibende Angelegenheit. Nach der offiziellen Begrüßung durch Michael und dem sich anschliessenden Essen starteten wir dann  locker ins erste Set, und trotz der aufwendigen und schweren Kostüme gings da vom anwesenden Party-Publikum her gleich gut los. Irgendwie ja auch klar, wenn man sich schon so viel Mühe mit der Abendgarderobe gegeben hat, dann will man auch die ganzen fast vergessenen 70er-Tanzmoves wieder rausholen - Saturday Night Fever meets ABBA meets Woodstock. Und die verschiedenen Formen lustigen Ausdruckstanzes hab ich auch schon lange nicht mehr gesehen! Respekt! :-)


Nach dem ersten Set dann folgte unbestreitbar der Höhepunkt des Abends. Pfleger Torben (mit herrlich fürchterlicher 7ties-Perücke) enterte die Bühne, im Gepäck einen ebenso "verrückten" Sänger und die "Mango-Girls". Torben gab dann, in Bob Dylan-Manier mit akustischer Gitarre und Mundharmonika bewaffnet, diverse Perlen der Rock- und Popmusik zum Besten, immer mit originaler Musik, aber zumeist selbst erdachten Texten. Die Mango-Girls lieferten zu jedem Song die passenden Accessoires, Torbens Bühnenpartner dazu mal im stilechten Sinatra-Smoking (zu diesem Song stieg dann auch noch die Band ein), mal zu einem Udo Jürgens - Song im Bademantel.  Das gab schon mal 1000 Punkte für das kreativste Bühnen-Outfit des Abends...
Und dann stelle man sich zum Beispiel den Udo Jürgens - Song "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" vor, der Text allerdings: "Mit 66 Jahren, da fängt die Reha an" :-) Oder, mein persönliches Highlight, zu "Aloha Heja He" von Achim Reichelt, allerdings hier: "Ge-riatrie Ole"... Sehr schön!
Vielen Dank an alle Beteiligten für den schönen und optisch wirklich opulenten Abend - wir kommen gerne wieder!

 

 

 

09.05.2015

Osnabrück, Maiwoche

Georgstraße

Maiwoche! Es war mal wieder soweit! Es ist ja nun in jedem Jahr so, dass es bei unserer „Wir kommen laut“- Tour besondere Höhepunkte gibt – der Auftritt auf der Osnabrücker Maiwoche  steht da in der internen Rangliste ganz weit oben. Was will man auch mehr als Band: gigantische Bühne, schöner Auftrittsort mitten in der Stadt, und (zumindest was unsere Auftritte dort in den letzten 15 (?) Jahren angeht) immer proppenvoll. Also voller Vorfreude nachmittags auf nach Osnabrück, Aufbau und Soundcheck. Dank guter Vorarbeit der örtlichen Technikfirma ging das entspannt von der Hand, und erstaunlicherweise scheint sogar die Band mittlerweile in der Lage zu sein, einen halbwegs strukturierten Soundcheck durchzuziehen. So war sogar zwischen Check und eigentlichem Auftrittsbeginn noch Zeit zum Essen und Umziehen.

 

Während zu Beginn des Soundchecks der Platz vor der Bühne noch recht leer war, setzte dann plötzlich wieder der „Maiwocheneffekt“ ein: Von einer auf die andere Minute scheint es so, als wären 30 Reisebusse voller Menschen gleichzeitig angekommen, die dann wie abgesprochen zur gleichen Zeit auf den Platz strömen. Und dann ist es auf einmal schlagartig so voll, dass ein Durchkommen mitunter schwierig wird.

 

Kurzer Einschub:

Wer die letzten Tourberichte verfolgt hat, weiß ja mittlerweile schon, dass unser Mirko eigentlich bei jedem Gig aus seiner „What´s Up“-Präsentation eine besondere Performance macht – da sollte der Maiwochengig natürlich keine Ausnahme darstellen. Ich vermute, dass Mirko sich in den Tagen vor der Maiwoche stundenlang US-amerikanische Catch-Wettkämpfe angesehen haben muss. Ich vermute weiterhin, dass es bei diesen Wettkämpfen einen oder mehrere Catcher mit dem Künstlernamen „The Destroyer“ oder ähnlich gegeben haben muss. Noch weiterhin vermute ich, dass Mirko davon sehr beeindruckt gewesen sein muss. Letzte vorsichtige Vermutung: Mirko hat gedanklich intensiv an einer Übertragung  seiner Eindrücke aus jenem Action-Genre hinüber in unser Musik-Genre gearbeitet. (Aus Gründen des literarischen Spannungsaufbaus erfolgt die Auflösung dieses Sachverhaltes weiter unten…)

 

Zurück zum Konzert:

Pünktlich um 20.00 Uhr gings dann los, erstmal ein paar groovige Songs zur Einstimmung, bevor dann recht bald die ersten Knaller mit intensiver „Audience Participation“ angesagt waren. Dabei teilt Olli die Menschenmenge vor der Bühne ja immer auf und veranstaltet einen Mitsing-Contest, und komischerweise findet Olli immer, dass die linke Seite des Publikums viel schwächer mitsingt als die rechte. Heimlich glaube ich ja, dass Olli einfach ständig links und rechts verwechselt – aber auch das ist eben nur eine Vermutung meinerseits. Thema Verwechslung: Alex verwechselt jedenfalls an seiner Gitarre nie laut und leise. Ich habe an dem Abend diverse infernalische Gitarrenparts gehört, so dass ich spontan an „Rock am Ring“ denken musste – vielleicht kam das ja auch nur daher, dass Sascha sich das am Bass ja schon mal gar nicht ohne entsprechende Reaktion bieten lässt. Vielleicht ist da mein Eindruck auch völlig falsch, und das kommt alles hinten von den Drums. Ich konnte zufällig mithören, wie in der Nähe des Mischpultes ein Konzertbesucher unsern Phil an den Drums spontan „die Krake“ getauft hat, ich glaube ja auch, dass Phil in Wirklichkeit mit vier Armen und Händen Schlagzeug spielt.

Nun ja, ein Highlight jagte das nächste, immer wieder schön zu sehen, wie erst zu dieser (aus jeglicher ästhetischen Kategorie fallenden) süßlichen Backstreet-Boys-Nummer „geschunkelt“ wird, und direkt danach der Platz total ausrastet, weil „Killing In The Name“ folgt. Gut so!

 

Natürlich hatten wir uns auch ein paar Gäste eingeladen: Zuerst Werner Borgmann, seines Zeichens damaliger erster Manager der Band, heute guter Freund und Begleiter der Band, Papa von Drummer Phil, und vor allem: Grandioser Joe Cocker Performer! Als Werner dann bei „You Can Leave Your Hat On“ die erste Zeile geschmettert hat, ging doch tatsächlich ein deutlich vernehmbares Raunen durch die Menge – well done, Werner! Ich darf hier eine Premiere ankündigen: Werner wird mit einer eigens neu zusammengestellten Joe-Cocker-Band in naher Zukunft einen  Auftritt beim Osnabrücker Büdchenfest hinlegen – hingehen! (Das Ganze findet statt am Donnerstag des Büdchen-Wochenendes).

 

Zum letzten Song des Abends beehrte uns dann noch eine weiterer Gast: Der gute Dennis Krönke, jahrelang bei uns Gitarrist und der Band weiterhin freundschaftlich verbunden, ließ sich dann auch nicht lange bitten, zusammen mit Olli die Hymne „With Or Without You“ von U2 in einer eigens erstellten Akustik-Version zu performen. Sehr stimmungsvoll, zwei Akustikgitarren und jede Menge Feuerzeuge und Wunderkerzen im Publikum. Zum Ende des Songs setzt dann nochmal die ganze Band ein – würdiges fettes Finale würde ich sagen. Wir hätten ja wirklich gerne noch zwei Stunden weitergespielt, aber irgendwann wollen die gequälten Anwohner ja schließlich auch mal schlafen…

 

Das obligatorische Lob an dieser Stelle gebührt zum wiederholten Male der Firma Starlight Showservice – gigantische Bühne, irre gutes Licht inclusive LED-Wand, super Soundanlage. Ich erwähne euch jetzt nicht alle namentlich, ihr wisst, wer gemeint ist. Respekt auch dafür, (in Kooperation mit anderen) dieses Event grundsätzlich zu ermöglichen und durchzuführen – die Förderung von Live-Konzerten mit echten Bands ist ja leider nicht immer selbstverständlich.

 

Ach ja, hätte ich fast vergessen: Mirko „The Destroyer“ TripHouse musste dann ja bei „What´s Up“ natürlich wieder irgendwie ins Publikum, und anstatt das mal anständig zu machen, musste er natürlich wieder vorne über die Bühnenkante über diverse Absperrungen und Bassboxen drüberrocken. Dabei hat  er sich dieses Mal zwar nicht die Rippen gebrochen (wie in Lippstadt vor ein paar Jahren), dafür aber diverses Licht- und sonstiges Bühnen-Equipment in berserkerhafter Art und Weise zerbrochen und in den Publikumsbereich „verlegt“. Man konnte bis zum Mischpult deutlich die völlig entsetzten Gesichter der Restband erkennen, selten habe ich sogar einen Olli „Labertasche“ Gutsche für qualvoll lange Momente derart sprachlos gesehen. Mirkos Kommentar hinterher, ohne eine Miene zu verziehen:“ Da ist wohl was kaputtgegangen…“  

Wir freuen uns auf die nächsten Gigs – der Sommer kommt, wir sehen uns.

 

 

 

 

 

30.04.2015

Osnabrück, Alando

Tanz in den Mai

Als Band am 30.04. zu spielen und die Leute in den Mai tanzen zu lassen, hat ja nun bei uns eine lange Geschichte. Früher haben wir lange Jahre auch bei diversen Festivitäten outdoor gespielt, seit einigen Jahren nun sind wir im Inneren des trockenen und schön warmen Alando-Palais.  Generell hat das mit der Outdoor-Variante natürlich den Vorteil, dass bei schönem Wetter alle nach der langen Winterpause geradezu gierig auf Live-Konzerte draußen sind, sprich:  „Tanz in den Mai“ Outdoor bei schönem Wetter  ist so etwas wie ein Selbstläufer. Und auch wenn in einer Gegend nicht so viele Open-Airs an diesem Abend stattfinden, trifft man sich gerne auch so draußen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man dann als Band irgendwo Indoor  in einer Location spielt, und draußen tobt schon der Sommer, dann kann es durchaus sein, dass es „nicht so voll“ wird, oder man wirklich lange bis tief in die Nacht warten muss, bis die Leute sich dann doch noch z.B. in die Disco verirren.

 

Das Wetter- und Regenradar verrät also meistens schon vorher, ob und wann es Indoor voll werden wird oder eben nicht. Nun war ja für den 30.04. so eine Art Mischwetter angekündigt, ab und zu Regen, ab und zu Sonne  - wir waren gespannt, was uns an diesem Abend im Alando  erwarten würde.

Also um 19.00 Uhr auf zum Soundcheck, der dank guter Vorbereitung seitens des Hauses relativ unkompliziert und locker von der Hand ging. Danach entspannt zum Essen, und in den schönen und vor allem ruhigen Backstage. Zwischendurch mal kurz zur Bühne und schauen, wie viele Leute schon da sind… Das sah anfangs noch nicht so gut aus.

 

Gegen 23.00 Uhr dann der Start für uns, und erstaunlicherweise war das Alando plötzlich voll. So richtig voll sogar. Unser Gitarrenheld Alex denkt sich ja bei uns immer die Setlisten für den jeweiligen Abend aus. Wenn man da jetzt als Band in der Disco spielt, und quasi direkt vom DJ übernimmt, dann kann es schon Sinn machen, zuerst mal ein zwei „tanzbare“, groovige Nummern zu spielen, um die Leute nicht zu sehr zu erschrecken. Alex war an diesem Abend allerdings anderer Meinung: Attacke vom ersten Lied ab, keine Gefangenen von Anfang an, oder was auch immer da in seinem Kopf vorgegangen sein mag. Da hab ICH mich ja fast erschreckt am Anfang J Und glücklicher- und erstaunlicherweise weise ging das Konzept an diesem Abend aber sowas von auf, ich hatte mir das anhand des eher schicken und doch etwas jüngeren Publikums gar nicht so vorstellen können. Im Gegenteil, die wollten alle einfach laut und direkt und rockig, und es ist ja nun nicht so, als würde uns das schwerfallen. Ein wirklich riesengroßer Spaß also, ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal ein Konzert im Alando derart wild und heftig war.

 

Das hat ne Menge Spaß gemacht und nicht nur mich bequem bis 3.00 Uhr wachgehalten, dann ging es nämlich in den wohlverdienten Feierabend.  Von dieser Stelle aus Grüße an die beiden netten Menschen des Bacardi-Standes – ihr habt das mit der Versorgung höchst professionell erledigt; dann noch der Hinweis an (du-weißt-wer-gemeint-ist), dass der DJ fest versprochen hat, noch „Westerland“ zu spielen (ich hab das allerdings persönlich nicht kontrolliert); und zu guter Letzt: Respekt und Dank an das feierwütige Publikum, ich hoffe wir sehen uns alle nächsten Samstag an der Georgstraßen-Bühne – es ist wieder soweit: Maiwoche!!

Bis dann!

 

 

 

 

10.04.2015

Münster, privater Geburtstag

Direkt am Freitag nach dem Osterfeuer ging es dann bei uns weiter mit einem schönen kleinen privaten Gig anlässlich eines mehrfachen 40ten Geburtstages. Schon vorher war eigentlich klar, dass das gut werden würde; die Geburtstagskinder hatten uns wohl bei unserem Gig im letzten Jahr auf Juist erlebt, und haben uns dann für ihren 40ten engagiert. Auch die nette und entspannte Kommunikation in den Wochen vor dem  Gig ließ nur Gutes erwarten.

 

So war dann eine Werkshalle des Familienbetriebs der Gastgeber ausgeräumt worden, und professionell in Zusammenarbeit mit unserem favorisierten Technikdienstleister in eine kleine Konzerthalle umgebaut worden – so richtig mit fetter Bühne, Anlage, Lightshow und allem,  was so dazugehört. Das ist mal echt cool, 40ter Geburtstag und dann solch eine schöne Location.

 

Wie im letzten Bericht erwähnt, gestaltete sich die Backstage-Situation beim letzten Gig in Borgloh ja schon königlich. Das sollte aber an diesem Abend zumindest egalisiert, wenn nicht noch getoppt werden. Zuerst mal das Kulinarische: Neben den Speisen, die quasi allen Partygästen zur Verfügung standen, erwartete uns dann in unserem Backstage-Raum so etwas wie eine Weinprobe, allerdings ohne Wein, sondern vielmehr mit Chips. Jawohl: Chips. Kartoffelchips. Und zwar nicht nur irgendwelche, nein nein, diverse Sorten der ausgeklügelsten Chips-Kreationen. Die mit Essig fand ich sehr gut, die geriffelten mit indischen Gewürzen (oder so) noch besser.

 

Und dann stand er da in unserem Backstage: Der Flipper! Ach, was rede ich: DER Flipper! Die ältere Generation mag sich erinnern, kurze Erklärung für die Jüngeren: Ein Flipper ist ein altes, analoges mechanisches Spielgerät, bei dem man mittels zweier Knöpfe zwei Paddel steuert, die dann die Metallkugel immer wieder nach oben schießen und im Spiel halten. Und das Beste: Der Flipper hieß auch noch „Star Trek“! Ich bin extrem begeistert von so viel Stilsicherheit. Wie sich herausstellte, war einer unserer Gastgeber in einem früheren Leben Radio- und Fernsehtechniker, und sammelt und restauriert heutzutage leidenschaftlich solche schönen alten Spielgeräte und diverses anderes Gerät. Commander Sascha und Commander Toff haben dann an dem Abend diverse Flipperbattles ausgetragen, meiner Meinung nach mit recht ausgeglichenem Ausgang. Fähnrich Phil durfte dann zwischendurch auch mitspielen, seine Leistung am Flipper orientiert sich im Vergleich allerdings eher an seinem Sternenflotten-Rang.

 

Und schon im ersten Set trafen wir auf Geburtstagsgäste, die halt einfach Lust auf eine gute Party mit wilder Partymusik hatten, dementsprechend wurde sofort losgetanzt und gefeiert. Das ging den ganzen Abend so weiter, da kann man sich als Band wirklich nicht über mangelnde Resonanz beschweren. Bei „Whats Up“ hatte sich Commander Mirko dieses Mal was Besonderes ausgedacht. Normalerweise holt er sich bei dem Song ja immer jemanden aus dem Publikum auf die Bühne. In der Vergangenheit war das öfter mal ein im Publikum anwesendes Kind, was dann auf dem Arm auf die Bühne geschleppt wurde und zum Vergnügen des Publikums die Refrain-Zeile mitsingen durfte. Beim letzten Gig in Borgloh (und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das im letzten Bericht unterschlagen habe) hatte Mirko dann eine Altersklasse höher angesetzt, und sich eine gar nicht mehr so kleine junge Dame auf die Bühne geholt. Die wurde dazu genötigt, den ganzen Song lang huckepack auf Mirkos Rücken zu sitzen. Wir haben uns schon Sorgen gemacht, dass er sich bei dieser Aktion endgültig alle Knochen brechen würde, aber nein: In der einen Hand das Mikro, und mit der anderen Hand die junge Dame auf dem Rücken festgehalten (ich sag jetzt nicht, wie er das gemacht hat, es gab da so einen speziellen „Handling-Trick“). Glorreiche Aktion, ganz und gar zirkusreif! Wie auch immer, zurück zum hier beschriebenen Abend: Dieses Mal fiel dann im entscheidenden Moment der „Opferauswahl“ Mirkos Blick zufällig auf den einzigen anwesenden Hund des Abends – ein kleiner Dackel mit Namen Einstein (sehr passend, denn dessen Lebensinhalt schien zu sein, mit einem kleinen Stein zu spielen). Der arme Einstein war allerdings von der Aktion derart verschüchtert, dass er nicht mal mitgesungen hat, trotzdem war das der Brüller des Abends. Mirko, du solltest Tierdompteur werden!

 

Was soll ich sagen, sehr schöner und sehr lustiger Abend, wilde Party, nette Leute und tolle Gastgeber – so kann’s weitergehen!

 

 

 

 

05.04.2015

Borgloh, Osterfeuer

So wie im letzten Jahr auch, sollte das Osterfeuer in Borgloh für uns so etwas wie der offizielle Start in die Saison sein – die Vorfreude war dementsprechend riesig. Instrumente poliert, Stimmen geölt, und endlich den Proberaum verlassen, der in den letzten Monaten so etwas wie unsere zweite Heimat geworden war, und raus auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Aber der Reihe nach.

 

Schon am Morgen dieses 05. April war klar: So schönes Wetter, nach all den regnerischen und kalten letzten Wochen, würde die Leute in Scharen nach draußen locken – die Party würde bestimmt aus allen Nähten platzen. Gegen 16.00 ging es daher mit guter Laune los zum Soundcheck, und auch das lief dank sehr guter Vorbereitung vor Ort alles reibungslos. Schnell noch ein paar der neuen, extra für Euch geprobten Nummern angespielt, und dann entspannt ab in den Backstage.

 

Die Landjugend Borgloh richtet dieses Fest ja nun seit etlichen Jahren auf dem Hof Böckmann aus,  und völlig zu Recht hat sich das Osterfeuer in den letzten Jahren zu einer der größten Zeltparties im Landkreis Osnabrück entwickelt. Diese langjährige Tradition merkt man der Veranstaltung im positiven Sinne deutlich an: Die Party ist bis in die letzten Details perfekt organisiert und geplant, und auch der Durchführung gebührt Respekt. Angefangen von einer geänderten Verkehrsführung für die Massen an benötigten Parkplätzen, hin zum wirklich großen und schönen Zelt, Biertheken,  Mixbars und Flaschentheken, Bereiche für die Leute, die mal ne Pause vom Tanzen brauchen, ein Außenbereich mit diversen Buden und Stationen, vielfältig und gut gemacht. Ach ja, irgendwo brannte natürlich auch ein Osterfeuer, das ist mir aber irgendwie entgangen.

 

Und jetzt mit Bezug auf die Überschrift dieses Textes:  Der Backstage! Oder besser: Die Backstages! Jahaaaaa, Plural! Da gibt es zuerst einmal ein schön beheiztes Zelt, in dem es nach dem Soundcheck leckeres Essen und diverse Getränke gab. Und jetzt kommt’s: Direkt hinter der Bühne,  also immer auf kürzestem Weg zum wohlverdienten Setpausengetränk, fanden wir dann noch ein beheiztes Backstage-Zelt vor, und wieder mit Getränken und Kleinigkeiten zu Essen. Da bleibt nur zu sagen: Fantastisch! Vorbildlich! So soll das sein! Ha!

 

Etwas später ging es dann los mit dem ersten Set, die Mission war, das tendenziell etwas jüngere Publikum adäquat zu befeuern, aber auch für die etwas älteren Partygäste die eine oder andere Nummer anzubieten – und das hat auch super funktioniert. Je später der Abend, desto energetischer gestaltete sich das Ganze, und irgendwann war das Zelt dann so richtig voll. Um sich die Dimension vorstellen zu können: Mir hat jemand hinterher mitgeteilt, dass wohl um die 4000 Leute auf der Party waren (wohl auch noch spürbar mehr als im letzten Jahr). Tja, und wenn die dann richtig abgehen, macht das seeehr viel Spaß, da als Band auf der Bühne zu agieren. Faszinierend auch, dass wie so oft etwas ältere Nummern (Rage Against The Machine zum Beispiel) irgendwann den Funken zünden, der die Partypeople zum endgültigen Ausrasten bringt.

 

Thema Kontinuitäten: Wie auch im letzten Jahr (geneigte Leser mögen meinen Tourbericht des letzten Jahres rekapitulieren) schafften die Leute es auch in diesem  Jahr, eine erstaunlich große Zahl erstaunlich verschiedener Dinge zu verlieren. Die werden natürlich alle beim DJ abgegeben, der dann alle Hände voll zu tun hat, um die Fundsachen wieder den Eigentümern zukommen zu lassen. Das hat unser DJ Matze wieder souverän gemacht, genau wie seinen  Job, in unseren Setpausen die Leute zum Weitertanzen zu bringen! Sogar die richtigen Getränke hat der Matze dabeigehabt! Und auch wie im letzten Jahr sei hier die tolle technische Ausstattung erwähnt, die die Firma Starlight Showtechnik an den Start gebracht hat – das sah mal wieder richtig gut aus, mit fetter LED-Wand, toller Bühne, super Sound- Anlage und vor allem: UNENDLICH vielen Süßigkeiten! Mein Mischpult war voll mit irgendwelchen komischen Gummi-Schlangen, und natürlich wurde ich genötigt, mir die überall hinzuhängen und irgendwann aufzuessen. Ich habe bestimmt zwei Kilo zugenommen an dem Abend, und wäre tatsächlich an einer Aufstellung über das Jahresbudget dieser Firma bezüglich Schoko-Kram, Weingummi etc. interessiert.

Bleibt nur zu sagen: Toller Abend, hat richtig Spaß gemacht – bis zum nächsten Jahr!

 

 

 

 

21.11.2014

Osnabrück, Alando, Lila-Weiße-Nacht vom VFL

Freitag, der 21.11.2014. In der heimischen Osnatel-Arena  hatte der VFL Osnabrück die Gelegenheit, mit einem Sieg über die Amateure aus Stuttgart die Tabellenspitze zu erobern – die ersten 10 Mannschaften der Liga liegen momentan nur wenige Punkte auseinander. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen im Vorfeld, obwohl die Gäste aus Stuttgart beileibe kein leichter Gegner sein bzw. werden dürften.

 

Warum schreibe ich hier über Fußball? Wie schon in den letzten Jahren (wie viele eigentlich? Matze?) hatten wir mit Faders Up! wieder das Vergnügen, die Lila-Weiße Nacht rocken zu dürfen. Diese Veranstaltung findet traditionell im Herbst nach einem Heimspiel des VFL Osnabrück statt, und zwar im Alando-Palais. Dort steht für den ganzen Abend der VFL Osnabrück im Mittelpunkt, und neben der Party mit Live-Mucke, für die wir verantwortlich sind, lässt es sich auch die Mannschaft samt Trainern und den Stadionsprechern nicht nehmen, auf der Bühne des Alando-Palais einige „Goodies“ zum Besten zu geben. Dazu gibt’s noch eine „Fan-Ecke“ und diverse andere Aktionen, vom Verein und der Mannschaft für die Fans. Aber dazu später mehr…

 

Damit auch wir als Musiker fußballerisch bestens im Bilde sind, hieß es nach einem frühen Soundcheck:  Ab ins Stadion! Schon beim „Spaziergang“ vom Alando zum Stadion war klar: Das würde verdammt kalt werden, Temperaturen um die 3 Grad, gefühlt eher minus 10 - aber was tut man nicht alles fürs Showbusiness… Dank wirklich guter Karten (vielen Dank an den VFL Osnabrück!) hatten wir eine sehr gute Sicht über das Spielfeld, und konnten so das Spiel bestens verfolgen. War dann auch echt spannend, nach kurzzeitiger Führung wurde es nochmal brenzlig, als die Stuttgarter kurzfristig ausglichen. Letztendlich haben die Osnabrücker Jungs das Spiel aber souverän nach Hause gebracht – Osnabrück 3, Stuttgart 1! Spitzenreiter! Sehr schön! Man hätte eigentlich nur ne Heizung im Stadion anmachen müssen, dann wärs perfekt gewesen (sagte ich schon, dass es kalt war an dem Tag?). Und dass Bier nicht unbedingt innerlich wärmt, ist mir jetzt auch klar.

 

Also nach dem Spiel schnell zurück ins Alando, aufwärmen, was Leckeres essen, und dann gings auch schon los mit der Bühnenshow. Vor der Bühne wars schon echt voll, das gewonnene Spiel hatte wohl besonders viele Fans dazu bewegt, noch mit ins Alando zur VFL-Party zu kommen. Und dann wars soweit: Wunderbar charmant moderiert von Matze und Karsten, den Stadionsprechern des VFL, enterte unter lautem Getöse die Mannschaft des VFL Osnabrück die Bühne. Als erstes darf dann natürlich der Trainer ein paar Worte an die Fans richten, und auch der eine oder andere Spieler wird kurz interviewt. Und dann kommt der heimliche Höhepunkt: Tanzen für die Fans! 

Eigentlich sollten also die Neuzugänge der Mannschaft des VFL in diesem Moment nach vorne an die Bühnenkante, um ihre tänzerischen Skills unter Beweis zu stellen. Aaaber – da hatten sich die Jungs im Vorfeld wohl noch eine Spezial-Einlage ausgedacht, und haben mal kurzerhand das Programm umgeschmissen. Eigeninitiative finde ich ja durchaus gut… Und so wurde dann die nach der Fußballweltmeisterschaft viel beachtete und durchaus auch kritisch beurteilte „Gaucho-Persiflage“ („So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so…“ – ihr wisst schon…) aufgeführt, allerdings mit leicht verändertem Text. Der geneigte Fußball-Kenner und vor allem der in die Rivalitäten der dritten Liga Eingeweihte ahnt schon, wer hier als „Lieblingsgegner“ liebevoll aufs Korn genommen werden würde – genau, die Mannschaft von Preußen Münster. So weit, so gut – nur, was haben die Jungs dann auf der Bühne gesungen? „So gehen die Münsterer, die Münsterer gehen so…“ (usw.). Meine liebe Osnabrücker Mannschaft (und das schreibe ich als Münsteraner): Also wenn schon, dann auch richtig! MÜNSTERANER heißt das! Also wirklich… J

Dennoch, die darauffolgende Tanzrunde war doch recht beeindruckend, da soll noch mal einer sagen, Fußballer könnten nicht tanzen – Michael Jackson sähe blass aus dagegen! Obwohl dieses Mal im Gegensatz zu den letzten Jahren nicht „Billie Jean“ als Tanzmusik zum Einsatz kam…

 

Zum krönenden Abschluss der Mannschaftspräsentation wurde dann  - Tradition mittlerweile - noch gemeinsam mit der Band die VFL-Osnabrück-Hymne zelebriert. Das ist jedes Mal ein Riesen-Spaß, weil die Bühne mit Mannschaft, Trainern, Stadionsprechern (gerade die nehmen etwas mehr Platz weg) und Band samt Equipment derart voll ist, dass man nie so genau weiß, ob jetzt tatsächlich alle Instrumente spielbereit sind, oder gerade irgendein Mittelfeldspieler quer über dem Schlagzeug liegt. Hat aber erstaunlicherweise alles geklappt, keine Verluste zu vermelden. Nach der Hymne verzieht sich die Mannschaft dann plangemäß von der Bühne weg in die Fan-Ecke, und nimmt quasi die Hälfte der vor der Bühne feiernden Fans erst mal mit. Für uns gings zeitgleich in unser erstes Set, und relativ bald hatte sich dann die Situation vor der Bühne wieder so weit sortiert, so dass die Band richtig loslegen konnte. Ich muss schon sagen, die Stimmung an dem Abend war außergewöhnlich gut, kein Wunder angesichts des gewonnenen Spiels und der Tabellenführung, und solch ein gutes zweites und drittes Set haben wir lange nicht mehr im Alando abfeiern dürfen – Respekt an die feiernden Fans vor der Bühne. Seeehr schöner Abend, kann ich da nur sagen, und nächstes Jahr gerne wieder.

Bis demnächst!

 

 

 

 

06.09.2014

Osnabrück, LotterStraßenFest

Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat sich das Lotter Straßenfest durchaus nochmal verändert – zum Positiven, wie ich meine. Meines Wissens wurde erstmals in diesem Jahr für die gesamte Dauer der Veranstaltung die komplette Straße abgesperrt, so dass viel mehr Stände aufgebaut werden konnten, was die Vielfalt an Angeboten natürlich immens erhöht. Und ohne die vorbeifahrenden Autos ist auch schlicht akustisch deutlich mehr Festatmosphäre entstanden.

 

Durch zwei Bühnen wurde das Fest in diesem Jahr quasi räumlich markiert: Am einen Ende der Lotter Straße die kleine Poggenpohl-Bühne, am anderen Ende die größere Bühne am Weißenburger Platz. Und auf letzterer durften wir dann am Samstag abends die Massen rocken. Auch hier an der Bühne diverse Änderungen: Kein Zelt mehr wie in den letzten Jahren, in welchem dann logischerweise auch eine kleine Bühne eingezwängt war, sondern eine Open-Air-Bühne mit davor verlegtem Holzboden für das Publikum – schick schick. Auch die Idee, vor der eigentlichen Bühne noch einen kleinen Laufsteg nach vorne anzubauen, fand ich sehr gut – so konnte der natürlichen Eitelkeit eines Frontsängers das entsprechende Betätigungsfeld geboten werden. Olli hat das natürlich oft genutzt… wie eine Motte zum Licht… mehr zum Laufsteg dann unten. Leider wurden im Gegensatz zu den letzten Jahren auch Änderungen am Podest-Boden der Bühne vorgenommen, so dass sich die Musiker auf der Bühne eher wie auf einem Ozeandampfer bei mittlerem Seegang fühlten. An großartige Action wie Rumspringerei war da nicht zu denken…

 

Ansonsten gings aber schön geschmeidig los, scheinbar mit dem Wissen bei Band und Publikum, dass die Open-Air-Saison ja nun langsam auch mal zu Ende geht, und der Abend auch wettertechnisch für einen Tag im September eigentlich noch ganz gut verlaufen könnte. Es hat dann zwar um 20.30 Uhr angefangen zu regnen – das konnte die Menschen aber gar nicht davon abhalten, vor der Bühne zu bleiben – Respekt dafür! Olli hat um 20:30 Uhr vorausgesagt, dass es um 21:00 Uhr aufhören würde – tatsächlich hat es um 21:02 Uhr aufgehört zu regnen. Olli hat mir hinterher verraten, dass scheinbar sein privater Unterricht bei einer stadtbekannten Osnabrücker Weissagerin erste Früchte trägt. Kursziel nach zwei Jahren übrigens: Börsenkurse! Schaun wir mal… Scheinbar kostet die Sache mit der Weissagerin den guten Olli allerdings all seine mentale Kraft, und so war es dann zu erwarten, folgerichtig und irgendwie auch menschlich, dass er es dann später am Abend einfach nicht mehr geschafft hat, dem Publikum die Adresse unserer Internetpräsenz mitzuteilen: „Besucht uns im Internet unter www minus… äh… www minus… äh… ich meine www minus“ … usw… lach…

 

Desweiteren darf ich  hier auch ein neues vielversprechendes Erfolgskonzept der Band Faders Up vorstellen. Die Zutaten: Man nehme einen Schlagzeuger, der brav einen fetten Groove vorgibt, man nehme einen Gitarristen, und man nehme eine Restband, die sich diebisch freut, vorhergenannte Personen einfach mal alleine auf der Bühne stehen zu lassen – ohne Vorankündigung (ich bin mir sicher, dass bei solchen Aktionen immer der Herr Basseur der Rädelsführer ist). So stand der gute Alex da auf einmal, nachdem er die tolle Idee hatte, mitten in einer an sich nicht sonderlich spektakulären (aber zugegebenermaßen schon recht gitarrenbetonten) Stelle seinen Part spontan zu einem veritablen Solo ausbauen zu müssen – nämlich (fast) alleine. Der oben schon erwähnte Schlaqgzeuger war wohl einfach nicht schnell genug von der Bühne gesprungen oder hatte ein Einsehen mit  Alex – so blieb Alex nix anderes übrig, als nach vorne auf den Laufsteg zu gehen und solange zum Groove ein Gitarrensolo zu spielen, bis die Band sich wieder auf die Bühne bequemen würde. Alex, das war dann großes Tennis, fand ich, und beim nächsten mal müssen wir dir noch eine kurze Hose anziehen, und du dir das Hemd vom Leib reißen und dir mit schwarzer Farbe vorne „Angus“ auf die Brust pinseln – wie wär’s?

Abschließend noch ein fettes Lob und großen Dank an Sven, der uns an den Drums ausgeholfen hat – super Job!

 

 

 

01.08.2014

Lippstadt, Rathausplatzfestival

Was tut man nicht alles für einen reibungslosen Ablauf eines Konzertes. Wie in den vorausgegangenen  Berichten zu lesen war, sind wir ja von Juist extra früh morgens aufs Festland geflogen (anstatt die spätere Fähre zu nehmen), um bloß nicht zu spät in Lippstadt aufzulaufen. Also am Flughafen das „Übergepäck“ in den Bulli, und ab ging das. Schon nach 10 Minuten dann der erste Zwischenstopp: „Kaffee! Wach werden!“. Eine weitere Stunde in Richtung Reiseziel: „Kurzer Stop bidde, Kaffee!“ Langsam aber sicher setzten halt doch die ersten Nebenwirkungen der ganzen Unternehmung ein, und deshalb nach einer weiteren Stunde: „Anhalten! Kaffee!“. Leider leider wurde wiederum eine Stunde später filmisch diejenige Sequenz nicht festgehalten, in der irgendwer nur mal kurz die hintere Tür des Bullis öffnen wollte, und gleich unter diversen leeren Kaffeebechern vergraben wurde. Trotzdem oder gerade deshalb: Nach mittelschwerem Stau dann kurzer Zwischenstopp in Osnabrück, um die vorher in den Räumlichkeiten von Phils Musikschule „Bo Beatz“ (Werbeblock Ende) sorgsam verstaute zweite Instrumentengarnitur in den Bulli zu packen. Vor Ort erstmal einen: na? richtig guten Kaffee aus Phils Nobel-Maschine… Wenn ich mich richtig erinnere, gab es dann auf dem weiteren Weg nach Lippstadt nur noch einen Zwischenstopp mit Kaffee, und wir waren gegen 16.45 Uhr vor Ort. Und dann der erste Spruch, den ich zu hören bekam: „Was wollt ihr denn schon hier, Get-In ist erst um 17.00 Uhr…“. OK… erst mal in Ruhe einen Kaffee… Für den Soundcheck war dann wirklich genügend Zeit, sogar so viel, dass wir dann im berühmten „Backstage-Container“  vor dem Auftritt in Ruhe noch Kekse, Kuchen und Kaffee zu uns nehmen konnten. Bester Spruch des Abends dann übrigens genau in dieser Situation, Phil sitzt gemütlich da mit einem Keks und ner Tasse Kaffee in der Hand und hat die Schuhe ausgezogen und die Füße hochgelegt. Sascha guckt interessiert rüber und sagt: „Phil, ich weiss ja nicht, was mit deinen Füßen ist – aber den Fliegen gefällt’s!“. Wir haben so eine Art internes Ranking diesbezüglich, natürlich wird auch intensivst darüber diskutiert, welche Äußerungen für die Öffentlichkeit geeignet sind – jedenfalls führt Sascha momentan unerwartet plötzlich und deutlich. War bestimmt der viele Kaffee…

 

Mal als kurze Zwischenbemerkung: Das Lippstädter Rathausplatzfestival gibt’s jetzt seit 25 Jahren, wir durften also in diesem Jahr einem denkwürdigen Jubiläum beiwohnen. Ich hab dann mal auf ein Übersichtsplakat geguckt, was im berühmten Backstage-Container hängt, und da ist für jedes Jahr des Festivals verzeichnet, welche Bands gespielt haben. Und: Wenn ich mich nicht verguckt habe, waren wir mindestens 20mal dabei, also gleich noch ein Jubiläum. Daher mal Glückwunsch und Dank an die Veranstalter dafür, solch ein Rockmusik-Spektakel über einen derart langen Zeitraum erfolgreich durchzuführen.

 

Dann – endlich – Konzertbeginn. In Lippstadt auf dem Rathausplatzfestival ist es ja immer noch hell, wenn man anfängt zu spielen, daher muss man da schon ein bisschen was tun, um die Leute sofort vor die Bühne zu bekommen. Aber hey, bei der vorherrschenden rekordverdächtigen Koffeinkonzentration im Blut ging das so locker und flockig von der Hand, dass es eine reine Freude war. Also superschnell Party vor der Bühne, und die Band genau in der richtigen Kombinationsdosis aus verrückt, verplant und verspielt. Nun stand ja zum ersten Mal unser neuer Name auf den Plakaten (und kein Hinweis dabei, wie wir früher hießen), und trotzdem kommen die Leute -  das ist schön zu sehen. Bis auf kleine Nebensächlichkeiten (ein sich in Rauch auflösendes Bass-Effektpedal) dann keine weiteren schwierigen Vorkommnisse an dem Abend, sondern schlicht und einfach eine schöne Party. Ach, halt, ein Knüller dann doch noch: Wenn ihr mal zurückblättert zum Tourtagebuch vom Büdchen; da hatte Olli ja unfassbarer Weise beim Van Halen / Liquido – Medley tatsächlich die „Phasen“ verwechselt. Und dann in Lippstadt, Olli sagt Phase 2 an, und Mirko spielt sofort Phase 3 an… Lach… nicht so viel Kaffee trinken, sag ich da nur.

 

Um halb zwölf dann die letzte Zugabe mit Wunderkerzen im Publikum, und eine wilde und sehr spaßige kleine Konzerttour ging zu Ende. Grüße an alle, die dabei waren und mit uns gefeiert haben, und bis demnächst bei einem Konzert in eurer Nähe.

 

 

31.07.2014

Juist, Inselparty

Teil 1: Logistik-Party

In diesem Jahr ergab sich bezüglich des Gigs auf Juist die besondere Situation, dass wir direkt am nächsten Tag nach Lippstadt weiterziehen würden, um dort das Rathausplatzfestival zu rocken. An sich von den Abläufen her nichts Außergewöhnliches, das hatten wir in den Vorjahren auch schon mal. Dieses Jahr hat uns allerdings der Fährplan einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht: Die erste Fähre, die uns am Morgen nach dem Auftritt wieder von der Insel bringen sollte, wäre leider viel zu spät gewesen – so dass wir am anderen Tag viel zu knapp vor Auftrittsbeginn erst in Lippstadt gewesen wären. Also was tun?

Irgendwann war dann klar, dass wir zwei komplette Garnituren von Instrumenten organisieren müssen. Die erste Garnitur für den Auftritt auf Juist, diese würde dann von der uns betreuenden Technik-Firma auf der Fähre mit zurückgenommen werden. Die nächste Garnitur Instrumente wäre also im Vorhinein in Osnabrück zu parken, wir würden am Morgen nach dem Juist-Gig alle in den Flieger steigen, dann schnell nach Osnabrück, und dort mit dem Bulli die zweite Instrumentengarnitur einsammeln, und ab nach Lippstadt! Na, beim Lesen schon den Überblick verloren? Ging uns nicht anders, bei den dutzenden Planungsvarianten für diesen „Doppel-Gig“. Schöner Nebeneffekt jedenfalls bei dieser Logistik-Geschichte: Wir fahren mit der ganzen Band komplett alle Strecken zu und von den beiden Gigs zusammen im Bulli – Klassenfahrt! J 

Für Sascha und mich hieß das: 4:30 Uhr aufstehen, dann eine Stunde später beim Treffpunkt  in Münster sein und Abfahrt nach Osnabrück. Dort alle in den Bulli, und los. Keine weiteren besonderen Vorkommnisse auf der Fahrt ansonsten, wir waren sogar deutlich zu früh am Fähranleger. Juist, wir kommen.

 

Teil 2: Insel-Party

Nach relativ unspektakulärer Fährüberfahrt (und dem ersten Fischbrötchen) geht’s traditionell zuerst mal ins Baumanns, das ist das Restaurant / die Bar am Veranstaltungsort direkt gegenüber der Bühne. Dort gibt’s dann einen Prosecco und die erste kleine Zwischenmahlzeit. Dann einchecken ins Hotel, (für einige) kurz ins Meer hopsen, irgendwann dann Instrumente aufbauen und soundchecken. Pünktlich um 18.00 Uhr beginnt die Veranstaltung mit der berüchtigten „Kinder-Karaoke-Show“ mit dem ebenfalls berüchtigten DJ Matze. Matze, du hast das dieses Jahr wirklich gut im Griff gehabt mit den Kindern – die haben sich schon nach einer Stunde auf die Bühne getraut zum  Mitsingen! Respekt! (Kleiner Scherz, natürlich hat das nicht so lange gedauert). Und was die Kleinen und sogar die Kleinsten da teilweise gesangstechnisch bereits im frühesten Alter abliefern, ist schon spektakulär. Dem Zeitgeist entsprechend mussten dann natürlich gleich drei Kinder hintereinander „Atemlos“ von dieser Frau Fischer zum Besten geben – in meinen Augen (Ohren) gehört dieses Machwerk auf den Index,  wegen akustischer Umweltverschmutzung… aber lassen wir das.

Und dann gings endlich los: 20.00 Uhr, Bühne frei, Faders Up! ist am Start. Und obwohl wir ja dieses Jahr zum ersten Mal unter unserem neuen Namen hier auftreten, war erstaunlicherweise allen sofort klar, dass wir es sind – das hat sich anscheinend sehr schnell rumgesprochen, und ist ja auch gut so. Schließlich ist Juist neben einigen anderen Veranstaltungsorten sowas wie unser Wohnzimmer. Zwei drei Lieder zum Warmwerden, dann ab und an die „Audience-Participation“-Nummern, und ab geht das! Scheinbar funktioniert gerade an der Küste der gute „Leuchtturm“ immer, und spätestens ab diesem Zeitpunkt gibt’s dann auch beim Publikum keine Hemmungen mehr bezüglich der „Party-cipation“.

Jetzt ist es ja jedes Jahr so, dass auf der erhöht im zweiten Stock liegenden Außenterrasse des vorher schon erwähnten Baumanns so ungefähr zwei Dutzend Menschen sitzen, die sich das Konzert von dort aus quasi wie aus einer Loge heraus anschauen können. Und ich denke jedes Mal: Ihr armen Schw…, wenn ihr wüsstet… Die Menschen da oben müssen nämlich antreten im Gesangsbattle, und das natürlich gegen die gesamte auf dem Platz verteilte Menschenmenge (und das sind nicht gerade wenige). An alle die, die dies hier lesen und beim Konzert da oben gesessen haben: In unseren internen Rankings wart ihr auch nicht lauter oder leiser als die Balkonisten der letzten Jahre, also keine Sorge… Zum Trost und zur besonderen Erheiterung hatten wir dann dieses Jahr geplant, dass Olli einen Song von oben vom Balkon zum Besten geben würde. Also Funkmikrofon geschnappt, in rekordverdächtigem Tempo von der Bühne durch die wirklich engstehenden Leute gewuselt, durchs Lokal und ab nach oben. Gute Idee, aber schwierige Ausführung: Da ja die Musik von der Bühne aufgrund der räumlichen Distanz mit circa einer halben Sekunde Verspätung oben bei Olli auf dem Balkon ankam, hat Olli also quasi immer dann angefangen zu singen, wenn Mirko auf dem Keyboard den Ton schon längst gespielt hatte. Mirko hat wiederum versucht, immer dann weiterzuspielen, wenn er Ollis Singsang vernommen hatte – leider auch immer eine halbe Sekunde später. Seeeeehr lustig das, klang wie zwei Gummibänder, die nicht miteinander spielen wollten, war aber dennoch der Knaller und lag (nach Applaus und Gejohle zu urteilen) anscheinend in der Publikumsgunst ganz weit vorne. Vielleicht sollten wir mehr Comedy ins Programm einbauen?  

Langsam wurds dann dunkel, und von hier aus einen fetten Dank an Thorsten und die beiden Christians von „Starlight Showservice“, die uns dieses Jahr erstmals auf Juist betreut haben. Wir wissen, dass der ganze Logistik-Wahnsinn auch für euch echt anstrengend ist, umso mehr nochmal von hier aus vielen Dank für die wirkliche tolle Technik und vor allem auch das beste Licht, was wir je auf Juist hatten. Wir spielen da ja in der kleinen Kurmuschel, in welcher Nachmittags immer noch das kleine Kurorchester im Dreivierteltakt walzt, und in diese kleine Kurmuschel dann innerhalb weniger Stunden mal eben eine Rockband und noch die ganze Lichttechnik so dezent einzubauen, dass es dennoch nach außen hin opulent wirkt, habt ihr echt gut hinbekommen. Ich hoffe, man sieht das alles gut auf dem Juist-Video, was wir mit ein paar Kameras gemacht haben und welches sich derzeit im Schnitt befindet – wir bitten da um ein bisschen Geduld. Ebenso kann man dann da sehen, dass wie immer der Auftritt leider viel zu früh zu Ende sein muss – die Leute, die vor Ort sind und dann vor der Bühne stehen, haben ja schließlich Urlaub und würden mit uns vermutlich bis in den frühen Morgen feiern. Andererseits wollen die eher kurorientierten, vielleicht etwas älteren Inselbesucher dann auch irgendwann mal schlafen können, somit geht das schon klar. Also: War ein gigantischer Gig (nochmal: „Tiptop!”, wie Alex sagen würde), vielen Dank an alle, die da waren. Wir sind dann jedenfalls sehr euphorisiert weitergezogen zur nächsten Station:

 

Teil 3: After-Show-Party

Das war zuerst mal die „Welle“. Die Welle ist eine kleine gemütliche Musik-Kneipe, quasi direkt neben der Bühne, und da gehen wir in den letzten Jahren nach dem Auftritt immer gerne hin. Der Inhaber dieses Etablissements zeichnet sich vielleicht nicht durch übermäßige und unerwünschte Quassel-Attacken aus, dafür aber durch eine wirklich sehr spezielle Musik-Auswahl, die ihresgleichen sucht. Da läuft dann nicht einfach irgendeine schlechte Playlist mit dumpfen Gassenhauern, wie das in vielen vielen Kneipen ja leider der Standard zu sein scheint – vielmehr wird da händisch sehr fein ausgesucht und tatsächlich einiges zu Gehör gebracht, was ich schon lange nicht mehr gehört habe. Die frühen Genesis, noch mit Peter Gabriel, in der Art-Rock-Phase, und das in einer Kneipe auf Juist – nicht schlecht. Dazu gibts dann das verdiente After-Show-Bier, bzw. eigentlich immer Gin-Tonic. Damit das Ganze hier nicht zu sehr nach „Berichte aus der Pubertät“ klingt, überlasse ich weitere Details zu Getränken und zum weiteren Verlauf in dieser Lokalität eurer Phantasie, ich bin gebeten worden, da doch nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Obwohl schon noch zwei weitere Lokalitäten angesteuert wurden, und da nochmal andere Menschen ins Spiel kamen. Zumindest kann ich sagen, was es dieses Jahr angeblich nicht gab: Hamster in T-Shirts und unbekleidete Bandmitglieder beim Moonshine-Swimming. Wer weiß, vielleicht mischt sich hier der eine oder andere aus der Band ja noch schriftlich ein, denn das große Finale habe ich schon nicht mehr miterlebt – ich wollte zumindest drei Stunden schlafen, bevor es am anderen Morgen dann weitergehen sollte.

 

Kleiner Einschub von Alex jetzt:

 

"Nachdem die Welle auch die letzten Jahre bereits angesteuert wurde, stand vor allem mir der Sinn danach sich nochmal auf die Piste zu wagen! Immerhin hatten wir den ganzen Tag nur Apfelsaft getrunken.
Jeder der bereits mal auf Juist war, weiß um die nicht allzu große Auswahl an Kneipen bzw. Partylocations. Schwierig. Vor allem um die Uhrzeit. Nicht desto trotz bekamen wir aber von Friedrich und seiner Mitarbeiterin Anne ( Friedrich ist übrigens derjenige, der Schmitz so gern auf den Kopf haut, weil er aus Nachrodt im Sauerland kommt - lange Geschichte...) den Tipp, doch mal das neue Cafe del Mar an den Stranddünen "Hohe Düne" auszuprobieren. Friedrich, der als Künstler ebenfalls aus Nachrodt kommt und vor Dekaden nach Juist ausgewandert ist, kennt sich aus, hat dort die Decke gemalt und zog uns quasi mit. Gute Sache wie wir fanden. Ein Ortswechsel tat nochmal gut, wobei Philip nicht so begeistert war. Während alle anderen vor allem den nächsten Drink vor Augen hatten, war er auf der Suche nach Nachos. Die wurden vorher großartig angekündigt "da gibts bestimmt noch was zu Essen" - ja nee, is' klar. Und so kam es auch: Die hatte der Wirt leider nicht mehr. Sehr zum Leidwesen unseres Drummers: "Ker, ich will jetz hier Nachos." - Egal: Dann doch Gin Tonic. Wir verbrachten eine Weile im schönen Aussenbereich des neu gebauten, modernen Strandcafé's bis der Hammer fiel und man uns letztendlich rausbat. Nach div. Whiskey Cola, Gin Tonic und eingen Litern Pils war mittlerweile so ca. 3-4 Uhr. Man könnte denken, es reicht dann für den Abend...falsch gedacht. Der Weg und der gute Vorsatz nun ins Bett zu gehen währte gerade mal 15m. Quasi um die Ecke beim Cafe del Mar schallte es aus der Eingangstür der ortsansässigen Stranddiskothek dermaßen heraus, dass die Partyfraktion (mittlerweile nur noch Olli, Schmitz, Bo und Sascha) wie die Zombies in den Dunkelschuppen stürzte. Uns empfing ein leerer Laden mit einer 80er jahre Lightshow. Egal: Ab ans Brett. Pils. Und davon nochmals viel. Ich erinner mich noch einen Whiskey Cola bestellt zu haben, der aber so stark war, dass ich mir den zweimal hab verdünnen lassen. Der Barkeeper hatte sichtlich Spass daran, zu der Stunde noch was auszuschenken. Wir waren auch dort noch eine ganze Weile. Leider ist der Rückweg in meiner Erinnerung etwas Dunkel. Es muss so um die 6 Uhr gewesen sein. Wann klingelte nochmal der Wecker? ;) "

 

Hier Ende des Kommentars von Herrn Schmitz, weiter Herr Toff.

 

Jedenfalls: Danke von dieser Stelle aus an unsere(n) Gastgeber Thomas Vodde (und natürlich an Axel, und diverse andere Personen im Hintergrund): Wie immer lief das alles perfekt und hat uns sehr viel Spass gemacht. Wir freuen uns, jetzt schon verkünden zu dürfen, dass wir im nächsten Jahr am 24.07.2015 wieder auf Juist zu hören und zu sehen sein werden – also schon mal Urlaub planen und Hotel klarmachen!

 

 

Teil 4:  Rückreise – auf nach Lippstadt

Also wenn Olli nich gewesen wäre, dann wäre der Schmitz jetzt noch auf der Insel. Die beiden hatten ja die grandiose Idee, kurz vor knapp (sprich: morgens Kutsche zum Flughafen) auf Juist doch noch eine Stunde schlafen zu wollen. Und laut Olli ist der Schmitz nicht aufgewacht, obwohl: a) der Fernseher im Hotelzimmer lief, b) der Wecker an Schmitzens Handy klingelte c) der Wecker an Ollis Handy klingelte und d) der zusätzliche Reisewecker von Olli klingelte. Nachforschungen haben ergeben, dass der Schmitz dabei nicht einmal Ohrenstöppsel in den Gehörgängen hatte.  Wahnsinn! Das erklärt (nur so nebenbei) wahrscheinlich auch die Lautstärke der Gitarre auf der Bühne… Irgendwie haben es dennoch alle in die Pferde-Kutsche geschafft, die die fünf Kilometer zum Flughafen in sensationellen 40 Minuten geschafft hat (was nicht despektierlich gemeint ist, führt man sich den zusätzlichen Anhänger mit den ganzen Gitarren usw. vor Augen). Zwar wartete die zweite Instrumentengarnitur in Osnabrück auf uns, dennoch mussten einige spezielle Instrumente (wie z.B. die mundgeschnitze und mit Weihwasser getränkte Fender Blabla-Caster von 1758…) mit in den Flieger genommen werden. Entsetzte Blicke beim Check-In auf Juist – leider knapp 200kG Übergepäck, welches dann tatsächlich mit einer weiteren Maschine rübergeflogen wurde. Leider auch zusätzliche Kosten in dreistelliger Höhe… Schluck.

Also alle rein in die 8-Sitzer Maschine, und abgehoben. Und dann mein persönliches Highlight dieses Jahres: Derjenige aus der Band mit der größten Klappe weit und breit, auf der Bühne immer für die große Rockstar-Pose zu haben, verfällt angesichts des ersten wirklich kleinen und zu vernachlässigenden Luftloches in Panik und ruft mit deutlichem „P“ in den Augen zum Piloten: „Alter, mach jetzt kein Scheiss…“ Lach… Ihr dürft raten, wer gemeint ist.

Commander Phil hat uns dann jedenfalls wohlbehalten und sicher nach Lippstadt gefahren. Jener Bericht über den Gig in Lippstadt folgt dann morgen – stay tuned.

 

 

 

25.07.2014

Osnabrück, Büdchenfest

Hoch oben über Osnabrück liegt der unter Extrem-Alpinisten bestens bekannte schöne Westerberg, und mittendrin die wundervolle Gaststätte „Büdchen“. Im Büdchen kann man von Mai bis September im wirklich toll gelegenen und gestalteten Außenbereich Kaffee trinken und Kuchen essen oder auch ein Bierchen trinken, und natürlich findet auch drinnen in den Räumlichkeiten des Büdchen die eine oder andere Veranstaltung statt. Draußen gab’s diesen Sommer (und auch schon in den letzten Fussballjahren) natürlich ein Public Viewing zur WM, und natürlich: Das Büdchenfest!

 

Dabei handelt es sich um ein kleines aber feines Rockmusik-Festival, welches von Michael und Sandra (den langjährigen Betreibern des Büdchens) schon seit einer gefühlten Ewigkeit ausgerichtet wird. Der Außenbereich des Büdchens ist ja von altehrwürdigen hohen Bäumen quasi so eingerahmt, dass man das Gefühl hat, dieses Festival würde quasi unter einem natürlichen Zeltdach stattfinden – wirklich selten und sehr gemütlich. Mit Faders Up! (bzw. damals natürlich unter unserem alten Namen) spielen wir ja nun auch schon bestimmt das zehnte Mal auf diesem Fest, dementsprechend groß war die Vorfreude. Man muss das hier mal sagen: Respekt und dicken Dank an Sandra und Micha, denn wer hat heutzutage noch den Mut, ein solches kleines Festival auszurichten mit ausnahmslos handgemachter Rock- und RockCover-Musik? Und das auch noch so liebevoll, aber dennoch sehr professionell organisiert und durchgeführt. Genug gelobhudelt… Am Donnerstag vor uns war wie in den letzten drei Jahren auch schon die „Women in Rock“-Revue am Start, und was die 5 gestandenen Sängerinnen samt Profi-Backing-Band dem Publikum da an bekannten Song-Klassikern von berühmten Sängerinnen um die Ohren hauen, war mal wieder bemerkenswert.

 

Was Michael am Freitag zur Ankündigung unseres Auftrittes dann zu folgender Ansprache bewog: „Gestern hatten wir ja hier die Ehre, perfekte Sängerinnen anhören zu dürfen, die auch noch verdammt gut aussahen – tja, schaut heute mal auf die Bühne“. Aber mit Spott können wir leben, würde ich sagen, und Olli war dann auch der Meinung, dass wir vielleicht nicht ganz so gut aussehen wie die Damen vom Donnerstag, dafür aber wesentlich origineller. Und um das ganze hier mal sportlich zurückzuspielen: Lieber Micha, du musst zugeben, dass wir dafür das Publikum wesentlich früher „am Start“ hatten, als das Donnerstag der Fall war… Und im Gegensatz zu einigen anderen Auftritten der letzten Jahre hatte ich dieses Jahr den Eindruck, dass das auf dem Büdchenfest versammelte, traditionell recht anspruchsvolle Publikum sehr sehr schnell alle Hemmungen ablegte und schlicht und einfach mit uns eine wilde Party gefeiert hat – Tiptop, wie Alex sagen würde! Ich hatte ja vorher kurz Alex (unseren Setlisten-Chef) darauf hingewiesen, dass wir doch angesichts des etwas „reiferen“ Publikums auf dem Westerberg vielleicht die eine oder andere Eins-Live-Nummer rausschmeißen, und dafür lieber den einen oder anderen Klassiker reinnehmen sollten. Und was macht Mirko: Erzählt brühwarm bei offenem Mikrofon, dass Toff ja gesagt hätte, das Büdchen wäre eine Ü40-Party… An dieser Stelle hat der Schreiber dieser Zeilen hektisch etwas auf dem Boden unter dem Mischpult gesucht, was nie dort hingefallen war.

 

Nun ja, aber der größte und lustigste Bug passierte dann doch ausgerechnet demjenigen, den ich beim letzten Mal für seine italienischen Pizzakünste so gelobt hatte. Ihr wisst schon: Der Sänger! Nun gibt es ja bei uns seit über zwanzig Jahren die Tradition, zum Schluss des Konzertes jenes Van Halen / Liquido – Medley zu spielen. Und das wird ja vorher und zwischendrin immer wieder anmoderiert mit den drei „Phasen“: 1. Hände nach oben; 2. Hände bewegen / schütteln; 3. Den Rhythmus anklatschen (dazu Groove von den Drums).  Kennt ihr ja alle. Im Schlaf. Phil meinte dazu: Wenn du ihn nachts um drei weckst und ihn mit „Phase 3“ anbrüllst, klopft er sofort den passenden Rhythmus. Ohne wach zu sein.

Und was macht Olli: „Phase 2, Rhythmus anklatschen“. Wirklich! Das Resultat: Völlige Schockstarre und ungläubiges Staunen bei der Band, Abbruch der Nummer, hysterisches Gelächter, völlig verwirrtes Publikum. Herrlich! Lange nicht mehr so gelacht! Und ein total verpeinlichter Olli! Wunderbar! Mehr davon!

Zum Schluss dieses Berichtes bleibt noch, die allerletzte Zugabe des Abends zu erwähnen, welche dann gesangstechnisch der gute Micha übernommen hat. Micha, du siehst zwar auch nicht so gut aus wie die Mädels vom Donnerstag, hast aber als „Nicht-Profi“ ne verdammt inspirierte Version von „Angels“ hingelegt – und zwar ganz alleine, ohne Hilfe eines Textblattes. Respekt! Und während des Gitarrensolos durfte das versammelte Büdchenpublikum den wohl längsten Kuss miterleben, den jemals das Veranstalter-Pärchen eines Musikfestivals auf offener Bühne performt hat – Hollywoodreif.

 

 

 

19.07.2014

Georgsmarienhütte, Abi-Ball

19.07.2014

Georgsmarienhütte, Abi-Ball

 

Ich wollte ja auch in diesem Text eigentlich wieder die Kategorie „Musikerwitze“ unterbringen, und leider, leider hätte es auch dieses Mal wieder die singende Zunft getroffen („Was macht der Sänger, der zum Auftritt eine akustische und eine E-Gitarre mitbringen soll? Er verkündet freudestrahlend, dass er die akustische Gitarre dabeihat!“) – aber ich mache das hier bewusst nicht! Denn, unser Barde hat auf anderem Gebiet derart gepunktet, dass ihm alles andere vergeben sei. Seit Samstag hat Olli offiziell in der Band einen neuen Namen: Don Olivero! Später mehr dazu…

 

Man muss ja auch mal was Negatives schreiben, und nicht immer nur alles hochloben, daher: Tut mir leid, aber es war am Samstag einfach zu heiß. Schon der Soundcheck war temperaturtechnisch kaum auszuhalten, und ehrlich gesagt war ich sehr neidisch und hätte zur Soundcheck-Zeit lieber im direkt gegenüberliegenden Freibad geplanscht (von welchem zu allem Überfluss auch noch munter diverse Badegeräusche zu uns hinüberschallten…). Aber man kann halt nicht alles haben. Soundcheck ging dann aber locker flockig von der Hand, auch von der ausführenden Technikfirma alles super (Dank an Starlight Showservice – Hannes und Christian).

Dann stand noch der Soundcheck der angekündigten Abi-Band an, und das war plötzlich etwas umfangreicher – vier Gitarren, Bass, Keys, Drums, zusätzlich noch eine echte Bläser-Sektion und gefühlte 37 Sänger und Sängerinnen. Man durfte gespannt sein…

Nach den obligatorischen Reden, Ehrungen und dem Abfeiern des Abi-Liedes gings dann zu unserem ersten Set, und bis auf ein paar wirklich heroische tanzende Eltern war’s vor der Bühne erst mal nicht so voll – volles Verständnis, wenn ich nicht hätte am Mischpult stehen müssen, wäre ich auch nach draußen gegangen und hätte versucht, irgendwo jemandem einen halben Liter frische kühle Luft wegzuschnappen. Egal, dann direkt nach uns die Abi-Band, und die war sogar richtig gut! Nicht lediglich zwei oder drei  mühsam erprobte Nummern wurden da geboten, sondern ein ausgewachsenes Set mit 14 Stücken – Respekt. Irgendwann ging es dann auch mit den Temperaturen, Tanzfläche voll, und wir haben mit der glücklichen Abiturientia samt Anhang noch bis spät in die Nacht ne echt schöne Party gehabt – super Abend!   

 

Ach ja, Don Olivero: Wir sind dann nach den Soundchecks kurz zu Olli gefahren, um mal die Klamotten zu wechseln und noch bandintern ein paar Dinge zu besprechen, und auf einmal stand er da in weißer Chef-Schürze, sprach nur noch italienisch und hat irgendwas von „Steinofen“ gefaselt. Dann hat er in große Keramikschüsseln gegriffen, dort einen extrem dünnen aber zugfesten Teig hervorgeholt und damit rumhantiert, als würde er Frisbee spielen wollen, irgendwelche Dinge aus anderen Schüsseln draufgeschmissen, und das Ganze dann in/auf den schon erwähnten „Steinofen“ geschmissen. Und das Ergebnis war die beste handgemachte Steinofenpizza, die wohl wir alle je in unserem Leben verzehren durften. Ich wusste bis Samstag auch nicht, dass man mit 6 Leuten 15 (in Worten: fünfzehn) Pizzen vernichten kann – herrlich!  Also wirklich: Pizzerien in Deutschland, zieht euch warm an – der Don kommt und macht euch fertig!

Bis demnächst, vielleicht ja zu dem einen oder anderen Termin in eurer Nähe!

 

 

 

 

 

11.07.2014

Hasbergen, AbiBall

Moinsen!

Also zu meiner Zeit fand so ein Abiball wahlweise in der schuleigenen minimalausgerüsteten Aula statt oder, bei den „besseren“  Gymnasien, maximal in irgendeiner muffigen Stadthalle. Deko damals: Ein wenig Lametta. Bestenfalls.

 

Was die heutige Abiturientia dagegen an den Start bringt, sieht da schon ganz anders aus. So wurde am Samstag „mal eben“  kurz eine ganze Tennishalle umgebaut, und das sah dann aus wie eine Mischung aus Galatempel und Wembley-Open-Air Bühne. Respekt, kann ich da nur sagen! Gerade auch die im Raum verteilten und mit Scheinwerfern gespickten Lampensäulen haben eine wirklich sehr schicke und schöne Atmosphäre gezaubert, so dass einer stilvollen Party definitiv schonmal nichts im Wege stand (Danke auch an die ausführende Technikfirma, war alles sehr amtlich).

 

Wie das so ist in der Band, wurde vorher der Mund vollgenommen und bandintern dazu aufgefordert, angesichts der Location Tennisschläger und Tennisschuhe mitzubringen. Und: „Schweißbänder“! Tatsächlich: „Schweißbänder“! (dazu noch später mehr…) Die Idee war, sämtliche offenen Rechnungen innerhalb des Bandgefüges nach dem Soundcheck und vor Beginn der Abi-Feier dann quasi ein für alle Mal auf dem grünen Rasen in Form einiger Tennis-Matches auszuspielen. Diverse Doppel-Konstellationen wurden im Vorfeld ausgeklügelt, um die Spiele auf möglichst fairem und hohem Niveau stattfinden zu lassen (dabei war es natürlich geboten, dem Schreiber dieser Zeilen im Vorhinein den geeigneten, genügend spielschwachen Doppelpartner zuzuweisen, schließlich hatten alle anderen ziemliches Muffensausen vor ansonsten deprimierenden Niederlagen…). Ich darf hier allerdings verraten, dass aus dem ganzen Unterfangen nicht wirklich was geworden ist, und auch das hängt wieder mit dem Themenfeld „Schweißband“ zusammen.

 

Leider wars in der Halle nunmal derart heiß, dass an Tennisspielen absolut gar nicht zu denken war. Und glücklich die, die ein Schweißband dabei hatten… Relativ früh am Abend gings nämlich schon los, bei so einem Abiball müssen ja auch die obligatorischen (und meist auch durchaus zeitlich ausgereizten) Reden und Ansprachen stattfinden – und ich hab noch nie eine ganze Halle von Menschen gesehen, die alle versucht haben, sich mit irgendeinem Gegenstand ein wenig Luft zuzufächeln.

 

So wie die anfangs angesprochene üppige Ausstattung der Location war dann aber auch das weitere  Programm: Zu Anfang spielte ein Orchester aus Schülerinnen und Schülern, und danach sogar noch eine gute Abiband – fett!

Nach dem Abendessen gings dann für uns los mit dem Auftritt. Abibälle haben ja den unschätzbaren Vorteil, dass die Leute nun mal gerade fertig sind mit ihrer Schullaufbahn und dementsprechend die bedingungslose Mission zum Feiern quasi automatisch zur Party mitbringen. Schön für alle, von Anfang an Party pur, und sogar die Titel, die wir für die ja auch anwesende etwas ältere Eltern- und Lehrergeneration eingestreut haben, fand man genauso gut wie das etwas modernere Zeugs. Das hat viel Spass gemacht, gerne mehr davon!

 

Heutige kurze Rubrik „Witze“: Was macht ein Sänger (der ja ohnehin immer am wenigsten Equipment mit zum Auftritt bringt), wenn er im Vorfeld des Gigs die anspruchsvolle Aufgabe erhält, bitte an Schweißband, Tennisschläger und vor allem Tennisschuhe zu denken?

Richtig! Er vergisst seine normalen Auftritts-Schuhe. Und dann fällt ihm fünf Minuten vor dem Auftritt ein, dass Tennisschuhe zum Gala-Anzug ebenso wenig passen, wie die Flip-Flops, die er gerade anhat… Aber auch das haben wir selbstverständlich elegant gelöst.

 

Kurzer Ausblick in die nächste Zeit: Nach einem weiteren Abiball diese Woche in GM-Hütte geht’s dann am Freitag, den 25.07 zum Büdchenfest, ein wirklich schönes kleines Open-Air-Festival in Osnabrück. Am 31.07  fahren wir nach Juist und rocken die Insel, und am drauffolgenden nächsten Tag düsen wir zurück und nach Lippstadt, zur Jubiläumsausgabe des Lippstädter Rathausplatzfestivals. Alles total schöne Veranstaltungen, und wir freuen uns drauf, den einen oder die andere von Euch dort zu treffen.

Bis dahin!

 

 

 

 

13.06.2014

Lippstadt, Campus Eröffnung

Wie schön, Sommer, gutes Wetter und ein Open-Air, besser geht’s ja nicht. Bzw. doch noch besser, denn  relativ früh am Abend schon ging´s nach Lippstadt, um die in den letzten zwei Jahren neu gebaute Hochschule Hamm-Lippstadt zu eröffnen. Die HSHL hat zwei Campusse (Campi? Campuus? Campinos? Camps? Campinen? Cabinen? Für weitere Vorschläge bitte ich um kreative Einträge ins Gästebuch…), einen in Lippstadt und einen in Hamm, angeboten werden so unterschiedliche Studiengänge wie „Angewandte Biomedizintechnik“, „Business- And Systems Engineering“, „Product  And Asset Managment“, „Mechatronik“ oder auch „Witschaftsingenieurwesen“. Vielfältig also, und genauso vielfältig war dann auch das Programm an diesem Eröffnungsfesttag: Zu erleben waren diverse Führungen durch Labore und Studieneinrichtungen, sowie simulierte Ballonfahrten, Kletterwand, Workshops und natürlich die obligatorische Hüpfburg (leider dürfen da ja nie Erwachsene drauf…).

 

Mein besonderes persönliches Highlight bei der Durchsicht des Veranstaltungsprogrammes:  „Smart grillt leckerer! Regelung eines Pellet-Grills“; Vorführung  von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schneider. Leider fand diese Vorführung schon früher am Tag statt, so dass ich nicht teilnehmen konnte, dennoch, Herr Schneider, falls Sie hier mitlesen: Ich beantrage die baldige Wiederholung dieser Vorführung, eventuell ja im Rahmen des Wohnzimmerkonzertes von Faders Up!, welches  im Herbst stattfinden wird. Sollten Sie in der Lage sein, mit Hilfe Ihrer elektronischen Grill-Regelung auch noch andere Parameter nebenstehender Geräte oder sogar der Musiker  zu optimieren, stünde einer dauerhaften Anwendung Ihrer Forschungen auch auf benachbarten Gebieten sicherlich nichts im Wege (und Interdisziplinarität ist ja etwas, was sich alle Hochschulen besonders auf die Fahnen schreiben). Wenn ihre Apparate also nebenbei vielleicht auch noch die Lautstärke unseres  Gitarristen oder die Sinnhaftigkeit der „Ansagen“ unseres Frontsängers im Blick behalten könnten, wäre das doch ganz im Sinne eines „Outsourcing“ wissenschaftlicher Forschung in das rauhe Feld der Praxis.  Man verzeihe mir diesen kurzen Ausflug in die Welt der Hochschulpolitik, zurück zur Musik:

Der gute alte Grill, um den sich dann später tatsächlich auch die Leute gruppierten, die hinterher mit uns noch vor der Bühne feiern sollten, war dann allerdings kein Hightech-Modell, sondern ein ganz handfestes Modell konventioneller Bauart.  Olli hatte auch sofort den richtigen „Riecher“ (im doppelten Wortsinn), welche Leute er denn gleich zu Anfang des Konzertes ansprechen und animieren sollte – und genau diese 20 bis 30 Leute waren dann auch die, die die letzten Songs unseres Konzertes mit uns vor der Bühne abgefeiert haben. Denn, man kann es nicht anders sagen: Offenbar war das Tagesprogramm schon so umfangreich, dass dann zum späten Nachmittag sich doch die Zuschauerreihen merklich lichteten, und vor der Bühne „jetzt nich soo viel Leute“ standen. 

Macht aber gar nix, denn die Stimmung und die Location waren einfach nur hervorragend. Von hier aus auch noch ein dickes Lob und ein Dankeschön an die Veranstalter, wir haben uns wunderbar versorgt gefühlt. 

Erwähnenswert erscheint mir auch noch die Drohne, die fliegend unser Konzert überwacht und gefilmt hat. Der dieses Fluggerät steuernde Herr hat sich zwar nicht getraut, das Ding mitten auf die Bühne fliegen zu lassen (was wir natürlich extrem witzig gefunden hätten und bestimmt kreativ in die Bühnenshow eingebaut hätten – beim nächsten Mal also bitte etwas mehr Mut und Vertrauen in die Band, bitteschön! Das Ding hätte man später sicherlich leicht wieder reparieren können!). Vielleicht wäre es ja möglich, an die Aufnahmen zu kommen, solche fliegenden Bühnenbilder aus der Luft hatten wir bis jetzt noch nie.

 

Ich darf noch eine Premiere ankündigen: Ab sofort startet hier an dieser Stelle in loser Folge die Reihe „Musikerwitze, direkt aus dem Leben und von der Bühne gegriffen“. Los gehts, Folge 1, aus der Kategorie „Über Gitarristen“:

Was macht ein Gitarrist, wenn er mitten im Song vergisst, welcher Akkord als nächster zu spielen ist? Na?

Riööchtiööög: Er spielt ein Solo.

Was war passiert: Mitten bei „Music“ von John Miles, welche ja einer der Paradenummern unseres Tastenschlumpfes Mirko ist, und ja dementsprechend „tastenlastig“, hebt auf einmal Alex zu einem infernalischem Gitarrensolo an – hab ich SO jetzt noch nicht gehört bei dem Song. Respekt, Alex! Lach…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal. 

 

 

 

 

01.06.2014

Münster, Hafenfest, Stadtwerke Bühne

Ja, das Hafenfest, das ist sehr sehr schön. So grob gesagt spielen wir da ja schon seit circa 10 Jahren immer wieder (Dete? Korrigier mich!?), und dementsprechend groß ist die Vorfreude auf diesen doch „großen“ Gig. Für die Osnabrücker und andere, die das nicht kennen: In Münster gibt es den seit kurzer Zeit  sogenannten „Kreativkai“ (früher hieß das einfach „Hafen“, was ich wesentlich sympathischer finde – ich schätzt ja auch mal, dass die Veranstalter das Hafenfest zukünftig wohl nicht in „Kreativ-Kai-Fest“ umbenennen werden,  oder?), das ist das Gebiet um den Stadthafen I, bekannt als Hafen Münster, ein Binnenhafen umgeben von  ehemaligen industriellen  Hafenanlagen entlang den verlängerten Kanal-„Armen“. So gegen Ende der1980er entdeckten zuerst eher alternative Unternehmungen das Gelände, dann siedelten sich entlang der Wasserlinie diverse schöne Clubs und Restaurants an, während in den letzten Jahren dann der Trend zu eher glitzernden Bürotempeln unübersehbar wurde.  Und in diesem Areal richtet der Hafen e.V. Münster seit Jahren das Hafenfest aus, mit drei Bühnen, jeder Menge Kleinkunst und diverser anderer Action. Und als Veranstaltungsort ist das natürlich wunderschön und als Veranstaltung sehr vielseitig.

Sascha und ich hatten ja tatsächlich direkt vor unserem Faders Up! – Konzert noch einen Auftritt auf der Jazzbühne mit einer anderen Band bzw. in anderer Funktion. Also direkt nach dem Konzert die Sachen und die Beine in die Hand, und so schnell wie´s irgendwie ging rüber zur Stadtwerke-Bühne. Da wartete dann schon eine perfekt vorbereitete Bühnencrew auf uns (ein fetter Dank an alle aus dem Kompakt-Sound-Team!), so dass wir dann fix aufgebaut und gesoundcheckt hatten. Und dann ging´s los. Ist natürlich erst mal komisch, wenn’s noch so hell und so Sonntag ist – aber dafür waren dann doch erstaunlich viele Leute da, und Respekt, liebe Leute,  der Wille zur Party eurerseits war nicht zu übersehen und nicht zu überhören. Sehr cool!

Von wegen „Überhören“: Besonders lustig fand ich ja, als dann die genau vier anwesenden Fans aus Osnabrück antreten mussten gegen die (wie viele Hundert?? Keine Ahnung, ich hab nicht durchgezählt) Münsteraner, und zwar im „Audience Participation-Part“ von „What´s Up“, welches  Mirko mal wieder grandios gesungen hat und dann (auch wie immer) die Menge vor der Bühne genötigt hat, zum Gesangsbattle anzutreten. Ihr könnt euch denken, wer gewonnen hat (und ich als Münsteraner finde das auch richtig so  :-) )

Tjaaa, und irgendwann war dann kurz der Phil weg J Da ist ihm doch tatsächlich der Schlagzeughocker unterm Arsch weggebrochen – was hab ich gelacht. Und wenige Sekunden später sah man voller Hektik zwei Jungs der lokalen Bühnencrew  mit zwei quietschgelben Getränkekisten auf die Bühne eilen, welche dann für die letzte Hälfte des Konzertes als Drumhocker dienen durften. Phil, ich kann mir vorstellen, dass du heute bestimmt Schmerzen hast.

Um hier auch mal ein paar Bandinterna zu leaken:  Unser Gitarrenmann Alex tritt ja in der Regel immer sehr stylisch mit dieser schwarzen Mütze auf dem Kopf auf. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit  fliegt  ihm die bei jedem Konzert irgendwann mal von der Rübe, und wir sind bandintern immer noch nicht dahintergekommen, ob Alex die Mütze jetzt absichtlich verliert, oder ob das bei jedem Konzert tatsächlich ganz zufällig beim Headbangen bei einem seiner gefürchteten Soli passiert. Und er verrät uns das auch nicht. Übrigens, Alex, als du da gestern dir dann wieder mal deine Mütze vom Kopf gebangt hast, da stand neben mir am Mischpult ne junge Frau und hat spontan „ist der süüüß mit Haaren“ geschrien – nur mal so als Rückmeldung aus der Crowd…

Wohingegen in dem Moment, in dem Olli mal wieder irgendwelche Geschichten über bandinterne Tennis-Matches zusammenphantasiert hat, jemand neben mir messerscharf trocken „Snob“ gemurmelt hat. Na ja… man muss halt polarisieren in diesem Business J

Tja, je später der Abend desto Rock, und spätestens bei „Killing In The Name Of“ gab’s dann kein Halten mehr. Wir hätten noch so gerne weiter gespielt, aber leider war viel zu früh Schluss – so ist das halt mit den Nachbarn, die am anderen Morgen wieder zur Arbeit müssen. Schön, dass ihr alle da wart und mitgefeiert habt. In diese Sinne, wir sehen uns bei den nächsten Konzerten und freuen uns auf Euch!

 

 

10.05.2014

Osnabrück, Maiwoche, Georgstr.

Maiwoche!

Samstag war es dann soweit: Sicherlich einer DER Saionhöhepunkte, wie schon seit nun fast 20 Jahren, ist für uns der Gig auf der Maiwoche in Osnabrück. Wochenlang hatten wir uns vorbereitet, diverse neue Songs einstudiert, an der Show gefeilt und Promo-Material eingekauft. Vorfreude pur!

Und dann, am Freitag vorher, die miesesten Wetteraussichten, die man sich so vorstellen kann… Ouh ha! Ich persönlich hatte am Freitag vor der Maiwoche in einer anderen Stadt ein Open-Air-Konzert einer anderen Band gesehen, bei dem es – nicht übertrieben  – dreieinhalb Stunden durchgeregnet hatte, und so circa 30 Leute vor der Bühne standen. Und die Vorhersage für den Samstag ließ ungefähr das gleiche Wetter erwarten, eher noch schlechter.  Jetzt hatten wir ja extra für die Maiwoche ausgerechnet auch noch viel Aufwand getrieben, um einen fetten Live-Mitschnitt des Konzertes zu realisieren: Tonaufnahme auf 24 Spuren, fünf oder sechs Kameras inklusive der Leute, die das Ganze dann bedienen sollten, usw. Ihr könnt euch vorstellen, dass uns angesichts der Wetterprognose dann doch Zweifel kamen, ob das Ganze in dem Umfang überhaupt Sinn macht.

Aber, was soll man machen, also früh losfahren und das ganze Zeug an den Start bringen. So nach und nach trudelten dann alle ein und werkelten vor sich hin (Wetter zu dem Zeitpunkt, um beim anfänglichen  Thema zu bleiben: Regen natürlich…).  Die Bühne bis circa zwei Meter hinter der Vorderkante: nass. Temperaturen: gefühlte 10 Grad. Platz vor der Bühne: leer.

Dann, circa eine Stunde vor dem Auftritt: Die Anspannung legt sich „eher nicht“,  beim Blick vor die Bühne: Geschätzte 100 Leute… (Wetter zu dem Zeitpunkt: Regen natürlich). Also Soundcheck durchziehen und Abwarten.

Tja, wie der geneigte Leser und die geneigte Leserin wahrscheinlich schont ahnt, dann, so circa 20 Minuten vor Spielbeginn, auf einmal: Trockenheit!  Tatsächlich! Unfassbar! Und als hätten die Leute,  irgendwo versteckt in Kneipen oder Cafes, nur drauf gewartet, strömten auf einmal von allen Seiten wahre Menschenmassen auf den Platz – fast voll. Innerhalb weniger Minuten. Wirklich. Ich schwöre! J (Ihr wisst ja: wichtig ist nur, wie eine Geschichte erzählt  ist…).

Fast pünktlich geht’s also los, mit einem neuen Trailer, den Olli  zusammengebaut hat. Und schwupps, da ist das Gefühl: Die Maiwochenbühne auf der Georgstrasse fühlt sich nun mal jedes Jahr wieder wie unser Wohnzimmer an, kann man nicht anders sagen. Und dass sie sich so anfühlt, und gleichzeitig  gigantisch und opulent daherkommt, dafür haben einige Leute im Vorfeld ne Menge getan: Oberamtliche Tonanlage, fette LED-Videoleinwand im Hintergrund, kreisrund eingerahmt von einer leicht unterbrochenen Traversenstruktur,  wiederum im Vordergrund weitergeführt durch abgesetzte, aber passende Strukturen, dazu noch dutzende verschiedene Scheinwerfer (Verzeihung für diesen kurzen technischen Ausbruch meinerseits)  -  wunderbar! Liebe Crew von der Firma „Starlight Showservice“ (welche die Bühne ausstatten und in Zusammenarbeit mit dem  „Cocktailcaterer“ betreiben): Das sieht einfach nur gut aus. Für die, die nicht da waren, guckt euch mal die Fotos an, und in Bälde dann unser Live-Video des Abends.

Ja, dieser Abend… der war dann einfach nur noch schön (wiederum kurz zwischendurch zurück zum Anfangsthema: Klar ist jetzt, dass es eine Wettergöttin gibt – und sie liebt uns! Es hat dann bis auf drei oder vier Minuten einfach nicht mehr geregnet). Schon fürs erste Set fand ich die Stimmung krass, und im zweiten Set wars dann für uns einfach nur noch ein riesiges Konzerterlebnis (mein Highlight: Rage Against The Machine, und zweitausend Leute gehen total ab - wow). Man muss das ja auch mal erwähnen: Was wäre so ein Konzert ohne feierwütiges Publikum, daher an alle, die da waren und das hier lesen: Danke euch! Uns hat´s riesig Spaß gemacht!  

Pünktlich um 23.00 Uhr (ähm…) hatte dann leider auch dieser Abend ein Ende, spannend, wie viel Leute man gerade auf der Maiwoche dann doch immer noch zum Quatschen trifft, bisschen Zeug wieder einpacken, noch einzwei Biere trinken, und ab nach Hause. Ach ja, hätte ich fast vergessen zu erwähnen: Pünktlich etwa drei Minuten nach Ende des Konzertes fing es dann an zu regnen…

Schreibt uns was ins Gästebuch, wenn ihr mögt, besucht unsere Facebook-Seite, oder schickt uns ne Mail, „bewerbt“ euch für unser Spezialkonzert bei euch im Wohnzimmer, oder was euch sonst so einfällt. Wir freuen uns jedenfalls tierisch auf die Saison und die nächsten Konzerte.

 

 

30.04.2014

Osnabrück, Alando

Tanz in den Mai

Für die, die´s nicht kennen: In Osnabrück, recht zentral und direkt am schönen Flüsschen Hase gelegen (mit wundervoller Außenterasse direkt am Ufer,) befindet sich das Alando Palais, eine der schönsten Großraumdiskotheken (sogar mit offizieller Auszeichnung für die beste Disko deutschlandweit in einem oder mehreren der letzten Jahre, soweit ich weiß…) und Event-Locations weit und breit. Da wurde vor etlichen Jahren ein stillgelegtes großes  Schwimmbad zu einem regelrechten Event-Tempel umgebaut, mit allem, was man sich so wünschen und vorstellen kann.  Besonders die extrem detailreiche und sehr edle Innendekoration verdient es, sich das Ganze mal anzugucken und in den diversen, verschiedenen musikalischen Genres zugeordneten Teil-Arealen ordentlich zu feiern und den Tanzkurs wieder aufzufrischen (andererseits: Wer den ganzen Abend tanzt, habe nur kein Geld zum Trinken, hat mich letztens jemand aufgeklärt).

So wie in den letzten Jahren auch war die Mission, die Party zum Tanz in den Mai zu rocken, was zu einem festen Eckpunkt in unserem Jahresprogramm geworden ist  - und das machen wir doch gerne! Also erst mal soundchecken (Pegelpegelpegel, Olli!?), wobei hier der Öffentlichkeit mitgeteilt werden kann, dass Faders Up! seit Mittwoch offiziell neues Personal in Form eines neuen Monitormischers eingestellt hat: Mister Gutsche himself hat nach wochenlanger harter Ausbildung in einer örtlichen Veranstaltungsfirma die Abschlussprüfung zum geprüften Tontechniker bestanden (Note 3-) und sich somit für diese Position qualifiziert – an dieser Stelle nochmal von allen Band-Mitgliedern herzlichen Glückwunsch! Gefühlte drei Stunden später gings dann endlich zum wohlverdienten Essen (übrigens auch immer sehr gut im Alando).

Und wie das so ist in einer Disko, geht das ganze natürlich etwas später los, so dass diverse kleine Helferlein (das Zeug mit den Flügeln zum Beispiel) oder auch anderes bemüht wurden, um dann zum Start des ersten Sets fit zu sein. Auch hier galt wieder obiges: PegelPegelPegel! Genauso ging dann das erste Set los, die Disko-geprägten Leute wundern sich immer erst kurz, dass da eine Live-Band auftaucht, aber spätestens nach einzwei Liedern ist dann halt Konzert und Konzert-Stimmung. Und das hat seeehr gut funktioniert an dem Abend, ich persönlich fand lediglich die despektierliche Ansage zur Bayernl-Schlappe nicht so gut, weil zu kurz und nicht drastisch genug. Aber das kann ja noch werden… Und zum zweiten Set wurds dann richtig fett, wer hätte gedacht, dass ein Disko-Publikum auf einmal zu einer Oasis-Nummer  Hände-„wavend“ konzertstyle-mäßig vor der Bühne total austickt. Hach, war das schön J

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank ans Alando-Team und im speziellen an die Alando-Task-Force, die nach dem Gig in Nullkommanix unser Zeug nach draussen zu den Autos transportiert hat. War ein schöner Abend, bis zum nächsten Gig.

Und der findet statt am Samstag, 10.05.2014 auf der Maiwoche in Osnabrück, Bühne Georgstrasse. Nicht verpassen!

 

 

20.04.2014

Borgloh, Osterfeuer

Was für ein netter und fetter  Saisonstart: Bei gefühlten 25 Grad Sonnenschein ging die Reise nach Borgloh, wo uns das Osterfeuer Borgloh erwartete. Und schon bei der Ankunft waren wir dann doch überrascht: Ein riesiges Zelt und gigantisches  Areal, das sah nach GROSSER Party aus.  

Dann mal gleich die Location genauer checken; und was die vor Ort ausführende Firma „Starlight Showservice“ da anlagentechnisch serviert hat, war vom Allerfeinsten. Ein üppiges Line-Array (für die nicht technisch interessierten Leser: Lautsprecheranlage), eine ausgeklügelte Lichtshow, und als besonderes Highlight hatte man im Bühnenhintergrund auch noch „mal eben“ eine LED-Wand aufgebaut.  Fett, Jungs! So was gibt’s nicht oft in Zelten. Na, da konnte ja nicht mehr viel schiefgehen. Selbstverständlich hat die Band den Lichtmann und Videooperator elegant in den Wahnsinn getrieben, weil man natürlich immer spontan von den Setlisten abweicht, die vorher ausgegeben wurden (Gruß an Thorsten J). Aber so ist das halt  - Rock´n´Roll. Und auch da muss man halt improvisieren können…

Besten  Dank  und Grüße auch an die Veranstalter, ist ja heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich, ein beheiztes und gut ausgestattetes Backstage-Zelt mit warmem Buffet und reichlich Getränken auf so nette Art zur Verfügung gestellt zu bekommen (ich bin mir allerdings nicht sicher, wer diese Flasche Whiskey da hingestellt hat. Ich hab da jemandem im Verdacht, aber das gehört hier nicht her).

Jo, und Rock´n´Roll war das dann in der Tat. Fast überflüssig zu sagen, dass wir alle extrem Bock auf den ersten Gig nach der Winterpause hatten, und man soll es kaum glauben: Diverse neue Nummern im Programm! Ich konnte schon gar nicht mehr mitzählen. Und die, die uns seit Jahren kennen, dürfen sich auf noch einige neue Nummern und Einlagen gefasst machen, können sich aber auch sicher sein, vieles wiederzuerkennen. Um nicht abzuschweifen und wieder zur Party zurückzukommen: Konnte ja auch vorher keiner wissen, dass dann zu der Party gleich 3500 Leute kommen. Grins. Und die waren anfänglich „interessiert wohlgesonnen“, spätestens nach den ersten Nummern dann schon ganz schön feierwütig, und wie immer, zum Schluss gab’s dann kein Halten mehr. Auch wenn wir nicht Helene spielen. Interessant ist dabei , was die Leute so im Laufe eines Abends alles verlieren (und was dann immer der arme DJ an die Leute zurückverteilen muss (machste doch dann auch, oder, Matze?): Schlüssel, Personalausweise, Führerscheine, natürlich einige Handys,  indisch anmutende Schmuckstücke, diverse, hier nicht näher beschreibbare Kleidungsstücke, wahlweise die Freundin oder den Freund, und final dann meistens die Orientierung oder für kurze Zeit das Gedächtnis. Damit mir das hier nicht auch passiert, noch folgendes zum Abschluss:  

Der Terminkalender füllt sich, und ich darf hier schon mal auf die nächsten wichtigen Gigs hinweisen: Am 30.04. sehen wir uns, wie auch schon in den letzten Jahren, zum „Tanz in den Mai“ im Alando in Osnabrück. Und am 10.05. rocken wir mit Euch die große Bühne auf der Georgstrasse anlässlich der Maiwoche Osnabrück 2014. Besucht uns im Gästebuch und auf Facebook!

Beste Grüße aus der Faders Up! – Zentrale, und bis zum nächsten Gig…

 

Kontakt


FADERS UP
Mirko Triphaus
An der Dorfkirche 36
49504 Lotte-Wersen

 

       

         

fon +49 179 4880554

info@fadersup.de
www.fadersup.de